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Medien

Culture Counts 2007 – 2009
Süddeutsche Zeitung 1989 – 2009
brand eins 2005 – 2009
Handelsblatt 2010

Medien – changeX / 2001 – 2009

Essays, Kolumnen und Buchrezensionen.


Gewinn statt Gewinnmaximierung
System Error – Ulrich Thielemanns Kritik der freien Marktwirtschaft. / 17.11.2009
Der Markt ist nicht alles. Soll er aber alles regeln, kommt es zur Schieflage. Dann geht es nicht mehr um gute Arbeit oder Fairness, sondern nur noch um Rendite. Ein Wirtschaftswissenschaftler holt die Ethik wieder ins Boot. Und sagt: Gewinnerzielung ist legitim, Gewinnmaximierung ist es nicht.

Wirtschaft ist anders
Uwe Jean Heusers Ratschläge: Was aus Deutschland werden soll. / 05.11.2009
Einer der führenden Wirtschaftsjournalisten des Landes bemüht sich um Deutschlands wirtschaftliche Zukunft. Und kommt am Ende zu der demütigen Erkenntnis, dass Wirtschaft letztlich eine rätselhafte Veranstaltung ohne Gewissheit und starre Regeln ist. Vielmehr regieren Unschärfe, Ungewissheit und Unsicherheit.

Vom Haben zum Sein
Horst W. Opaschowskis Plädoyer für einen erweiterten Wohlstandsbegriff: Wohlstand neu denken! / 29.10.2009
Die Wohlstandsgesellschaft der alten Bundesrepublik ist zu Ende. Wir leben in einer fortgesetzten Krisenwirklichkeit, die unsere Vorstellung von Wohlstand umwälzt. Ab jetzt gilt: Lieber glücklich als reich!

Auf der Suche nach den nächsten Jahren
Deutschlands Zukunft zwischen Freiheit und sozialer Spaltung – Peter Felixbergers Ausblick in mögliche Zukünfte dieses Landes. / 23.06.2009
In welche Zukunft steuert unser Land? Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise im Frühjahr trafen sich im Berliner Kanzleramt kluge Köpfe des Landes, um den Zukunftsweg Deutschlands zu debattieren. Peter Felixberger war hautnah dabei – bei allen Hearings, Workshops und Diskussionen mit Experten, der Kanzlerin, ihren Mitarbeitern. Jetzt legt er seinen unabhängigen Report als Buch vor. Für changeX beschreibt der Publizist und langjährige changeX-Chefredakteur zwei Zukünfte zwischen Freiheit und sozialer Exklusion. / 23.06.09

Grenznutzen des Glücks
Ökonomisch gesehen ist der Mensch eine Sau – ein Gespräch mit Thomas Hönscheid. / 10.03.2009
Ein Mann studiert Volkswirtschaftslehre, doch er verzweifelt fast an der Mikroökonomie. Seine Rache: Er schreibt einen Arztroman zu dieser Wissenschaft. Als Aufarbeitung der Empathieblindheit der Disziplin. Seine These: Die Wirtschaftswissenschaften müssen damit aufhören, die Seligsprechung des menschlichen Egoismus zu zelebrieren. Wer Menschen nur in ihrem Kosten-Nutzen-Kalkül abbildet, der sieht nur niedere Instinkte. Jenseits davon aber beginnt das wahre Leben: bei der Fähigkeit zur Empathie. / 10.03.09

Kultur der Vielfalt
Unternehmenskultur ist in der Globalisierung der entscheidende Erfolgsfaktor – ein Essay von Peter Felixberger und Michael Gleich. / 29.01.2009
Uniformität war einmal. Heute kann es sich kein Unternehmen leisten, auf das Potenzial eines Mitarbeiters zu verzichten, nur weil der nicht zur herrschenden Firmenkultur passt. Die Vielfalt unterschiedlicher Menschen ist der eigentliche Schatz eines Unternehmens. Ihn zu heben heißt, das Besondere und Einzigartige an jedem Menschen schätzen zu lernen. Die Herausforderung der Globalisierung ist: die ständige Suche nach dem einzigartigen Mix von unterschiedlichen Menschen und Gesprächskulturen. / 29.01.09

Mein lieber Schwan
Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse – das neue Buch von Nassim Nicholas Taleb. / 07.10.2008
Zwei Flugzeuge rasen in die Twin Towers. Das Finanzsystem kollabiert. Ein Stromausfall stürzt ein Land in Dunkelheit. Unvorhergesehene Ereignisse allesamt. Niemand ahnte sie voraus, keiner hat mit ihnen gerechnet. Schwarze Schwäne nennt ein New Yorker Professor solche unberechenbaren Geschehnisse jenseits des Erwartungshorizonts. Sie zeigen: Wir sind blind gegenüber dem Zufall, denken zu wenig und wissen fast nichts. Diese Kränkung aber könnte helfen, mit der Unschärfe unseres Handelns besser zurechtzukommen. / 07.10.08

Hinter den Fassaden des Faktischen
So leben wir jetzt. Künstler, Dichter, Denker zur Lage der Welt – die Jubiläumsedition von Lettre International. / 08.07.2008
Ende des 19. Jahrhunderts: Über 90.000 verzweifelte Menschen aus Sizilien stranden an der Küste Tunesiens. Und finden Aufnahme – Asyl, das Europa heute seinen Immigranten verweigert. Solcher Art sind die Geschichten, die das Kulturmagazin Lettre International in seiner Jubiläumsausgabe zusammengetragen hat: Einzigartige, kleine Fundstücke, die einen Blick hinter die Fassaden des Faktischen erlauben. Unser Autor sagt: Eine unbedingte Leseempfehlung zum Ausbalancieren des eigenen Unglücks und Glücks. / 08.07.08

Raus aus der Komfortzone
Was Manager in der Wüste lernen können – ein Gespräch mit Bruno Baumann. / 04.04.2008
Bruno Baumann sucht in der Wüste die extreme Fremde, um näher an sich selbst heranzukommen. Hier findet er die Herausforderung, die eigene Komfortzone zu verlassen. Heute vermittelt er seine Erfahrungen an Manager. Und sagt: In der Wüste lernt man die Fähigkeit, auf seine innere Stimme zu hören. Sich auf seine Intuition zu verlassen. Und genau das braucht man auch in der Wirtschaft: um im Markt die richtige Richtung einzuschlagen. / 04.04.08

Die Wirtschaft von morgen
Die Moralisierung der Märkte – Anmerkungen zum neuen Buch von Nico Stehr. / 19.12.2007
Wirtschaft war bisher die ideale Veranstaltung für den egoistischen Gewinn- und Nutzenmaximierer. Man nannte ihn Homo oeconomicus. Doch seine Ära geht zu Ende. Wirtschaft wird zunehmend zu einem Kulturereignis, das von kreativen Störern neu definiert und programmiert wird. Märkte wie Mode- oder Lebensmittelindustrie werden mit Moral aufgeladen. In der Musikbranche übernehmen die Kunden die Macht. Am Ende stehen bessere Produkte für mündige Verbraucher. Und nicht mehr die öde Parade billiger, auswechselbarer und schlechter Produkte für passive Konsumschafe. / 19.12.07

Deutscher? Egal. Hauptsache, die Bahn fährt
Neue Studien auf den Punkt gebracht – Folge 15: Auf der Suche nach sich selbst. Eine Untersuchung gibt tiefenpsychologische Einblicke in das deutsche Wesen. / 17.12.2007
Was heißt eigentlich typisch deutsch? Perfekt, aber verdammt langweilig? Die besten Autobauer, aber leider ziemlich humorlos? Wer möchte schon so bieder sein! Da tut es der deutschen Seele gut, wenn eine Studie derlei Klischees beiseiteräumt. Und feststellt: Deutsch-Sein ist doch etwas komplexer und vielfältiger. Das Patchwork hat längst auch die nationale Identität erreicht. / 17.12.07

Die besten Bücher 2007
Die besten Bücher des Jahres – ausgewählt von der changeX-Jury. / 06.12.2007
Mehrere hundert Bücher haben wir in diesem Jahr wieder gesichtet und kritisch auf ihren Neuigkeitswert hin abgeklopft. Beinahe 200 davon haben wir rezensiert oder mit den Autoren Interviews und Hintergrundgespräche geführt. Jetzt ist es Zeit, die besten zu küren. Die Mitglieder der changeX-Jury haben ihre Toptitel des Jahres 2007 gewählt. Es wurden zwölf. Here are the Top Twelve 2007! / 06.12.07

Wir sind mehr als Ich
Der Kosmopolit. Philosophie des Weltbürgertums – das neue Buch von Kwame Anthony Appiah. / 28.11.2007
Wir sind mehr Weltbürger denn je, die Distanz zu anderen Kulturen hat sich enorm verringert. Das Fremde liegt heute nur einen Klick entfernt vom Gewohnten, Vertrauten. Daraus, sagt ein aus Afrika stammender Weltbürger und Philosoph, erwachsen neue Pflichten: Die universelle Sorge um den anderen und die Achtung vor kulturellen Unterschieden. Der Kosmopolit erkennt: Es ist unsinnig, nur einen bestimmten Weg für richtig und alle anderen für falsch zu halten. Und diese weise Einsicht bewährt sich nicht nur im globalen, sondern auch im kleinen, alltäglichen Maßstab. / 28.11.07

Achtung: Reflux!
Re-imagine. Spitzenleistungen in chaotischen Zeiten – das neue Buch von Tom Peters. / 15.10.2007
Wirtschaft hat sich in den letzten 25 Jahren völlig geändert. Vom autoritären Generalunternehmen zur basisdemokratischen Kreativfirma, vom Befehlsempfänger zum emanzipierten Mitarbeiter, vom Konsumenten zum Prosumenten. Amerikas einflussreichster Managementvordenker hat sich mit dieser Verwandlung der Welt noch einmal eingehend beschäftigt. Sein Fazit: Wir müssen uns und die Wirtschaft neu erfinden und programmieren. Damit wir selbstbewusst, selbstorganisiert und selbstverantwortlich weiterhin Akteur und Gestalter bleiben und nicht wieder in die dunklen Zeiten des Überwacht-, Kontrolliert- und Manipuliertwerdens zurückfallen. / 15.10.07

Jeder mit jedem
Wikinomics. Revolution im Netz – das neue Buch von Don Tapscott und Anthony D. Williams. / 01.10.2007
Das Web ist nichts anderes als ein globaler Computer, der es uns ermöglicht, uns selbst zu organisieren. So der Internet-Visionär Don Tapscott kürzlich im Interview mit changeX. Sein Buch liefert die erste Bestandsaufnahme der neuen kooperativen Weltökonomie, die sich jenseits der hierarchischen und proprietärer Geschäftsmodelle der alten Wirtschaft herausbildet. Ein richtungweisendes und bahnbrechendes Buch über eine Revolution der Zusammenarbeit zwischen den Menschen: Wir treten in ein neues Zeitalter ein, wo die Menschen in einer Weise am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen wie nie zuvor. / 01.10.07

Böser, böser Kapitalismus
Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus – Anmerkungen zu dem neuen Buch von Naomi Klein. / 13.09.2007
Die Welt ist doch so einfach. Man muss sie sich nur richtig zurechtlegen. Hier das Gute, dort das Böse, hier Schwarz, dort Weiß. Dann fügen sich die Dinge. Wo Unübersichtlichkeit herrschte, entsteht plötzlich Ordnung. Ordnung mit zwingender Logik. Zum Beispiel muss man sich nur denken, der Kapitalismus sei böse – und plötzlich erscheint jeder Mensch als Opfer eines gierigen, menschenverachtenden Molochs. Wie in dem neuen Buch der weltweit bekanntesten Anti-Globalisierungsdemonstrantin. changeX-Autor Peter Felixberger ist in ihrem Verschwörungskarussell eine Runde mitgefahren – und schnell wieder ausgestiegen. Denn das Entweder-oder-Denken verzerrt die Sicht der Welt. / 13.09.07

Mehr Kopf, weniger Zahl
Kopf oder Zahl: Gewinnen oder verspielen wir unsere Zukunft – das neue Buch von Bernhard von Mutius. / 10.09.2007
Im ausgehenden Zeitalter des Entweder-oder war alles klar geregelt. Kapitalisten waren böse, Moralaposteln gut. Entscheidungen liefen nach dem Motto: Kopf oder Zahl? Im der neuen Sowohl-als-auch-Ära lernen wir gerade, mit Unschärfe, Unwucht und Unklarheit zurechtzukommen sowie die jeweilige Deutungshoheit aufzugeben. Wie schwer uns das fällt, zeigt ein Frankfurter Philosoph und Sozialwissenschaftler. Seine Gedankensplitter und Beobachtungen erläutern eine neue Herangehensweise an den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Behutsam, nicht vorlaut. Leise fragen, nicht polternd antworten. Miteinander vernetzen, sich nicht egoistisch einigeln. / 10.09.07

Im Ozean der Vielfalt
Was ist den Menschen gemeinsam? – Ein Gespräch mit Christoph Antweiler. / 06.08.2007
Mehr, als man glaubt! Sagt ein deutscher Ethnologe der Universität Trier. Er hat alle bekannten kulturellen Universalien zusammengetragen: Ursprungsmythen, Askese, männliche Gewalt bis hin zu Egoismus und Vetternwirtschaft. Erstaunliche Erkenntnisse allerorten. Warum Menschen nicht immer auf Teufel komm raus ihren eigenen Erfolg maximieren? Warum Menschen einander schön finden? Welche 40 Wörter in allen Kulturen vorkommen? Warum romantische Liebe nicht überall verbreitet ist? Warum der Clash of Cultures eher ein Hirngespinst ist? Ergebnis: Es gibt ein gemeinsames Fundament, das alle Kulturen miteinander verbindet. Es sichtbar machen, ist der modernste Ansatz von Diversity Management. / 06.08.07

Vielfalt als Chance
Unternehmen entdecken Diversity als Wettbewerbsvorteil – ein Gespräch mit vier Diversity-ManagerInnen. / 27.07.2007
Diversity Management ist stark im Kommen. Gute Unternehmen wissen längst, warum: In einer globalisierten Wirtschaft wird Vielfalt zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Denn Unternehmen handeln zunehmend international, bieten ihre Produkte und Dienstleistungen über kulturelle Grenzen hinweg an und beschäftigen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Damit wird Vielfalt zur Managementaufgabe. / 27.07.07

Der kurze Sommer der New Economy
changeX-Sommerklassiker 2007 – Folge 1: Gonzo-Marketing von Christopher Locke und Antoine oder die Idiotie von Martin Page. / 04.07.2007
Es gibt sie: Bücher, nach deren Erscheinen die Welt nicht mehr war wie zuvor. Weil sie eine neue, andere Sicht der Dinge entworfen haben, hinter die es kein Zurück mehr gab. Weil sie uns den Spiegel vorgehalten haben und unser Leben in einem ganz neuen Licht erscheinen ließen. Solchen, oftmals zunächst unerkannten Erkenntnisjuwelen – Klassikern eben – widmet sich unsere Sommerserie 2007. changeX-Autoren stellen ihre Favoriten vor: subjektiv, pointiert und reflektierend. In der ersten Folge erinnert Peter Felixberger an zwei Titel aus der guten alten New Economy, die ihrer Zeit gewaltig voraus waren. / 04.07.07

Viel leicht
Neue Studien auf den Punkt gebracht – Folge 11: Cultural Diversity Management in Deutschland hinkt hinterher. / 25.06.2007
Diversity Management ist in Deutschland vielerorts noch ein Fremdwort. Was Kleingeisterei ist, denn im Zeitalter der Globalisierung internationalisieren sich nicht nur Geschäftsprozesse, sondern auch Belegschaften. Das Management dieser personell-kulturellen Vielfalt wird zur großen Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt aber, dass die deutschen Manager noch viel zu sehr auf Gewinn und Profit starren, statt die interkulturelle Kooperation für Unternehmenskultur und Image zu nutzen. Es gibt viel zu tun. Der erste Schritt: Best-Practice-Beispiele sichtbar machen. / 25.06.07

Alles schrumpft
Das große Schrumpfen – das neue Buch von Cordula Tutt. / 20.06.2007
Der Aufschwung ist da. Überall wird das Hohelied auf Wachstum und Wohlstand angestimmt. Eine Wirtschaftsjournalistin rückt den pubertären Überschwang zurecht. Sie erinnert daran: Wir leben in einem schrumpfenden Land. Doch das ist kein Grund zum Pessimismus. Denn es gibt genug Zeit, Geld und Ideen, um das Immer-Weniger in neuen Wohlstand zu übersetzen. Immer mehr Menschen stellen sich auf das große Schrumpfen ein und gestalten ihr Leben anders. Sie wollen mehr Partizipation, mehr Teilhabe, wollen mitmachen und mitgestalten. Insofern ist weniger mehr. / 20.06.07

Keine Angst ist mir fremd
Wer sich überfordert, wird belohnt! – Ein Essay von Peter Felixberger. / 24.05.2007
Jeder Mensch hat Angst vor dem Unbekannten. Die Herausforderung besteht darin, das Fremde zu ertragen und es als Spiegelbild und Lernort für die persönliche Selbstverwirklichung zu begreifen. changeX-Autor Peter Felixberger beschreibt seine persönliche Angstreise zum Berliner Culture Counts Interview Marathon. Er erläutert, wie sich bei ihm das weit verbreitete Muster, Unglück aus der Zukunft vorwegzudenken, in nichts auflöste. Und warum man einfach mal die Schnauze halten sollte, wenn man keine Ahnung hat. / 24.05.07

Sich klug glotzen
Klick. Wie moderne Medien uns klüger machen – das neue Buch von David Pfeifer. / 12.04.2007
Neue Medien verblöden, machen tumb und faul, verdammen zur Passivität, beschwören letztlich den Untergang unserer Kultur herauf. Sind Teufelszeug. Dergleichen wurde schon gegen das Lesen vorgebracht, ebenso gegen Radio, Fernsehen, Video und nun gegen Internet und Computerspiele. Dumm nur, dass die Intelligenz der Menschen nicht ab- sondern zunimmt. Und das nicht trotz, sondern wegen der Medien, die sie nutzen. Wir sollten endlich aufhören, zwischen guten und bösen Kulturtechniken zu unterscheiden. Und anerkennen, dass neue Medien unsere Möglichkeiten erheblich erweitern. / 12.04.07

Und ewig lockt die Kuh
Die heiligen Kühe und die Wölfe des Wandels. Warum wir ohne kulturelle Kompetenz nicht mit Veränderungen klarkommen – das neue Buch von Elke Schlehuber und Rainer Molzahn. / 22.03.2007
Die Deutschen wollen, dass alles so bleiben möge, wie es ist. Deshalb pflegen und bewachen sie ihre heiligen Kühe auf der öffentlichen Wiese. Das Volk darf daneben aus einer Art Privatzoo zusehen. Aufbegehren ist nicht erlaubt. Falsch, sagen zwei Lüneburger Managementtrainer. Wandel beginnt mit der Aufforderung an alle, die heiligen Kühe endlich zu verscheuchen. Konkret: Schluss mit Sachlichkeit, Objektivität, Eindeutigkeit, Regelorientierung und Kontrolle. Dafür wieder Beziehungen, Gefühle, Ängste und Einsamkeit in den Blickpunkt rücken. Denn Wirtschaft und Gesellschaft leben mehr von kultureller Kompetenz als von Wirtschaftswachstum um jeden Preis. / 22.03.07

Mach das Beste aus dir!
Ich und andere Nebensächlichkeiten – das neue Buch von Charles Handy. / 12.03.2007
Charles Handy ist eine Ikone moderner Managementliteratur. Als Gründer und Professor der London Business School prägte er viele spätere Topmanager und Minister. Jetzt hat der fast 75-Jährige seine Autobiografie vorgelegt. Mit einer feinen Mischung aus irischem Humor und Understatement, Bescheidenheit und Selbstironie sowie Selbstbewusstsein und Selbstbewusstheit. Sichtbar wird ein Sturkopf, der zu seiner sozialen Herkunft ebenso steht wie zu seinen radikalen Abgesängen auf Shareholder-Kapitalismus und Bildungssystem. Endlich wieder ein Wirtschaftsbuch, das man auf einen Satz auslesen wird. / 12.03.07

Wer hat den längsten?
The Long Tail. Der lange Schwanz. Nischenprodukte statt Massenmarkt. Das Geschäft der Zukunft – das neue Buch von Chris Anderson. / 05.03.2007
Google, Amazon, eBay, iTunes und Konsorten bleiben nicht ohne Wirkung auf die Wirtschaft. Sie zeigen, dass die bisherigen Massenmärkte in der Internetökonomie in unzählige Nischen zerfallen. Der Chefredakteur des US-Magazins Wired hat sich eingehend mit diesem Phänomen beschäftigt. Sein Ergebnis: Die vielen grauen Produktmäuse in den Nischen erzielen mittlerweile einen höheren Umsatz als die wenigen Blockbuster. Die Folge: Goodbye Kommandowirtschaft von oben, willkommen Vielfaltsökonomie von unten. Mit Millionen von Waren, die nicht im täglichen Rampenlicht der Prospekte und Werbeanzeigen stehen. Und Menschen, die endlich zu Wirtschaftsakteuren werden dürfen. / 05.03.07

Aus. Land. Ende.
Deutschland ist vorbei. Es lebe die Vielfalt! – Ein Essay von Peter Felixberger. / 08.02.2007
Die Globalisierung fördert kulturelle Vielfalt. In Unternehmen und Sportmannschaften ebenso wie in Gesellschaften. Nur in Deutschland ticken die Uhren noch anders. Ausländern und Migranten wird der Zugang vielerorts verwehrt. Nicht wenige driften in prekäre Arbeitsplätze und Arbeitslosigkeit ab. Überdies werden viele ausländische Jugendliche in Schule und Ausbildung marginalisiert. Ein schwerer Fehler, denn unsere ausländischen Mitbürger sind ein Eckpfeiler unseres gemeinsamen künftigen Wohlstandes. Wenn man sie lässt! Immer mehr deutsche Unternehmen kapieren, dass kulturelle Vielfalt der Schlüssel zu mehr wirtschaftlichem Erfolg in der Globalisierung ist. / 08.02.07

Say Global, Say What You Want!
Die Welt ist flach. Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts – das neue Buch von Thomas L. Friedman. / 18.01.2007
Mehr Menschen als je zuvor sind heute weltweit miteinander vernetzt und kooperieren. Australier helfen amerikanischen Bergbauunternehmen, Deutsche unterstützen russische Free Software-Projekte und indische Programmierer wickeln die Arbeit deutscher Steuerberater ab. Was noch in Zeiten des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhangs als illusionäre Schwärmerei bezeichnet wurde, ist längst Wirklichkeit geworden. In einer flachen Welt ist jeder nur einen Klick vom anderen entfernt. Die Folge: Zahlreiche Koop-Geschäftsmodelle entstehen quer über den Erdball. Denn jeder hat Zugang – ob Inder, Chinesen, Amerikaner und Deutsche. Auch wenn es manchmal wehtut, wenn andere billiger, schneller und besser sind. / 18.01.07

Willkommen, Gutmenschen!
Neue Studien auf den Punkt gebracht – Folge 2: Der Trend-Report 2007. Soziokulturelle Schlüsseltrends für die Märkte von morgen. / 02.01.2007
In loser Folge stellen wir aktuelle Studien und Reports zu Arbeit, Wirtschaft und Bildung vor. Heute Folge 2: Zukunftsforscher Matthias Horx entdeckt zum Jahresanfang die Gutmenschen und erklärt, dass jetzt doch die Moral vor dem Fressen kommt. Im neuen Moralismus wird das Engagement für das Gute sogar zum ökonomischen Zwang. Denn Unternehmen und Verbraucher brauchen eine moralisch blütenweiße Weste, um bessere Geschäfte miteinander zu machen. / 02.01.07

Wir sind Mut
Wir warten nicht länger – ein Aufruf von Peter Felixberger. / 29.12.2006
Was bringt das Jahr 2007? Nicht das, worauf wir warten. Sondern nur, was wir selbst tun, bewegen, anstoßen, verändern. Wir müssen anfangen, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen! Stillhalten ist die Haltung von gestern. / 29.12.06

Nachschlag, zum Ersten
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | 12 / 2006 | / 27.12.2006
Zweimal im Jahr pusten die Wirtschaftsverlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Dennoch gibt es auch in diesem Herbst Entdeckungen im unerkannten Mittelfeld: Bücher, die man nicht übersehen sollte, auch wenn wir sie nicht ausführlich gewürdigt haben. Im Nachschlag eins geht es um die erfolgreiche Umsetzung von Entscheidungen, den wirtschaftlichen Wert moralischer Intelligenz, die fatalen Folgen des Billigwahns und um das Bekenntnis eines Topmanagers zum kalkulierten Regelbruch. / 27.12.06

Kotter ermittelt
Das Pinguin-Prinzip. Wie Veränderung zum Erfolg führt – das neue Buch von John Kotter und Holger Rathgeber. / 18.12.2006
John Kotters bahnbrechende Business-Parabel gibt es jetzt endlich auf Deutsch. Der Harvard-Professor beschreibt darin eine Pinguinkolonie, die vor einer kolossalen Existenzbedrohung steht. Ihr Eisberg droht zu zerbersten. Was tun? Wir lernen in der Folge Pinguine kennen, die allzu menschlich sind: Neinsager, Zauderer, Angsthasen und Besserwisser, die auf die Bremse treten. Am Ende jedoch siegen die mutigen Veränderer. Übrigens: Bedrohte Eisberge gibt es überall – als veraltende Produktlinien, verzopfte Schulen, miese Dienstleistungen oder Geschäftsstrategien, die es nicht mehr bringen. / 18.12.06

Die Top Ten 2006
Die besten Bücher des Jahres – ausgewählt von der changeX-Jury. / 01.12.2006
Mehrere hundert Bücher haben wir in diesem Jahr wieder gesichtet und kritisch auf ihren Neuigkeitswert hin abgeklopft. Beinahe 200 davon haben wir rezensiert oder mit den Autoren Interviews und Hintergrundgespräche geführt. Jetzt ist es Zeit, die Besten zu küren. Die Mitglieder der changeX-Jury haben ihre Top Ten des Jahres 2006 gewählt. Here are the results! / 01.12.06

You Inc.
Faktor A: Authentisch Karriere machen. Erfolgsstrategien für alle, die mehr als nur einen Job haben wollen – das neue Buch von Sven Brodmerkel. / 30.11.2006
Noch hält der industrielle Kapitalismus das Gros der arbeitenden Bevölkerung in blöder Erwerbsarbeit gefangen: kontrolliert, gegängelt und leistungsorientiert bezahlt. Doch bloßes Funktionieren hat ausgedient. Jenseits der alten Arbeitswelt keimt eine neue. Hier geht es zuerst um Herausforderung, dann um die Bezahlung. Der Job ist nur Mittel zum Zweck. Und die Karriere eine Entdeckungsreise zum eigenen Selbst. Nun auf dem Buchmarkt: Der Karriereführer für die neue Arbeit. Provozierend, spannend und witzig geschrieben. Und umwerfend schön gestaltet. / 30.11.06

Die Vielfalter kommen
Unternehmen entdecken ihre Mitarbeiter und damit sich selbst – ein Essay von Peter Felixberger. / 16.11.2006
Jeder Mensch erschafft die Welt nach seiner Vorstellung. Die Welt ist das, was er denkt. Unternehmen erklären aber meist nur die Wahrnehmung des Chefs zur alleingültigen Wirklichkeit. Diese Einfalt wird Unternehmenskultur genannt. Falsch, sagt changeX-Autor Peter Felixberger. Denn gute Unternehmenskultur bedeutet Vielfalt und umfasst jeden Mitarbeiter. Er ist heute gefragter denn je, sich einzumischen und seine Konstruktion von Wirklichkeit anzubieten. Auch wenn Unternehmen noch Angst vor ihren Mitarbeitern haben, sind sie der Schlüssel zu emanzipierten Organisationen, die sich selbst entdecken wollen. / 16.11.2006

Wir sind Helden
Steht auf, wenn ihr Menschen seid! – Ein Essay von Peter Felixberger. / 09.11.2006
Viele Deutsche fühlen sich eingezwängt. Als Untertan fremder Rollen. Väter geiern nach lebenslanger Vollbeschäftigung und unterwerfen sich noch so blöden Jobs. Lehrer erfüllen graue, veraltete Lehrpläne und richten Schüler zu blökenden Leistungsschafen ab. Ärzte lassen sich von Bürokraten gängeln und behandeln ihre Patienten wie am Fließband. Manager drangsalieren ihre Mitarbeiter und bereichern sich, was das Zeug hält. Und alle zusammen raffen Geld, Macht und Prestige. Jetzt aber aufgestanden und Fäuste hoch: Denn jeder Mensch kann echt und authentisch sein, wenn er will – trotz aller gesellschaftlichen Sachzwänge. / 09.11.06

Anhalten, entspannen, nachdenken
Der Weg zu sich selbst – ein Gespräch mit Paul J. Kohtes. / 09.11.2006
Deutschlands bekanntester PR-Berater zeigt, was gute Manager brauchen: Erfolg und Gelassenheit, Profit und Entspannung, Vision und Offenheit. Ein überfälliges Plädoyer für die Verbindung persönlicher Integrität, Sinnsuche und wirtschaftlichem Erfolg. Sowie eine Anleitung, die andere Wirklichkeit im Businessleben zu entdecken. Was hat das alles mit Hase und Igel zu tun? / 09.11.06

Kein Vergleich
Sechs einschneidende Gründe, warum man auf Benchmarking verzichten kann – ein Bericht von Peter Felixberger. / 01.11.2006
Benchmarking und andere Management-Methoden können Unternehmen zu Spitzenleistungen verhelfen, glauben Berater, Manager und Wissenschaftler. Alfred Kieser, Professor für Betriebswirtschaftslehre in Mannheim, sieht das anders.

Gnadenlos verständlich!
Valeries Fischrestaurant oder Wie die Wirtschaft funktioniert – das neue Buch von Chen-Loh Cheung. / 24.10.2006
Die meisten Menschen wissen nicht viel über Wirtschaft. Dennoch reden sie umso engagierter mit, wenn es um Globalisierung oder Management geht. Vieles endet leider im wilden Schwadronieren. Jetzt hat ein Chinese, der in Deutschland lebt und arbeitet, ein kleines Büchlein vorgelegt, wie die Wirtschaft tickt. Dabei hat er gänzlich auf Fachchinesisch verzichtet und sich beim Schreiben vom gesunden Menschenverstand leiten lassen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Arbeiten, wie wir wollen
Arbeit. Womit wir uns in Zukunft beschäftigen werden – die neue Ausgabe von GDI IMPULS. / 17.10.2006
Wie wir arbeiten wollen, ist wieder ein Thema. Angesichts bleierner Schwere in der Gesellschaft läuft die Suche nach neuen Denk- und Handlungspfaden wieder an. Denn die Verheißungen der Vollbeschäftigungsgesellschaft verfangen nicht mehr. Jenseits der Festanstellung tun sich neue, kreative Arbeitswelten auf. So arbeiten, wie wir leben wollen, ist das Motto. Die Globalisierung nicht als Plage, sondern als Chance zu begreifen, der Weg. Zum Beispiel, indem man einfache und blöde Arbeit ins Ausland verlagert und sich endgültig aus dem fetthaltigen Deutschland zurückzieht. In ein Deutschland des "Weniger ist mehr"!

Schneller, höher, weiter denken
Spurwechsel. Wirtschaft weiter denken – das neue Buch von Walther Ch. Zimmerli und Stefan Wolf (Hg.). / 02.10.2006
Gerade ist eines der besten Wirtschaftsbücher im Herbst erschienen. Nicht nur, weil hier Peter Felixberger redaktionell ordentlich mitgemischt hat. Sondern vor allem, weil hier sieben Querdenker über den Tellerrand der Wirtschaft blicken und diese auf je faszinierende Weise weiter denken: Ulrich Beck, Ralf Dahrendorf, Reinhard K. Sprenger, Gerhard Roth, Gerhard Schulze, Hansjörg Bullinger und Adolf Muschg. Ein Buch voll unerwarteter Zugänge, überraschender Einsichten und neuer Einblicke in Begrifflichkeiten, die alle zu kennen glauben.

Keine Macht für niemand
Führen mit flexiblen Zielen. Beyond Budgeting in der Praxis – das neue Buch von Niels Pfläging. / 25.09.2006
Eine Ohrfeige für alle Anhänger zahlenfixierten Controllings. Niels Pfläging beschreibt ausführlich, wie direkte Demokratie in Unternehmen funktionieren kann. Jenseits von Weisung und Kontrolle, starren Zielvorgaben, leistungsorientierter Bezahlung und Plan-Ist-Vergleichen. Ein Juwel zeitgemäßer Managementliteratur!

Das müssen Sie einfach wissen!
Aktuelle Daten und Fakten auf dem Prüfstand – kommentiert von Peter Felixberger. Folge 2: Menschen in der Freizeit. / 20.09.2006
Wir drohen in der täglichen Flut von statistischen Zahlen unterzugehen. Oft können wir gar nicht mehr einordnen, was sie eigentlich bedeuten. In loser Reihenfolge kommentieren wir künftig neue statistische Trends und ihre Hintergründe. Das Ziel ist klar: die Entlarvung des Hintergründigen.

Das müssen Sie einfach wissen!
Aktuelle Daten und Fakten auf dem Prüfstand – kommentiert von Peter Felixberger. Folge 1: Menschen im Knast. / 13.09.2006
Wir drohen in der täglichen Flut von statistischen Zahlen unterzugehen. Oft können wir gar nicht mehr einordnen, was sie eigentlich bedeuten. In loser Reihenfolge kommentieren wir künftig neue statistische Trends und ihre Hintergründe. Das Ziel ist klar: Wir wollen ungewöhnliche Perspektiven und Zusammenhänge entdecken.

Zu meiner Zeit ist alles anders
Zeit. Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung – das neue Buch von Stefan Klein. / 05.09.2006
Die Wahrnehmung der Zeit hängt von der Person ab, die sie erlebt. Jeder Mensch hat ein subjektives Zeitempfinden und eine eigene innere Uhr. Was wissenschaftlich immer klarer wird, ist im Lebens- und Arbeitsalltag oft noch ein Fremdwort. Da werden Schüler um acht Uhr ins Klassenzimmer befohlen, obwohl ihr biologischer Takt völlig anders tickt. Da sitzen Langschläfer um sechs Uhr im Pendlerzug und starren bewegungslos aus dem Fenster. Ein Berliner Wissenschaftsjournalist erklärt, wie wir am eigentlichen Leben vorbeischrammen. Im Schraubstock der äußeren Stechuhren. Ein Plädoyer, wie wir nicht länger Opfer eines von außen vorgegebenen Taktes bleiben, sondern endlich Herren unserer Zeit werden.

Asterix bei den Amerikanern
Der Kultur-Code. Was Deutsche von Amerikanern und Franzosen von Engländern unterscheidet und die Folgen davon für Gesundheit, Beziehungen, Arbeit, Autos, Sex und Präsidenten – das neue Buch von Clotaire Rapaille. / 31.08.2006
Warum sind die Amerikaner anders als die Deutschen? Warum reagieren Franzosen bezüglich Arbeit, Gesundheit oder Essen anders als Briten? Ein französischer Psychologe ist seit Jahrzehnten auf den Spuren der kulturellen Unterschiede. Als Guru in der US-Marketingberatung hat er sein Wissen längst versilbert. Sein Dreh: Er bringt die kulturspezifische Bedeutung, die man bestimmten Dingen unbewusst beimisst, auf einen Nenner. Diese Erkenntnis stellt er Firmen zur Verfügung, die damit erfolgreiche Produkte entwickeln können: Autos, Toilettenpapier oder Gesichtscremes. Doch dahinter verbirgt sich mehr – es ist auch Grundlagenwissen über das Verstehen fremden Denkens. Heute erscheint die deutsche Ausgabe.

Arbeit weiter denken
Was bedeutet zukunftsfähige Arbeit? – Ein Essay von Peter Felixberger. / 10.08.2006
changeX berichtet über ein anderes Verständnis von Wirtschaft und Arbeit. Chefredakteur Peter Felixberger fasst in einem grundlegenden Beitrag zusammen, was damit gemeint ist. In acht Schritten skizziert er die Arbeitswelt von morgen – von neuer Arbeitskultur bis hin zu virtuellen Communitys. Im Mittelpunkt steht der entfesselte Mensch jenseits von entfremdeter Arbeit und Ellbogengesellschaft. Sein Motto kann nur lauten: Wenn ich schon die Hälfte meiner Wach-Lebenszeit arbeitend verbringe, dann darf sie ruhig erfüllend und glücksbringend sein. Langsam wird klar: Die Menschen sind klüger denn je, werden aber in Unternehmen zu oft noch für dumm verkauft.

Ein Leben ist lang
The Future of Retirement. What the world wants – die neue Studie des Oxford Institute of Ageing zum Thema "Leben und Arbeiten im Ruhestand". / 01.08.2006
Eine neue Globalstudie zeigt klipp und klar, warum immer mehr Menschen ihren Ruhestand als aktiven Lebensabschnitt begreifen. Ihr Ziel lautet: Nur nicht einrosten und im Abseits landen. Wer will sich im Alter noch auf die faule Haut legen? Immer weniger Menschen. Sie wollen weiterarbeiten, sich geistig und körperlich fit halten und ihre sozialen Kontakte nicht verlieren. Übrigens nicht des Geldes wegen, sondern um etwas Sinnvolles für sich zu tun. Die alte Vorstellung, sich im Ruhestand vom früheren Arbeitsleben zu erholen, löst sich indessen weltweit auf. changeX stellt die spannenden Befragungsergebnisse vor.

Ich habe nie fertig!
Sind Sie kultiviert? – das neue Buch von Franz Kaufmann. / 18.07.2006
Kultivierte Menschen sind gepflegt, gebildet, gut erzogen und haben gute Umgangsformen. Ein Schweizer Unternehmensberater hat ein kluges Büchlein geschrieben, warum das nicht so ist. Für ihn ist jeder kultiviert, sofern er Variationen und Innovationen ins Spiel des Lebens bringen darf. Kultiviert ist derjenige, der das Spiel selbst voranbringt. Daran wird er jedoch ständig von vielen Kräften gehindert. Deshalb gibt es nur ein Ziel: Sich nie domestizieren lassen und das Leben immer als provisorischen Möglichkeitsraum begreifen. Denn merke: Mit dem Leben ist man eigentlich nie fertig.

changeX-Netz
Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Dagmar von Münster-Lazi in Esslingen (11) / 18.07.2006
In den nächsten Monaten stellen wir ausgewählte Abonnenten vor. Jeden Dienstag und Freitag. Spannende Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten. In einer Serie von journalistischen Kurzporträts aus aller Welt.

Chaos in Laos
Warum das Spiel des Lebens nicht zu kontrollieren ist – ein Essay von Peter Felixberger. / 17.07.2006
Per Knopfdruck lässt sich das Leben nicht steuern. Im Gegenteil: Es ist unvorhersehbar, komplex und damit nicht kontrollierbar. In einem Wort: Es ist ein grandioser Wirrwarr. Blöd ist nur, dass wir es ständig beherrschen wollen. Das Motto der Kontrollettis: Nichts darf mehr, nichts kann mehr passieren. Doch die Gegenwart schlägt einen neuen Takt: Chaos und Krise gehören zum Leben wie die Luft zum Atmen. Management schafft endlich Raum für Vielfalt. Statt kurzfristiger Gewinnmaximierung steht das langfristige Überleben im Mittelpunkt. Kontrollen werden auf das Mindestmaß reduziert.

changeX-Netz
Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Hans Jürgen Ruhland in Friedrichsdorf (10) / 14.07.2006
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changeX-Netz
Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Michaela Herrmann in Geretsried (9) / 11.07.2006
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Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Joachim Lontke in Gießen (8) / 07.07.2006
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Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Ingrid Schlereth in Forst (7) / 04.07.2006
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Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Franz-Josef Hofer in Wien (6) / 30.06.2006
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Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Nicola Hengst-Gohlke in München (5) / 27.06.2006
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Konfliktüre
Warum sind immer die anderen das Problem? – Ein Gespräch mit Susanne Klein. / 26.06.2006
Wir beschäftigen uns am Arbeitsplatz überwiegend damit, Konflikte zu managen. Wie das allerdings funktioniert, wissen die wenigsten. Das Problem: Gefühle, Ängste und eigene Unzulänglichkeiten vernebeln die Sinne für konstruktive Konfliktgespräche. Sagt eine Bonner Konfliktberaterin und zeigt, wie man zu einvernehmlichen Lösungen kommt. Der erste Schritt ist, seine Selbstüberschätzung in den Griff zu bekommen. Hintergrund: Die meisten Menschen schätzen sich und ihre Arbeit besser ein als die der Kollegen. Im zweiten Schritt arbeitet man dann die eigene Beteiligung am Konflikt heraus.

changeX-Netz
Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Wolfgang Vieweg in Bad Kreuznach (4) / 23.06.2006
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changeX-Netz
Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Bianka M. Seidl in Schorndorf (3) / 20.06.2006
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changeX-Netz
Wie changeX-Leser leben und arbeiten. Heute: Verena Laschinger in Istanbul (1). / 13.06.2006
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Der Arbeiter
Eine Reportage von Peter Felixberger. / 01.06.2006
Er war der Vorstandsvorsitzende von KarstadtQuelle. Einer der mächtigsten Wirtschaftsbosse in diesem Land. Bis Wolfgang Urban im Mai 2004 jäh abstürzte. Peter Felixberger lernte ihn kurz danach kennen. Und erlebte die Zeit nach dem Ende mit.

Die Gnade der rechtzeitigen Geburt
Ein Arztleben in Deutschland – eine Reportage von Peter Felixberger. / 15.05.2006
Wolfgang Uthe ist einer von 53.000 Hausärzten in Deutschland. Der 65-Jährige ist seit fast 30 Jahren Allgemeinarzt in Würzburg. Er hat alle Reformen miterlebt. Jetzt zieht er Bilanz und ist erleichtert, dass er bald aufhören kann. Denn im Fegefeuer der Gesundheitsreformen verglühen auch seine Zukunftsperspektiven. Die 68er-Ärzte gehen langsam in Rente. Ihre Ideale werden gerade verkauft. Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt. Zuwendung wird bestraft. Die "sprechende" Medizin stirbt aus. Aufwachen!

Vollwert-Management
Die neue Redlichkeit. Werte für unsere Zukunft – das neue Buch von Rupert Lay und Ulf D. Posé. / 12.05.2006
In der deutschen Wirtschaft ist Rupert Lay die oberste ethische Instanz. Viele Jahre waren seine Bücher Bestseller. Jetzt, im hohen Alter, hat der Jesuit zusammen mit seinem Alter ego Ulf D. Posé noch einmal ein tiefgründiges, analytisches Buch vorgelegt. Die Autoren reißen den unredlichen Zeitgenossen dabei die Maske vom Gesicht und benennen gleichzeitig die Grundregeln und Tugenden, die in Wirtschaft und Politik Einzug halten müssen, wenn wir nicht weiter im Sumpf der Unredlichkeit versinken wollen.

Das Ziel ist der Weg
Zielgruppen. Wie sie leben, was sie kaufen, woran sie glauben – das neue Buch von Jochen Kalka und Florian Allgayer. / 10.05.2006
Kunden lassen sich nicht mehr in feste Rollen- und Bedürfnisbilder zwängen. Sie sind unberechenbar und kaufen, wann und was sie wollen. Da jaulen die alten Zielgruppen-Denker auf. Verzweifelt verschubladisieren sie die Deutschen nach Lebenswelten und Lebensstilen. Von der bürgerlichen Mitte bis zu modernen Performern. Welche Banalisierung hinter dieser Denkfigur steht, zeigt das neueste Grundlagenwerk aus der Feder zweier Werbejournalisten. Doch der verzweifelte Versuch, Menschen zu standardisieren und normieren, schlägt immer mehr fehl. Zielgruppen sind nur mehr eine Hilfskrücke alten Marketingdenkens.

Die NDW-Welle
Der neue Kapitalismus. Republik im Wandel – das neue Buch von Thomas Hanke. / 31.03.2006
Eigentlich wollten wir das Buch schon wieder weglegen. Mit dem Fazit: typischer Alles-wird-gut-Titel für Max Mustermann und Lieschen Müller, die vor der Zukunft zittern. Doch dann ist uns aufgefallen, dass Handelsblatt-Redakteur Hanke ein geschickter Mythenzertrümmerer ist. Als da wären: Die Deutschland AG gehört den Banken. Internationale Heuschrecken filetieren die deutsche Wirtschaft. Deutschland hat eine unflexible Arbeitswelt oder steckt gar im Klammergriff der Verbände. Nichts von alledem! Und deshalb kratzt das Buch gerade noch die Kurve in Richtung Neue Deutsche Wirtschaft (NDW).

Verschwendung ist geil
Verschwendung. Wirtschaft braucht Überfluss – das neue Buch von Wolf Lotter. / 17.03.2006
brand eins-Redakteur Wolf Lotter hat ein spektakuläres Buch geschrieben. Es ist ein radikaler Abgesang auf den morschen Industriekapitalismus und eine Einladung in eine blühende Konsumgesellschaft, in der Menschen von blöder Erwerbsarbeit befreit und sich in einer überbordenden Vielfaltsökonomie entfalten werden. Selbstbewusst, selbstsicher und als mündige Bürger – losgelöst von jeder Dressur und Zurichtung, wie sie heute noch Alltag sind.

Halt, zusammen, durch!
Riskante Moderne. Die Deutschen und der neue Kapitalismus – das neue Buch von Paul Nolte. / 07.03.2006
Die Deutschen haben Angst und sind Pessimisten. Das pfeifen selbst die Vögel schon von den Dächern. Im Windschatten traditioneller Sicherheitsversprechen dösen die Menschen vor sich hin. Und verpassen den Aufbruch in eine aktive, engagierte Mitmach-Gesellschaft, in der Leistung und Wettbewerb keine Schimpfwörter mehr sind. Und in der jeder Verantwortung für sich, für andere und für die Zukunft übernimmt. Ein bekannter Berliner Historiker, selbst aus der Babyboomer-Generation, skizziert die Grundlagen dieser "investiven Gesellschaft". Alles noch ein klein wenig nebulös, aber die ersten Fährten aus dem deutschen Jammertal werden deutlich sichtbar.

Fußball – ein globales Business
Geld schießt Tore – das neue Buch von Dieter Hintermeier und Udo Rettberg. / 14.02.2006
Fußball ist ein Möglichkeitsraum der Entfesselung. Spieler aus Slums werden zu gefeierten Luxusikonen. Und ehemalige Trainer zu Lebenshilfeaposteln. Doch Fußball ist auch ein knallhartes Milliardengeschäft. Es geht um Investment, Strategien, Marktanteile und Expansionsgelüste. Zwei Wirtschaftsjournalisten schreiben über Kamikaze-Finanzierungen, Pseudo-Management in den Führungsetagen, den widerstandsfreien Zugriff großer Investoren – und wie willfährig sich die Verantwortlichen in den Vereinen mittlerweile diesen Übergriffen ergeben haben.

Same Shit, Different Day!
Mal wieder über fünf Millionen Arbeitslose oder warum die Debatte darüber langsam für die Katz ist – ein Essay von Peter Felixberger. / 01.02.2006
Seit gestern wissen wir es ganz genau: 5,012 Millionen Glaubensbrüder warten auf ihre Erlösung. Doch stattdessen erhalten sie biedere Volksmusikweisheiten von Angi und Münti, die nun mit vereinten Kräften mit dem Vollbeschäftigungswimpel wedeln: "Nach jedem Regen kommt auch wieder Sonnenschein." Fragt sich nur, wie lange die Opfer noch mitschunkeln. Aus aktuellem Anlass bringen wir eine stark verkürzte Geschichte der Arbeitsmotivation. Und hoffen, dass irgendwann der Groschen fällt: Ein Mensch hat Erfolg, wenn er morgens aufsteht und abends zu Bett geht und in der Zwischenzeit genau das tut, was er tun will. Das ist der Rahmen für künftige Arbeitswelten. Ob es gefällt oder nicht.

Die Verschlimmbesserer
Warum es mit Deutschland nicht bergauf geht – ein Essay von Peter Felixberger. / 26.01.2006
Die Rente. Die Staatsverschuldung. Das Gesundheitssystem. Die Arbeitslosigkeit. Der Osten. Der Terrorismus. Der Weltfriede. Die Probleme sind bekannt. Doch je mehr wir lösen, desto schlimmer wird es. Was also tun? Für changeX-Geschäftsführer Peter Felixberger gibt es nur einen Weg: Scheuklappen runter, die Herausforderungen freudig begrüßen, von allen Seiten beschnuppern und dann endlich zu der Einsicht kommen: Die Gewissheit von früher ist dahin. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Für die Probleme der Gegenwart kann es keine Lösungen aus der Vergangenheit geben.

Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Ticketautomat
Servolution. Die Zukunft der Dienstleistung – die neue Ausgabe von GDI IMPULS. / 17.01.2006
In der Dienstleistungswelt treten zunehmend Menschen gegen Maschinen an. Auf dass der Bessere den Job bekommt. Doch anstatt darüber zu klagen, sollte man die Vorteile sehen: Menschliche Arbeit wird nicht abgeschafft, sie wird nur umverteilt. Denn über kurz oder lang werden die Unternehmen die frei gewordenen Arbeitskräfte dort einsetzen, wo sie hingehören: an die Schnittstellen besseren Kundenbeziehungsmanagements. Weg von öden, blöden Routinejobs hin zu qualifizierter menschlicher Arbeit und mehr Vielfalt.

Eine Runde um den Block, bitte!
Management. Das A und O des Handwerks – das neue Buch von Fredmund Malik. / 11.01.2006
Wenn ein neuer Malik erscheint, stehen alle stramm. Immerhin zählt der St. Gallener zu den wichtigsten deutschsprachigen Managementdenkern. Nur leider, so scheint es, sitzt er mittlerweile im Elfenbeinturm fest. Sein Handwerkszeug ist zwar eine große Analysehilfe im Managementalltag. Davon wollen wir mehr. Davon brauchen wir mehr. Aber keine Allgemeinplätze über richtiges und gutes Management, kruden Antiamerikanismus und apodiktische Ablehnung jedes Shareholder-Value-Gedankens. Es wird Zeit, den Elfenbeinturm zu verlassen. Und wieder frischen Wind zu schnuppern.

Die Plastilin-Gesellschaft
Trend-Report 2006. Soziokulturelle Schlüsseltrends für die Märkte von morgen – die neue Studie von Matthias Horx und Christiane Friedemann. / 04.01.2006
Das Zukunftsinstitut bietet mal wieder sein jährliches Deutungsplastilin an. Das nehmen wir gerne auf und vermengen es mit den anderen tausend Plastilinresten, die im Medienwald herumliegen. Das macht Spaß, weil alle mitkneten dürfen. Was wiederum zum großen Haupttrend 2006 passt: die neue Ehrlichkeit. Keine Illusionen haben. Sich nichts vormachen. Der Realität ins Auge blicken. Das erfordert ein hohes Maß an Selbsterkenntnis und Selbstmanagement. Das Ausbalancieren von Glück und Unglück wird zur persönlichen Angelegenheit.

Oben steht, wer wenig weiß
Ein Essay von Peter Felixberger über die Geheimnisse echter Autorität. / 24.11.2005
Wer eine Autorität ist, gilt als kompetent. Wenig zu wissen ist heute die Bedingung, um als Autorität zu gelten. Wer dies kapiert, hat eine der Grundregeln der neuen Wissensgesellschaft erkannt. Topmanager und Spitzenpolitiker schlagen daraus längst Kapital. Wie dieser Mechanismus funktioniert, hat Peter Felixberger fein seziert. Seine These: Den Schein des Wissens zu besitzen ist der eigentliche Erfolgsfaktor in der berstenden Mediengesellschaft.

Die besten Bücher des Jahres 2005
Ausgewählt von der changeX-Redaktion. / 18.11.2005
Knapp 200 Bücher haben wir dieses Jahr wieder rezensiert. Haben mit über 100 Experten und Autoren Interviews und Hintergrundgespräche geführt. Jetzt ist es Zeit, die Besten zu küren und die größten Flops des Jahres zu benennen. Jedes Jury-Mitglied stellt seine Wahl vor: bestes Sachbuch, bester Ratgeber, größter Flop. Neu: Die 13 Highlights können schnell, direkt und versandkostenfrei über changeX bestellt werden.

Viel Ruhe um nichts
Besser leben, schöner wohnen? – Die neue Studie von Horst W. Opaschowski. / 17.11.2005
Deutschland steckt mitten im Reformdilemma: Drei Viertel aller Deutschen wollen Reformen, aber nur 30 Prozent sind zur Umsetzung bereit. Der Staat soll es wie üblich richten. Selbst anpacken und sich engagieren sind Fremdwörter. Die Menschen ziehen sich zurück in die eigene Innerlichkeit und in die eigenen vier Wände. Das Hamburger B.A.T. Freizeitforschungsinstitut hat genau nachgefragt, wie und wo die Deutschen morgen leben wollen. Heimelige Nestwärme, deutsche Gemütlichkeit und Rückzug ins Private sind die Trends der Stunde. Aber auch das städtische Mittendrin und der urbane Trubel sind wieder stark im Kommen.

Jeder will arbeiten
Der arbeitende Kunde. Wenn Konsumenten zu unbezahlten Mitarbeitern werden – das neue Buch von Günter Voß und Kerstin Rieder. / 14.11.2005
Ein IKEA-Regal aufbauen, im Internet Banküberweisungen tätigen oder einen PC vorkonfigurieren – der Trend zum aktiven Kunden ist stärker denn je. Er packt mit an, wenn er Produkte oder Dienstleistungen billiger kriegen kann. Die beiderseitige Gewinnbeziehung ist definiert: Firmen sparen Kosten, Kunden kaufen billig. Zwei Soziologen sind anderer Ansicht: Konsumenten werden ihnen zufolge zu unbezahlten Mitarbeitern degradiert. Sie sind billig und willig. Falsch, sagt Peter Felixberger. Der Kunde von morgen denkt nicht mehr in Ausbeutungs- und Entfremdungskategorien. Er will mitverdienen und sich von den Massenmärkten emanzipieren.

Wir fragen!
Eine changeX-Serie in 30 Folgen. Jeden Freitag neu. | Folge 30 und Ende: Warum hier bleiben und nicht abhauen? | / 14.10.2005
Politiker, Wissenschaftler und Journalisten verschleiern ihre Ahnungslosigkeit vor der Zukunft. Sie tappen im Dunkeln. Ihre Strategie: Jede Menge Ablenkungsmanöver. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Die Folge: In den Schlagadern der Macht pulsiert nur mehr zähes Monopolwissen. Das Volk sieht weg. Die changeX-Serie hat sich deshalb hinter den Herrschaftszäunen umgesehen. Und stellt Fragen, die auf Zwangslagen verweisen, aus denen immer mehr Menschen keinen Ausweg mehr wissen.

30 Jahre nach 12!
Die ausgefallene Generation. Was die Demographie über unsere Zukunft sagt – das neue Buch von Herwig Birg. / 10.10.2005
Die Alten werden bis 2050 mehr, die Jungen immer weniger. Das wissen wir seit über 30 Jahren. Doch was passiert? Die Zahl der Kinder sinkt weiter. Wer will sich in prekären Zeiten schon Kinder leisten? Eine fatale Entwicklung, sagt der wichtigste Bevölkerungsforscher. Die heute 30- bis 40-Jährigen bleiben bereits zu einem Drittel kinderlos. Noch dazu sind sie als Generation zu klein, um die Bevölkerungszahl zu erhalten. Die bittere Wahrheit: Die Deutschen wollen weniger Kinder, werden immer älter, produzieren zunehmend prekäre Lebensbedingungen und leben auf Kosten der kommenden Generationen und des Auslands, aus denen immer mehr Menschen zuwandern.

Peace-Maker
Was Manager von Friedensmachern lernen können – ein Gespräch mit Michael Gleich. / 06.10.2005
Durchschnittlich dauert ein Bürgerkrieg sieben Jahre und kostet 70 Milliarden Dollar. Was andersherum bedeutet: Dieses Geld könnte rentabler in die Friedensökonomie vor Ort investiert werden – mit späterer Dividende für alle Beteiligten. Auch für Unternehmen, die ungestört ihren Geschäften nachgehen könnten. Das Problem: Frieden findet derzeit noch ohne die Wirtschaft statt. Die Friedensmacher, Einzelkämpfer und Initiativen organisieren und vernetzen sich vielerorts selbst. Überdies könnten Manager einiges von ihnen lernen: Denn Friedensmacher haben Visionen, sind gute Strategen, kennen ihr Kerngeschäft und arbeiten oft unter widrigen "Marktbedingungen".

Hier beginnt der freie Teil der Wirtschaft
Warum wir uns gegenseitig in die Schuhe helfen sollten – ein Essay von Peter Felixberger. / 27.09.2005
Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Bosse als einsame Genies in der Chefetage wähnten und die Puppen tanzen ließen. Kreativität, persönlicher und unternehmerischer Erfolg sind das Ergebnis von Teamwork. Kooperation und gegenseitige Hilfe sind hierfür unverzichtbar. Die emanzipatorische Devise lautet: Sprich direkt und auf gleicher Augenhöhe mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten! Und vergiss das alte Zielgruppen- und Typenrasterdenken von oben! Es gilt wieder, voneinander zu lernen und dem anderen zu helfen, selbst wenn er Konkurrent, Mitbewerber oder einfach nur Kunde ist.

Wir fragen!
Eine changeX-Serie in 30 Folgen. Jeden Freitag neu. | Folge 27: Warum wollen alle billig? | / 23.09.2005
Politiker, Wissenschaftler und Journalisten verschleiern ihre Ahnungslosigkeit vor der Zukunft. Sie tappen im Dunkeln. Ihre Strategie: Jede Menge Ablenkungsmanöver. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Die Folge: In den Schlagadern der Macht pulsiert nur mehr zähes Monopolwissen. Das Volk sieht weg. Die changeX-Serie hat sich deshalb hinter den Herrschaftszäunen umgesehen. Und stellt Fragen, die auf Zwangslagen verweisen, aus denen immer mehr Menschen keinen Ausweg mehr wissen.

Die lange Reise zum ewigen Hirnschmalz
Von Menschen und Ratten. Die berühmten Experimente der Psychologie – das neue Buch von Lauren Slater. / 22.09.2005
Wer sind wir? Was macht uns zu Menschen? Warum denken wir? Generationen von Wissenschaftlern haben versucht, die Rätsel des menschlichen Geistes zu lüften. Doch die Ergebnisse sind bis heute eher dürftig: Einige physiologische Vorgänge sind zwar entschlüsselt, aber die großen Zusammenhänge bleiben weiterhin im Dunkeln. Eine amerikanische Autorin hat jetzt ein kleines Meisterwerk über die Sackgassen und Höhenpfade der Psychologie geschrieben. Mit erstaunlicher Leichtigkeit stellt sie die großen Akteure der Forschung, deren Experimente und die wissenschaftlichen Meilensteine vor. Bester Wissenschaftsjournalismus mit ungewolltem Fingerzeig auf den Berliner Machtpoker!

Stark wie noch nie
Die 10 Gebote für ein gesundes Unternehmen – das neue Buch von Cay von Fournier. / 19.09.2005
Nicht der schnelle Profit, sondern gesundes Wachstum ist die Formel für langfristigen Unternehmenserfolg. Ein Berliner Arzt und Unternehmensberater weiß, wovon er spricht. Er spannt Medizin- und Managementwissen zusammen. Damit hat er bereits tausende mittelständische Unternehmen beraten. Jetzt hat er sein Know-how zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Was zunächst wie ein x-beliebiges Berater-Selbstvermarktungsbuch daherkommt, entwickelt sich zu einem echten Grundlagenwerk in Sachen Unternehmensführung. Und vor allem ist es ein humanistischer Unternehmeransatz jenseits von Profitgier und Geldscheffeln um jeden Preis!

Wir fragen!
Eine changeX-Serie in 30 Folgen. Jeden Freitag neu. | Folge 26: Warum haben wir so viel Angst? | / 16.09.2005
Politiker, Wissenschaftler und Journalisten verschleiern ihre Ahnungslosigkeit vor der Zukunft. Sie tappen im Dunkeln. Ihre Strategie: Jede Menge Ablenkungsmanöver. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Die Folge: In den Schlagadern der Macht pulsiert nur mehr zähes Monopolwissen. Das Volk sieht weg. Die changeX-Serie hat sich deshalb hinter den Herrschaftszäunen umgesehen. Und stellt Fragen, die auf Zwangslagen verweisen, aus denen immer mehr Menschen keinen Ausweg mehr wissen.

Der Aufstand der Karaoke-Ritter
Karaoke-Kapitalismus. Fitness und Sex-Appeal für das Business von morgen – das neue Buch von Jonas Ridderstråle und Kjell A. Nordström / 08.09.2005
Heute erscheint eines der besten Wirtschaftsbücher des Jahres. Leider mit dem schwachsinnigsten Untertitel des Jahres. Denn wie man aus "Management for Mankind" ein Fitness-Sex-Appeal-Etikett schneidern kann, bleibt das ungelöste Rätsel des Verlages. Dennoch: Die beiden schwedischen Autoren beschreiben mit präziser Feder, was den heutigen Kapitalismus und die Geschäftswelt im Innersten zusammenhält. Und sie sezieren messerscharf, wie die Selbstentfaltung des einzelnen behindert wird. Durch die Geld- und Konsumkeule, durch Konditionierung auf Mittelmaß und Degradierung zum Dschungelbewohner. Die Befreiung funktioniert indes nur über die Wiederentdeckung jedes einzelnen sowie die Wiederaneignung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Aua, schreit der Bauer, die Äpfel sind so sauer
Wirtschaftspolitik. Was geht mich das an? – das neue Buch von Cornelia Schmergal. / 26.08.2005
Deutschland vor der Wahl: Hin- und hergerissen zwischen Tiefschlag- und Aufbau-Nachrichten. Steuererhöhung, Kündigungsschutzabbau, Reformen und Hartz-Schmerz lassen die kollektive Verwirrung täglich steigen. Da tut es richtig gut, dass eine junge Wirtschaftsjournalistin jetzt erläutert, was das Land im Innersten zusammenhält. Ohne Polemik, ideologiefrei, nüchtern und unabhängig. Als ob sie es einigen soeben gelandeten Marsmenschen im Schnelltempo erklären müsste. Ein kleines Lehrbüchlein für alle Stammtischbrüder, selbst ernannten Weltverbesserer und vor allem für jene, die sich und die Gesellschaft noch ändern wollen.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | 08 / 2005 | / 22.08.2005
Zweimal im Jahr pusten die Wirtschaftsverlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Fast keines entgeht uns! Von allen sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen natürlich längst im Magazin. Jetzt kommt das unerkannte Mittelfeld. Endspurt – bevor die nächste Saison beginnt. Und wie immer sind noch einige Entdeckungen dabei. PS: Über die Nachhut hüllen wir uns wie üblich in Schweigen.

Wenn Siemens wüsste, wie wenig es weiß
KlarsichtHüllen. Ein Dialog über Sprache in der modernen Wirtschaft – das neue Buch von Burkhard Spinnen und Eberhard Posner. / 12.08.2005
Alles beginnt harmlos. Ein preisgekrönter Schriftsteller und der Siemens-Kommunikationschef unterhalten sich via E-Mail über Wirtschaft, Unternehmer und Sprachspiele. Ein beherztes Experiment. Wenn nicht der Topmanager wenig bis gar nichts zu sagen hätte. So rettet der Literat das daraus entstehende Buch fast im Alleingang. Mit klugen, persönlichen Gedankenreisen. Mit tapferen Erwiderungen auf das Seichte. Und einer Aufforderung an die Literatur, der provozierenden Selbstständigkeit und Selbstgenügsamkeit globaler Ökonomie mit unabhängiger Sezier- und Utopielust entgegenzutreten. Und Unternehmen endlich als jene Klarsichthüllen zu begreifen, durch die man hineinblicken und etwas verändern kann.

Pseudolinks
Auslaufmodell Staat? – Das neue Buch von Erhard Eppler. / 19.07.2005
Langsam kommt die Propaganda-Show auf Touren. Die Linkspartei will nach historischem Vorbild die Wirtschaft an die Leine nehmen und einen starken Staat, der für das Volk denkt und lenkt. Im Windschatten entdeckt die Sozialdemokratie ihre alten Ressentiments gegen die Wirtschaft. Auch Erhard Eppler spielt die Melodie eines bösen Neoliberalismus, der gefräßig um die Welt zieht und die Menschen in gierige Wesen verwandelt. Doch Achtung: Der Gegensatz von Wirtschaft und Staat ist nur wahltaktische Propaganda. Er lenkt geschickt von der Unfähigkeit ab, diesem Land wieder Leitbilder und Visionen anzubieten.

Die changeX-Sommerklassiker 2005
Eine neue changeX-Serie in 6 Folgen. | Folge 1: Sedna oder die Liebe zum Leben – von Hans-Peter Dürr. | / 14.07.2005
Jeder hat Bücher, die ihn geprägt oder gar in neue, unbekannte Höhen katapultiert haben. Bücher, an die er sich heute noch erinnert, wenn er gefragt wird: Welches Buch war es denn nun wirklich? changeX-Autoren werden über den Sommer Vertreter dieser besonderen Gattung vorstellen. In der ersten Folge erinnert Peter Felixberger an den Heidelberger Ethnologen Hans-Peter Dürr. Vor allem an sein (leider) vergriffenes Meisterwerk Sedna oder die Liebe zum Leben. Bis heute zehrt er von der wunderbaren Erkenntnis: "Die Liebe zum Leben bedeutet für mich, in den Tag hineinleben zu können, bis man etwas bewegt oder bewegt wird."

Xund
Gesundheitswirtschaft. Die Zukunft für Deutschland – das neue Buch von Dietrich H. W. Grönemeyer. / 11.07.2005
Ein bekannter Medizinprofessor hat die Faxen dicke. Schluss mit dem maroden Gesundheitssystem! Auf in die Gesundheitswirtschaft von morgen: Mit Unternehmen, die Präventions- und Gesundheitsprogramme auflegen. Mit Schulen, in denen Bewegung, Ernährung und Lebensführung auf dem Stundenplan stehen. Mit Fitnesszentren, die helfen, Volkskrankheiten und Befindlichkeitsstörungen vorzubeugen. Mit Ärzte- und Krankenhaus-Netzwerken, die bei der schnellen Behandlung und Rekonvaleszenz der Patienten Hand in Hand arbeiten. Sowie einem Medizintechnik-Standort Deutschland, der global zum Gesundheitsland Nummer eins wird.

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Museum der unerhörten Dinge – das neue Buch von Roland Albrecht. / 08.07.2005
Ein Fotograf und Künstler betreibt in Berlin ein kleines Museum der unerhörten Dinge. Eine literarische Wunderkammer, wie er sie selbst bezeichnet, in der die Wirklichkeit ihre unglaublichen Aspekte präsentiert. Kleine, unerhörte Fundstücke und Geschichten jenseits des großen Mediengetrampels. Wenn man die kurzen Anekdoten liest, fühlt man sich gestärkt, wieder seine eigenen Möglichkeiten zu entdecken. Denn es gibt ein Leben jenseits von Hartz IV, Schröder II, Merkel I, Armut im Quadrat und Fernsehverblödung hoch zehn! Dort beginnt das Reich der unerhörten Dinge.

Wir fragen!
Eine changeX-Serie in 30 Folgen. Jeden Freitag neu. | Folge 15: Warum stehen die Dummen ganz oben? | / 01.07.2005
Politiker, Wissenschaftler und Journalisten verschleiern ihre Ahnungslosigkeit vor der Zukunft. Sie tappen im Dunkeln. Ihre Strategie: jede Menge Ablenkungsmanöver. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Die Folge: In den Schlagadern der Macht pulsiert nur mehr zähes Monopolwissen. Das Volk sieht weg. Die neue changeX-Serie hat sich deshalb hinter den Herrschaftszäunen umgesehen. Und stellt Fragen, die auf Zwangslagen verweisen, aus denen immer mehr Menschen keinen Ausweg mehr wissen.

Steht auf, wenn ihr Schweine seid!
Der Absturz – der neue Roman von Günter Ogger. / 21.06.2005
Heute erscheint der neue Ogger. Normalerweise nicht unbedingt der Rede wert. Aber dieses Mal legt der sonst so laue "Nieten-in-Nadelstreifen"-Entlarver ein reichlich spannendes Buch vor – einen politischen Wirtschaftsroman mit großem Verschwörungsgestus. Im Mittelpunkt steht ein Flugzeugabsturz, durch den ein bekannter Großverleger ums Leben kommt. Sein einziger Sohn versucht daraufhin, dem vermeintlichen Unfall auf die Spur zu kommen. Und landet mit seiner afghanischen Freundin mitten im bizarr-kriminellen Milieu von Wirtschaftsbossen, Spitzenbeamten und Politikern. Fiktion? Mitnichten. Vieles scheint ganz eng mit unserer Gegenwart zusammenzuhängen.

1. Person Plural
Die Kultur des Neuen Kapitalismus – das neue Buch von Richard Sennett. / 16.06.2005
Der amerikanische Soziologe Richard Sennett lamentiert wie eh und je. Der flexible Kapitalismus mache den Einzelnen überflüssig. Überall steige die Angst, die Arbeit zu verlieren und nutzlos zu werden. Im schnellen Veränderungstempo verliere der Mensch die Orientierung und die Übersicht über sein Leben. Kein Wunder, dass Sennett sich als Retter der Enterbten aufspielt und zurück in den militärisch-sozialen Kapitalismus will. Mit lebenslanger Sicherheit. Wir sagen: Nein, danke! Das Leben ist anarchisch bunt, schillernd und riskant. Dafür benötigen wir einen alternativen Kapitalismus in Richtung mehr Selbstentdeckung, Selbstständigkeit und Freizeit.

Schnittverteidigung
China – das neue Buch vom Harvard Businessmanager. / 10.06.2005
Bücher über China liegen voll im Trend. Verantwortlich dafür ist der westliche Dollarblick, der China als Produktions- und Absatzmarkt in die Globalisierung einzureihen versucht. Doch Politiker und Manager haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der besinnt sich nämlich mal wieder seiner kulturellen Werte und holt sich geschickt nur ins Land, was zum eigenen Vorteil reicht. Verblendet von der Gier rennen Amis und Europäer ins offene Messer und wundern sich, wie geschickt die Chinesen jede Situation für sich nutzen. Dabei müssten wir nur mehr Tischtennis spielen, um kapitalistische Lebenskünstler zu werden.

Winni Buh
Winning. Das ist Management – das neue Buch von Jack Welch. / 01.06.2005
Alle sagen: Jack Welch war der erfolgreichste Manager der Welt. Wir sagen: Er war nur der beste Erbsenzähler und Risikoangsthase. Seine Angst vor unternehmerischem Risiko verleitete ihn zu einem kruden Vulgärdarwinismus. Mit zwei Grundregeln: Die schlechtesten zehn Prozent der Mitarbeiter feuern. Produkte, die schlechter als Platz eins oder zwei auf dem Markt sind, ebenfalls in die Wüste schicken. Blöderweise applaudieren ihm Kollegen aus der ganzen Welt für diesen blühenden Unsinn. Doch Wirtschaft ist mehr als Profit und Platz eins, sie muss vor allem Menschen integrieren und ihre Bedürfnisse befriedigen.

Die Arbeit los
Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft – das neue Buch von Wolfgang Engler. / 19.05.2005
Millionen von Menschen sind ohne Arbeit. Noch werden sie über die alten sozialen Sicherungssysteme versorgt. Wie lange noch? Ein Ostberliner Kultursoziologe hat jetzt ein außergewöhnliches Buch über das Danach geschrieben. Und eine erste Landkarte einer sozial gerechten, individualisierten Arbeitsgesellschaft vorgelegt. Sein Ansatz: Arme, Arbeitslose und sozial Gefährdete bleiben über ein Grundeinkommen in die Gesellschaft eingebettet. Die Autonomie des Individuums wird von der rein ökonomischen Lohnarbeit befreit. Denn Unternehmen brauchen immer weniger Menschen, um ihren Zweck, Gewinne zu erzielen, zu erfüllen.

Houston, wir haben ein Problem!
Z_magazin – die erste Ausgabe vom Januar 2050. Ein Medienprojekt aus der Zukunft von Z_punkt. / 29.04.2005
Ein Zukunftsmagazin aus dem Jahr 2050. In limitierter Auflage von 1.000 Stück. Man kann es nicht kaufen, denn es wird an ausgewählte Personen verschenkt. Das Ziel: Schon mal an das Übermorgen denken und zum Nachdenken im Voraus anregen. Denn, so die Herausgeber, die Zukunft kommt schneller, als man denkt. Ganz originell, finden wir, aber ein bisschen journalistischer und gewitzter hätte das Ganze ruhig formuliert sein dürfen. Auch wenn das fiktive Interview mit dem 90-jährigen Günter Jauch erstaunlich, ja fast schon bizarr real wirkt.

Pfeile, Linien, Spuren, Signale
Was uns wichtig ist? Das Selbstbild von changeX – eine Erkundungsreise von Hans-Jürgen Frank und Peter Felixberger. / 15.04.2005
Zusammen mit dem Dialogarchitekten Hans-Jürgen Frank® entwickeln wir im Laufe dieses Jahres eine changeX-Landkarte mit Bildern, die in regelmäßigen Gesprächen gezeichnet werden. Ziel ist eine exakte Verortung dessen, was wir denken und tun, schreiben und publizieren. Im Blickpunkt stehen visuelle Textspuren, die Schlüsselinhalte und aktuelle Anliegen sichtbar machen. Am Ende steht ein umfassendes Wissensnetzwerk von changeX, das Anfang 2006 abgeschlossen sein wird. Anregungen und Hinweise von Lesern sind ausdrücklich erwünscht.

Rührt euch!
Was Menschen wirklich bewegt – ein Essay von Peter Felixberger. / 13.04.2005
In der Motivationstabelle steht nicht mehr Geld an erster Stelle, sondern das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Immer mehr Menschen sehnen sich nach wertvoller Arbeit, die ihnen am Herzen liegt. Arbeit, die sie intensiv erleben und in die sie sich eingebettet fühlen. Ansonsten droht die deutsche Wirklichkeit: Dort leben immer mehr Menschen, die nicht eingebunden sind und sich ohne Sinn und Ziel durchs Leben bewegen müssen. Sie verharren im Stillstand. Manche verlieren sogar die Neugier, in den Tag hineinzugehen, um etwas zu bewegen oder bewegt zu werden. Warum fangen wir nicht endlich wieder an, die Bewegungsfreude aller Menschen zu fördern?

Wir fragen!
Eine changeX-Serie in 30 Folgen. Jeden Freitag neu. | Folge 3: Warum macht Arbeiten dumm? | / 08.04.2005
Politiker, Wissenschaftler und Journalisten verschleiern ihre Ahnungslosigkeit vor der Zukunft. Sie tappen im Dunkeln. Ihre Strategie: jede Menge Ablenkungsmanöver. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Die Folge: In den Schlagadern der Macht pulsiert nur mehr zähes Monopolwissen. Das Volk sieht weg. Die neue changeX-Serie hat sich deshalb hinter den Herrschaftszäunen umgesehen. Und stellt Fragen, die auf Zwangslagen verweisen, aus denen immer mehr Menschen keinen Ausweg mehr wissen.

Geld frisst Glück
Die glückliche Gesellschaft. Kurswechsel für Politik und Wirtschaft – das neue Buch von Richard Layard. / 06.04.2005
Die Menschen heute sind nicht glücklicher als vor 50 Jahren. Obwohl sie reicher und gesünder geworden sind. Was wiederum beweist: Geld ist nicht alles. Das wissen wir zwar schon längst. Aber wie ein Wirtschaftsprofessor von der London School of Economics das Thema beackert, ist höchst beachtenswert. Mit Siebenmeilenstiefeln pflügt er durch alle Glücksstudien dieser Welt, um am Ende festzustellen: Das eigentliche Ziel ist das größtmögliche Glück aller, auch wenn wir dieses Ideal nie erreichen werden. Nicht mehr das eigene Glück, sondern das Gemeinwohl ist also das größte Glück auf Erden. Ein wahrer Humanist, Applaus!

Wir fragen!
Eine changeX-Serie in 30 Folgen. Jeden Freitag neu. | Folge 2: Warum ist Lehrern so langweilig? | / 01.04.2005
Politiker, Wissenschaftler und Journalisten verschleiern ihre Ahnungslosigkeit vor der Zukunft. Sie tappen im Dunkeln. Ihre Strategie: jede Menge Ablenkungsmanöver. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Die Folge: In den Schlagadern der Macht pulsiert nur mehr zähes Monopolwissen. Das Volk sieht weg. Die neue changeX-Serie hat sich deshalb hinter den Herrschaftszäunen umgesehen. Und stellt Fragen, die auf Zwangslagen verweisen, aus denen immer mehr Menschen keinen Ausweg mehr wissen.

Zügeln, bügeln, prügeln!
Politik für alle. Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft – das neue Buch von Oskar Lafontaine. / 15.03.2005
Ein Etikettenschwindel ersten Ranges: der neue Lafontaine. Kommt auf leisen Sohlen als Plädoyer für mehr Solidarität und soziale Gerechtigkeit daher und endet schließlich im deutschtümelnden Rechtsdrall. Deshalb Vorsicht vor der neosozialen Demagogie, einen gesunden Volkskörper erhalten zu wollen. Ausländer, Manager und Reiche sind darin nicht willkommen. Denn sie leben als Schmarotzer auf die Kosten anderer, sagt Lafontaine und will ein strenges, autoritäres Regime, das sie zügelt, bügelt und schurigelt. Mental und finanziell. Die Stammtische haben wieder eine neue Führungskraft!

Die jungen Säcke, überall
Schöne junge Welt. Warum wir nicht mehr älter werden – das neue Buch von Claudius Seidl. / 09.03.2005
Ein bekannter Publizist hat Angst vorm Älterwerden. Er sucht einen Ausweg. Dabei landet er in der Kultur der immer 35-Jährigen. Immer jung und immer 35! Ein Älterwerden findet nicht mehr statt. Der Grund: Wir sind Menschen ohne Gedächtnis. Wieso sich an ein Leben ohne Substanz erinnern? Wieso noch aufbegehren und rebellieren, wenn die Stagnation zur Triebfeder eines gelungenen Lebens geworden ist? Visionen schieben wir sowieso nur noch vor uns her. Umsetzen sollen sie die Jungen. Doch die beginnen gerade, die Vorteile der Substanzlosigkeit zu erkennen. Was also tun, wenn Biografien in den Tumulten des Augenblicks untergehen? Ein Generationenbuch, das schonungslos den Zeigefinger auf uns alle richtet.

Robin, nimm deinen Hood!
Kein schöner Land. Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit – das neue Buch von Heribert Prantl. / 07.03.2005
Heute erscheint der neue Prantl. Der Politik-Chef der Süddeutschen Zeitung schwingt sich zum Robin Hood der Arbeitslosen auf. Er will den Reichen nehmen und den Armen geben. Doch Deutschland ist nicht Sherwood Forest. Keine Zeit für Romantik! Das Industriezeitalter geht zu Ende. Während die Wirtschaft mit Siebenmeilenstiefeln und Milliardengewinnen voranschreitet, laufen Demokratie und Sozialstaat Gefahr, abserviert zu werden. Das darf nicht sein. Soziale Gerechtigkeit ist ein Menschenrecht und muss erhalten werden. Nur wie? Die Reichen schröpfen, der Wirtschaft Fesseln anlegen, von oben nach unten regulieren? Kapitalismus als Haifischbecken? Das ist der Holzweg.

Einer für alle!
Das Ende der Konzerne – das neue Buch von Joel Bakan. / 02.03.2005
Alles begann in den Kaffeehäusern in London. Die ersten Kapitalgesellschaften wurden Ende des 17. Jahrhunderts gegründet – und gleich wieder verboten. Erst der Kapitalhunger der industriellen Revolution spülte sie wieder nach oben. Heute haben die Konzerne mehr Macht als einst Könige und Päpste zusammen. Ein kanadischer Juraprofessor hat diesen Wirtschaftskrimi auf höchst profunde Weise nacherzählt. Jenseits von dogmatischer Kapitalismuskritik. Als juristische Person haben Konzerne einzig die Aufgabe, den Profit der Kapitaleigner zu erhöhen. Kraft Gesetz! Warum aber sind Konzerne juristisch nur sich selbst und nicht dem Gemeinwohl verpflichtet? Hier beginnt das eigentliche Nachdenken über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.

Kaufen bis zum letzten Hemd
Sales Tales. Die 20 größten Irrtümer über den Verkauf – das neue Buch von Wolfgang Schur und Günter Weick. / 28.02.2005
Gute Verkäufer sind Mangelware. Im großen Discountspiel werden sie nicht mehr gebraucht. Dort geht es um Tiefstpreise und Geiz-ist-geil-Getue. Der Einkauf ist bei ALDI & Co. längst so perfektioniert, dass der Verkauf auch ohne Verkäufer stattfinden kann. Das Autorenerfolgsduo Schur und Weick bricht trotzdem eine Lanze für den guten Verkäufer. Seine Kardinaltugend: Sich für den Kunden interessieren, ihn verstehen und akzeptieren lernen. Verkaufspsychologisch gesehen, wünschen sich die meisten Kunden nämlich Verkäufer, die interessante Ansichten, Anregungen und Wissen einbringen. Verkäufer, die man ernst nehmen kann, weil sie einem Achtung entgegenbringen. Dann darf's auch ruhig etwas mehr kosten.

Ungesteuerlich
Wie schreibt man ein neues Steuergesetzbuch? – Ein Interview mit Michael Eilfort. / 18.02.2005
Die Stiftung Marktwirtschaft hat 50 Experten in einer Kommission versammelt, um komplett neue Steuergesetze zu schreiben – von der Einkommensteuer über die Gewerbe- bis zur Körperschaftsteuer. Das Ziel: Egal, wer die Bundestagswahl 2006 gewinnt, jede neue Regierung soll ein ausgearbeitetes Paket vorfinden, das durchgerechnet und praxistauglich ist. Koordiniert wird das Mammutprojekt von Michael Eilfort. changeX-Autor Jörg Hackeschmidt sprach mit ihm über das Vorhaben und über die dafür notwendige Unabhängigkeit im politischen Haifischbecken Berlin.

Mit voller Sprengkraft voraus
Der dressierte Bürger. Warum wir weniger Staat und mehr Selbstvertrauen brauchen – das neue Buch von Reinhard K. Sprenger. / 17.02.2005
Heute erscheint der neue Sprenger. Ein Buch mit Sprengkraft, zumindest in weiten Teilen. Denn der Autor fordert den Opferclub der 80 Millionen Trantüten auf, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und sich aus der Umklammerung des Staates zu befreien. Leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn man auf die staatliche Machtergreifung der individuellen Lebenswelten in den letzten Jahrzehnten blickt. Der Staat reguliert heute alles, bis in den letzten privaten Winkel. Doch die Menschen wenden sich ab: Sie arbeiten immer mehr schwarz und hinterziehen die Steuer. Sprenger zeigt dafür Verständnis und fordert radikale Steuersenkungen, den Abbau aller Subventionen und die weitgehende Abschaffung des Beamtentums. Die Menschen sollen sich selbst steuern.

Wir retten den Fußball!
Die 10 Gebote! – Ein Einwurf von Peter Felixberger. / 07.02.2005
Rosenmontag. Ein Land im Rausch. Abgelenkt von der Tristesse. Ansonsten: korrupte Schiedsrichter, fußballernde Windeier, schafspelzige Funktionäre, geifernde Journalisten. Zustände wie auf dem Balkan, schreibt die spanische Tageszeitung El Pais. Wie konnte es nur dazu kommen? Wimmern die Fans. Alle sind schuld. Sagt changeX-Chefredakteur Peter Felixberger und hat deshalb auch einen umfassenden Maßnahmenkatalog aufgestellt. Zuvor wirft er jedoch einen Blick in die Geschichte. Denn man glaubt es kaum: Ganz früher war Fußball mal ein Fairplay-Spiel.

Chaos erwünscht!
Von Menschen und Ameisen. Denken in komplexen Zusammenhängen – ein Standardwerk von Alberto Gandolfi. / 21.01.2005
Was bedeutet Komplexität? Und was hat sie mit der Arbeitswelt zu tun? Eine ganze Menge, sagt ein Biologe und Unternehmensberater. Denn die Eigenschaften von komplexen Systemen gelten auch für Unternehmen. Für sie alle gilt, dass nichts Genaues gilt. Komplexe Systeme sind nicht kontrollierbar, unvorhersehbar, aber nur genau deswegen kreativ und innovativ. Was wir natürlich nicht akzeptieren. Wir ersetzen Komplexität durch Kompliziertheit, wollen jeden Fehler von vornherein ausschalten, machen dadurch aber alles noch komplizierter. Am Ende blickt keiner mehr durch. Strom- und Telefonnetze klappen zusammen, Flugzeuge stürzen ab, Umsätze brechen ein. Wenn wir nur wüssten, was eine Ameise weiß!

Alles Vererbung
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 23.12.2004
Die Übenichts laden am ersten Weihnachtsfeiertag nahe Familienmitglieder ein. Anfänglich reden alle aneinander vorbei. Doch die Geldgier lockt die Gäste aus der Reserve und bündelt die Interessen. Man will gemeinsam an das Erbe der reichen Tante. Ein Hauen und Stechen beginnt. Am Ende fährt die Erbtante mit allen Beteiligten Schlitten, ohne dass sie es merken. Denn die Würfel sind bereits andernorts gefallen.

Mensch. Arbeit. Mensch.
www.mensch-arbeit.de. Beratung im Internet – ein Bericht von Peter Felixberger. / 17.12.2004
Kurz vor Weihnachten wollen wir ein Projekt empfehlen, das gerade beginnt, auf eigenen Beinen zu stehen. Bisher alimentiert von Kirche und Staat soll es jetzt selbstunternehmerisch tätig werden. www.mensch-arbeit.de ist ein Internetportal, das Menschen in der Arbeitswelt via E-Mail-Chat berät. Ehrenamtliche Berater kümmern sich um Leute, die sich in schwierigen beruflichen Situationen befinden. Existenzangst, Mobbing, Schulden, finanzielle Probleme oder Panik vor der täglichen Jobhölle. Der Vorteil für Unternehmen liegt auf der Hand: Sie helfen ihren Mitarbeitern bei deren Konflikten und Problemen. Ein aktiver Beitrag zu mehr Arbeitszufriedenheit und besserer Work-Life-Balance!

Die besten Bücher des Jahres 2004
Ausgewählt von der changeX-Redaktion. / 09.12.2004
Knapp 180 Bücher haben wir dieses Jahr wieder rezensiert. Haben mit über 100 Experten und Autoren Interviews und Hintergrundgespräche geführt. Jetzt ist es Zeit, die Besten zu küren und die größten Flops des Jahres zu benennen: das beste Buch, der beste Ratgeber und der größte Flop. And here are the results of the changeX-jury!

Bist du zu schwach, sind sie zu stark!
Glossar der Gegenwart – das neue Buch von Ulrich Bröckling, Susanne Krasmann und Thomas Lemke. / 30.11.2004
Die Suhrkamp-Kultur hat jetzt ein Glossar der Gegenwart vorgelegt. 44 Begriffe werden einer Standortbestimmung unterzogen. Von A wie Aktivierung bis Z wie Zivilgesellschaft. Das Problem ist nur: Die Begriffe werden überwiegend in die abgestandene Schwarz-Weiß-Sauce der alten Katastrophenküche getunkt. Gewürzt mit der scharfen Erkenntnis: Die Wirtschaft durchdringt und zerstört alle Lebensbereiche. Nach dem Essen aber kommt es beim Leser zu Blähungen. Zu oft wurde ihm schon vorgegaukelt, wie schwach und wie wenig vorbereitet er auf den Turbo-Kapitalismus sei. Schwarz und weiß blüht der Enzian!

Krise? Welche Krise?
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 19.11.2004
Leo ist stolz auf seinen neuen High-Tech-Autohimmel aus den USA. Im Handel kommt er prächtig an. Doch ein Unfall auf der Autobahn bringt Ungemach. Die Autohimmel sind hochgiftig und gefährlich für jeden Autofahrer. Sofort beginnt die Krisen-PR bei Melkedes. Und der Schuldige ist schnell gefunden: Leo Übenichts. Von den Medien und der Konzernleitung wird er durchs Dorf getrieben. Völlig verzweifelt landet er auf der Couch im Wohnzimmer, wo sich das Blatt jedoch wendet.

Für kein Geld der Welt
30 dreiste Lügen über Geld. Befreie dein Leben. Rette dein Geld – das neue Buch von Peter Koenig. / 18.11.2004
Es gibt viele Verblödungsratgeber über Geld. Wie man es scheffelt und vermehrt, wie es einen glücklich, reich, unabhängig und sonst was macht. Alles Blödsinn, sagt ein englischer Finanzexperte und entlarvt unsere mentalen Lügengebäude im Umgang mit Geld. Sichtbar wird eine Illusionsmaschinerie, die den Blick auf das eigene Selbst verhindert. Das Paradoxon im Umgang mit Geld liegt darin, dass man vordergründig immer mehr davon benötigt, aber sich gleichzeitig immer mehr von seiner persönlichen Menschwerdung entfernt. Man scheffelt ein Leben lang und am Ende hat man vergessen, was man eigentlich wollte. Die Verbindungsstücke zum Selbst sind gekappt. Sie jedoch wieder zu restaurieren ist die eigentliche Quelle heutigen Reichtums.

Lobbying pur
Europäer beraten Europäer. | Folge 7: Markus Schindler, Chef von Pleon Österreich. | / 16.11.2004
Pleon ist ein neues europäisches Beratungsunternehmen. Seine Vision ist ungewöhnlich: Die Intelligenz der einzelnen Länder und Regionen für eine gemeinsame Netzökonomie nutzen. In den nächsten Monaten begleiten wir diese einmalige Mission mit Reportagen und Essays. Aus einem Europa, in dem zusammenwächst, was zusammengehört. Heute: In der Pleon-Niederlassung in Wien sitzt einer der besten Networker des Landes.

Spiel mir das Lied vom Wettbewerb
Willkommen in der Wirklichkeit. Wie Deutschland den Abstieg vermeiden kann – das neue Buch von Nikolaus Piper. / 26.10.2004
Heute erscheint das hoffentlich letzte Deutschlandretter-Buch der hiesigen Makropublizistik. Nikolaus Piper, Wirtschaftschef der Süddeutschen Zeitung, hat es geschrieben. Seine Thesen: mehr Wettbewerb, weniger Staat. Mehr Unternehmen, weniger Gewerkschaft. Mehr Wagemut. Zum Beispiel länger arbeiten, auch ohne Lohnausgleich. Geringere Löhne, wo es sein muss. Oder die Abschaffung des gesetzlichen Rentenalters. Allseits bekannte Gebetsmühlen. Das Mantra des Wettbewerbs. Noch einmal hübsch und lehrreich präsentiert. Aber ohne visionäre Strahlkraft. Denn leider bleibt Piper in der alten, makroökonomischen Stillstandsdiagnostik stecken.

Ihr Kinderlein kommet!
Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm! Über die Zukunft der Musik- und Medienindustrie – das neue Buch von Tim Renner. / 25.10.2004
Die Musikindustrie ist längst in Richtung austauschbarer One-Hit-Wonder, körperloser Hit-Compilations und börsennotierter Musikfirmen abgedriftet, in denen das Shareholder-Denken jede Kreativität abwürgt. Verzweifelt wird der Verblödungskommerz auf der Siegerstraße gehalten. Doch die Umsätze schmelzen dahin. Der 40-jährige Ex-Chef von Universal fordert jetzt die radikale Abkehr von alten Geschäftsmodellen. Im Januar dieses Jahres ist er ausgestiegen. Er buchstabiert eine neue Medienwelt, in der viele Sender auf viele Empfänger treffen. Wo Qualität in Mikromedien auf loyale Kundschaft trifft. Ein großartiges Buch, das Alt und Neu aufs Vortrefflichste verbindet!

Trendbüro Hollywood
"Radikale Trends. Die manipulierte Zukunft" – die neueste Ausgabe der Zeitschrift GDI_IMPULS 3.04. / 13.10.2004
Ein ganzes Heft im Großkonjunktiv ferner Zukunft. Das Züricher Gottlieb Duttweiler Institut hat eine außergewöhnliche Ausgabe seiner Hauspostille herausgegeben. Mit dem Ziel, das Unmögliche zu erkunden. Es geht um fliegende Autos, plastische Menschen oder um Marktforschung mit Hilfe der Kernspintomografie. Um Handys im Zahn und per Fingerspitze. Allesamt radikale Gedankenexperimente für künftige Produkte. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit über diese technologische und lebensweltliche Entfesselung nicht stärker debattiert werden müsste. Es wird nämlich langsam Zeit, wenn nicht nur Marketingstrategen und ihre wissenschaftlichen Erfüllungsgehilfen über unsere Zukunft entscheiden sollen.

Die neue Bürgerwehr
Arbeit im Schatten. Wo Deutschlands Wirtschaft wirklich wächst – das neue Buch von Friedrich Schneider. / 06.10.2004
Die Deutschen sind fleißige Schwarzarbeiter. Allein dieses Jahr erwirtschaften sie 364 Milliarden Euro. Knapp 17 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: 1975 waren es noch weniger als 30 Milliarden Euro. Was erschwerend dazu kommt: Eine breite Öffentlichkeit betrachtet die Schattenwirtschaft nur mehr als Kavaliersdelikt. Schuld ist die staatliche Regelungswut und die hohe Steuern- und Abgabenlast. Sagt ein österreichischer Volkswirtschaftler und macht konkrete Vorschläge, die Schwarzarbeit zu reduzieren. Zum Beispiel eine monatliche Pauschale in Höhe von 500 Euro mit geringem Steuersatz. Oder die komplette Rückzahlung der Mehrwertsteuer für arbeitsintensive Dienstleistungen.

Der Schlaf des Gerechten
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 24.09.2004
Ein kurzer Büroschlaf reißt Übenichts aus der Wirklichkeit. Im Traum pflügt er als Sheriff durch das Unternehmen. Und sorgt für Recht und Ordnung. Auf seinem staubigen Weg regelt er das Zusammenleben auf neue Art. Ein Koch erstickt dabei fast, ein ehemaliger Vorgesetzter wird mit kindlichen Demütigungen konfrontiert, der Vorstandsvorsitzende muss eine flammende Rede für der Ohnmächtigen dieser Welt über sich ergehen lassen und ein Kollege für eine falsche Reisekostenabrechnung büßen. Am Ende erinnert sich Übenichts nur daran, dass er zwei Stunden geschlafen hat. Unterdessen ist nicht viel passiert.

Offen.Sicht.Licht.
Zitate und Bilder von der 1. changeX Open Space Conference in Berlin. / 21.09.2004
Es kommen immer die Richtigen, lautet eine der Grundregeln im Open Space. Wie wahr! Deshalb trafen sich Leser, Redakteure und Autoren von changeX letzten Freitag in Berlin. Die Teilnehmer waren begeistert. Von einem intensiven und inspirierenden Tag mit Diskussionen, Networking und Austausch. Alles rundherum zur Frage: Wie wollen wir morgen leben und arbeiten? Lesen Sie kluge Zitate und Fragestellungen aus den zahlreichen Workshops. In den Hauptrollen: Querdenker, Lebenskünstler, Selbstentdecker, Menschenfreunde, Weitblicker, Aufbrecher und Risikojongleure! In Text und Bild.

Sunburst Yellow
Adventure Capitalist. The Ultimate Investor's Road Trip – das neue Buch von Jim Rogers. / 09.09.2004
Drei Jahre lang fährt ein erfolgreicher US-Investor mit seiner Frau in einem knallgelben Mercedes durch die Welt. Sie bereisen 116 Länder und stellen sich überall die gleiche Frage: Welches Land ist fit für die Zukunft? In welches Land könnte man investieren? Mit der Kapitalistenbrille durch die Welt – eine bizarre Perspektive. Aber wunderbar zu lesen, wenngleich derzeit nur auf Englisch. Man lernt den globalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft von unten kennen. Sozusagen von Mensch zu Mensch. Deutschland wird leider nur am Rande erwähnt. Unerhört, aber verständlich, wenn man liest, wo überall auf der Welt Aufbruch statt Verkrustung angesagt ist.

Gegenreformation
Die Reformlüge – das neue Buch von Albrecht Müller. / 08.09.2004
Mitten in der Reform-Mania meldet sich ein alter politischer Haudegen zu Wort und packt das Blabla bei den Hörnern. Kenntnisreich und messerscharf seziert er die markigen Sprüche der Reformer als Denkfehler, Mythen und Legenden. Und versucht den Beweis anzutreten, dass die derzeitigen Aussagen über den maroden Zustand der Republik vorn und hinten nicht stimmen. So kann man schnell zum Vorreiter der aufkeimenden Es-wird-wieder-besser-Bewegung werden. Seine Vorschläge indes sind mau: Der Staat soll mit Investitionen die Konjunktur und die Stimmung im Lande ankurbeln und endlich den sozialen Ausverkauf des Landes beenden. Leider aber spielt die Zukunftsmusik woanders, entgegnet changeX-Chefredakteur Peter Felixberger.

Die Gutmanager aus Harvard
Manager. Was gute Führungskräfte ausmacht – das neue Buch des Harvard Businessmanager. / 02.09.2004
Er oder sie ist nicht nur ein Umsatzkeiler, Profitoptimierer und Kostenminimierer. Nein, ein guter Manager von heute ist jemand, der das ganze Spektrum seines Gefühlslebens kennt. Der sein mangelndes Selbstwertgefühl ebenso einschätzen kann wie die Speichellecker um ihn herum. Der reflektierend, analytisch, weltgewandt, kooperativ und ein Macher ist. Der intensiv lebt und nicht zu impulsiv ist. Der weiß, ob er ein Visionär oder ein Verwalter ist, und dementsprechend seine Talente gewichtet und einsetzt. Kurzum: Das neue Harvard-Business-Buch ist wieder eine kurzweilige Sammlung von Klassikertexten und kleinen, genialen Fundstücken. Als geistige Anregung für zwischendurch!

Brit-Pop-Management
Die wunderbare Welt der Wirtschaft – das neue Buch von Barry J. Gibbons. / 26.08.2004
Mehr gesunder Menschenverstand würde die Welt um einiges leichter machen. Sagt der britische Bestsellerautor Barry J. Gibbons. Der Managementaussteiger ist ein Meister der Selbstironie und ein polemischer Stehgeiger gegen alle kruden Ordnungsregeln im Management. Seine Bücher rufen nicht nur zur Rebellion gegen Buchhalter und Finanzkontrolleure auf. Sondern auch gegen den Unsinn immer neuer Managementmethoden. Dabei entlarvt er messerscharf die Unzulänglichkeiten und Verwerfungen in der Arbeitswelt.

Im Schwitzkasten der Liebe
Liebe. Eine Abrechnung – das neue Buch von Laura Kipnis. / 12.08.2004
Heute erscheint eines der radikalsten Sachbücher des kommenden Bücherherbstes. Eine amerikanische Medienwissenschaftlerin setzt zum Abgesang auf die Ehe als Zwangsformatierung der Liebe an. Heraus kommt eine Hommage an Ehebrecher, Alltagsrebellen und Monotonieflüchtlingen. Kurz gesagt, an alle Abtrünnigen, die eine starke Vision persönlicher Freiheit haben. Der Großteil lebt weiter in wirtschaftlichen, politischen und privaten Kerkern wie abgerichtete Pudel, die Männchen machen und nach Lobesworten und Hundeleckereien japsen. Die Liebe im Würgegriff gesellschaftlicher Zwänge – mit strikter Arbeitsdisziplin.

Glück ist, nichts zu begreifen!
Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück – das neue Buch von Francois Lelord. / 29.07.2004
Ein französischer Psychiater wirft seinen Job hin, geht auf Weltreise und fragt überall nach, was Glück ist. Seine Erfahrungen packt er in ein Buch. Und siehe da: Es gibt auch Glücksratgeber jenseits der immergleichen Mischung aus esoterischem Alles-ist-möglich und praktischem Nichts-ist-unmöglich. Hier lauert das Glück überall, egal ob bei einer chinesischen Prostituierten oder in einer amerikanischen Durchschnittsfamilie. Glück passiert einfach, ohne tausend komplizierte Rätsel aufzugeben. Am Ende fühlt sich der Leser fast weise, obwohl er eigentlich nur gelesen hat, was er immer schon geahnt hat.

Übenichts & Friends
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 16.07.2004
Der alljährliche Abteilungsausflug wird vorbereitet. Eine gemeinsame Floßfahrt soll es sein. Die Personalabteilung bekommt davon Wind und will eine neue Schnüffelmethode bei Mitarbeitern ausprobieren. Einige unvorhergesehene Ereignisse sorgen während der Floßfahrt für ein unterhaltsames Beiprogramm. Zu guter Letzt wird der Schnüffler entsorgt. Doch der ist gerissener, als Übenichts & Friends denken. Mit einem knackigen 6-Punkte-Programm versaut er ihnen den Sommer.

Wirtschaft kommt an
Wirtschaft. Worauf es wirklich ankommt – das aktualisierte Taschenbuch von Frank Lehmann. / 12.07.2004
Frank Lehmann ist der Börsenmann im Ersten. Der unerschrockene Lausbub auf dem Börsenparkett. Ein unbestechlicher Chronist, der nur eines gelten lässt: Fakten. Denn wer sie kennt, kann sich den Luxus einer eigenen Meinung leisten. Der TV-Anchormann führt uns mit Sachverstand durch die Geschichte der Wirtschaftstheorien und Nobelpreise, definiert die neue Wirtschaftswelt und deutet an, was morgen in der Arbeitswelt wehtun wird. Schade nur, dass er oft mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Mehr Diskussion hätte seiner sonst überaus gelungenen Bestandsaufnahme gut getan.

Keine Zeit. Tut mir Leid.
fast forward. Essays zu Zeit und Beschleunigung – das neue Buch von Hartmut Rosa. / 07.07.2004
Fernsehen macht blöd. Denn was wir dort wahrnehmen, hat mit unserem Leben nichts zu tun. Fernsehen reagiert nicht auf unsere Bedürfnisse und Stimmungen. Es hinterlässt keine Spuren in unserer Erinnerung. Vor der Glotze vergeht die Zeit im Fluge, ohne etwas zu hinterlassen. Trotzdem schauen die Deutschen immer länger fern. Sie sehen teilnahmslos zu, wie eine bescheuerte Sache nach der anderen passiert. Dabei ist der Aus-Knopf nahe. Auf den man ganz allgemein auch dann drücken sollte, wenn einem das Lebenstempo zu schnell wird. Denn wir haben das Recht auf unsere eigene Geschwindigkeit. Beim Arbeiten, Essen, Entspannen und Lieben. Mal langsam, mal schnell, wie es beliebt.

Opa Schowski
Deutschland 2020 – der neue Zukunftsreport von Horst W. Opaschowski. / 05.07.2004
Vor 16 Jahren veröffentlichte Horst W. Opaschowski seine erste Studie: Deutschland 2000. Nun hat er die nächsten 16 Jahre im Visier: Deutschland 2020. Doch seine Strategie ist schnell durchschaut: Erst macht er den Deutschen Angst. Der Wohlstand sinkt, die Arbeit geht aus, der soziale Kitt wird brüchig. Dann legt er ihnen die Hand auf die Schultern und rät: Lenkt euere Energien auf die Welt jenseits von Erwerbsarbeit und böser Ökonomie. Lasst die Maschinen arbeiten und kümmert euch wieder um Familie, Haus und Garten. Leider aber befindet sich diese Mischung aus konservativer Familienromantik, linker Konsumkritik, pädagogischem Zeigefinger und priesterlichem Starrsinn auf dem falschen Dampfer.

Auf zum letzten Gefecht!
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 24.06.2004
Eine Berater-Crew pflügt durch die Melkedes-Etagen. Sie verkündet das Evangelium der harten Effizienzsteigerung bis zum letzten Gefecht. In Übenichts’ Abteilung, die gerade ein erfolgreiches Projekt abgeschlossen hat, lautet das Credo: Weiterbildung wird künftig aus der privaten Tasche bezahlt und mit Urlaubstagen belastet. In Gedanken zettelt Leo eine Revolte an und geht mit den anderen auf die Barrikaden. Bei einem Cappuccino im Kantinencafé plätschert aber dann alles belanglos aus. Und neues Unheil droht.

Mein Kopf gehört mir
Mehr intelligente Kopf-Spiele – das neue Buch von Vera F. Birkenbihl. / 21.06.2004
In der Schule lernen wir, unsinnige Daten und Fakten zu pauken und sie roboterhaft wiederzugeben. Später gehen wir in Seminare und kaufen Bücher, um es wieder zu verlernen. Eine, die davon seit vielen Jahren profitiert, ist Vera F. Birkenbihl. Sie versucht uns Werkzeuge und Methoden an die Hand zu geben, wieder mehr assoziativ zu denken und spielerisch lernen zu lernen. Zum Beispiel mit ABC-Listen, Metaphern- und Zitaten-Spielen. Hinter allem steht ein positives Menschenbild: In jedem Menschen steckt mehr Wissen und Kreativität, als er glaubt.

Genug. Es reicht. Jetzt.
Zur Lage der Welt 2004 – das neue Buch des Worldwatch Institute in Washington. / 16.06.2004
Der Konsum ist der Motor unserer Wirtschaft. Um ihn am Laufen zu halten, wandert die Genug-Messlatte immer weiter nach oben. Genug ist nie genug. Der neue Worldwatch Report ruft deshalb zur Umkehr auf. Statt Wohlstand propagiert er Wohlergehen: 1.000 Euro im Monat, Freunde haben, ein sinnvoller Job und Hauptsache gesund. Weniger hetzen, weniger arbeiten und weniger Geld ausgeben. Einfach mal langsamer leben und das Leben wieder genießen. Blöderweise kann dies im Westen aber nur derjenige, der im Wohlstand lebt. Der Rest versauert in Pendelzügen, plündert Aldi-Regale und glotzt TV.

Gute Bürger
Living at Work-Serie | Folge 22 | – Peter Felixberger über Corporate Citizenship. / 04.06.2004
Bürgerschaftliches Engagement ist ein viel zitierter Begriff in Feiertagsreden. Unternehmen im Einsatz für das Gemeinwohl? Manager als gute Bürger? Widerspricht das nicht der Logik von Profitmaximierung und Effizienzsteigerung. Nein, beweisen immer mehr Firmen. Gesellschaftliches Engagement lohnt sich. Am Ende stehen bessere Mitarbeiter und zufriedenere Kunden.

Weichmacher
Von der Menschenführung zur Lebensführung. Führung im Dialog – das neue Buch von Ulf D. Posé. / 02.06.2004
Führen ist einem in die Wiege gelegt. Man verlernt es nie. Derart blühender Unsinn hält sich hartnäckig in deutschen Chefetagen. Ein Berater räumt auf mit dem Klischee: Führen, so sein Credo, will gelernt sein. Zu diesem Zweck schickt er einen Managerjüngling in den Dauerdialog mit einem lebensklugen Managersenior. Schritt für Schritt entsteht ein umfangreiches Führungsbrevier. Unbedingte Pflichtlektüre für unberechenbare Choleriker und selbst ernannte Industriekapitäne! Einziger Nachteil: Es klingt zu ideal, um wahr zu sein. Das wirkliche Leben ist zu wild und ungestüm.

Der Weg zum Ruhm
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 21.05.2004
Eines Tages wird Übenichts für eine Mitarbeiter-Serie in der Unternehmenszeitschrift ausgesucht. Ziel ist es, Melkedes als Familie von einfachen, fleißigen Menschen darzustellen. Bald stehen Reporter- und Filmteam vor der Türe. Leider läuft der Termin nicht so, wie ihn die Übenichts geplant haben. Ein Rosendorn bringt alles ins Wanken, ein Frauengespräch wieder alles ins Lot. Zwei Wochen später kommt die böse Überraschung. Übenichts ist entsetzt, wie die Medienwelt funktioniert: Servile Agenturchefs, hochnäsige Schreiberlinge und aalglatte Kommunikationsbosse.

Narziss und Geldmund
Führer, Narren und Hochstapler. Die Psychologie der Führung – das neue Buch von Manfred F.R. Kets de Vries. / 19.05.2004
In vielen Chefetagen tummeln sich seltsame Wesen: Narzissten, emotionale Analphabeten und Hochstapler. Kets de Vries, einer der führenden europäischen Management-Experten, erklärt ausführlich, wie sie ihre eigene Position und Wichtigkeit zementieren und auf die Bedürfnisse Anderer von oben herabsehen. Er beschreibt Menschen, die niemanden an sich heranlassen und sich für andere nicht interessieren, die konsequent auf Nummer Sicher gehen und sich in einer Atmosphäre der Mittelmäßigkeit einrichten. Kets de Vries zeigt aber auch, wie man über seinen Schatten springt: Gute Chefs managen sich selbst und helfen anderen dabei, dies zu lernen.

Kohle fördern
Online gegen Print – das neue Buch von Peter Glotz und Robin Meyer-Lucht. / 17.05.2004
Eine neue Medienstudie zeigt ganz klar: Die großen Printmedien stehen künftig in einem heftigen Wettbewerb mit den großen Online-Nachrichtensites. Es ist ein Kampf um Reichweiten und Auflagen, ein Kampf um die besten Futterplätze im großen Werbemarkt. Was aber passiert mit den journalistischen Mikromedien? Von den Futtertrögen des Werbemarkts werden sie vertrieben. Welche Wege werden sie gehen? Bezahldienste oder Abo-Modelle einführen, zusätzliche PR- und Werbeeffekte für die Anzeigenkunden schaffen. Auch changeX steckt mittendrin in dieser Debatte und fragt sich, was seine Leser denken?

Neues aus der Problem-Metzgerei
Twin Star. Lösungen vom anderen Stern – das neue Buch von Ben Furman und Tapani Ahola. / 10.05.2004
Probleme regieren Land und Leute. Von früh bis spät werden sie aufs Butterbrot geschmiert. Dann kommen die Gscheithanseln und schneiden die Probleme kurz und klein. Im Hamsterrad treffen die Problematiker sich zu ihren schnittigen Duellen: Anklage, Verteidigung, Retourkutsche, wieder Angriff. Zwei amerikanische Psychologen haben jetzt eine Methode entwickelt, wie man diesen Aufschneidern helfen kann, Probleme in Ziele zu verwandeln, und sie dazu motiviert, die von ihnen gesetzten Ziele zu erreichen: "Reteaming". Wer wissen will, wie es in der Arbeitswelt funktioniert, erhält hier eine präzise Einführung. Pflichtlektüre für alle Besserwisser!

Schlaflos in Germany
wir schlafen nicht – der neue Roman von Kathrin Röggla. / 03.05.2004
Eine Offenbarung im wahrsten Sinne des Wortes: der Roman einer 33-jährigen Schriftstellerin aus Berlin. Das Ergebnis eines langes Gesprächsprotokolls mit Beratern und Managern. Sichtbar werden Empfindungen, Floskeln und Selbstvergewisserungen der erfolgreichen Statthalter in der modernen Arbeitswelt. Jener Macher also, die unsere Gegenwart gestalten. Dahinter verbergen sich allerdings Abgründe. Aus Selbstüberschätzung wird Selbsttäuschung, aus Selbstsicherheit wird Selbstverarschung. Stück für Stück entsteht die Chronik einer breit angelegten Selbstanalyse – eines längst überfälligen Blicks in den Spiegel, der uns alle angeht.

Angst ist nur ein anderes Wort
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 29.04.2004
Leo Übenichts wird eines Tages von einer Panikattacke überfallen. Er glaubt an einen Herzinfarkt und landet im Krankenhaus. Doch er ist kerngesund. Angstgefühle halten ihn in Bann. Bis Laura, seine Ehefrau, Bereichsleiter Mehring als Wurzel allen Übels identifiziert. Minutiös bereitet sie ihren Mann auf eine Revolte vor. Am D-Day aber bringt die Sanftmut der Kollegen Übenichts auf die richtige Erkenntnisspur: Er ist anders als Ehefrau und Nachbarn! Ein Hundehaufen wünscht schließlich einen schönen Feierabend.

Jägerlatein
Das große Jagen. Auf der Suche nach dem erfolgreichen Leben – das neue Buch von Martin Hecht. / 19.04.2004
Was bedeutet heute Erfolg? Prestige und Selbstachtung. Von anderen geliebt werden und sich selbst gut fühlen. Dafür wird das Leben immer aufwändiger inszeniert. Mit dem Ziel, sich ständig zu vergewissern, wie erfolgreich man ist. Wir alle folgen diesem Lebensstil bedingungslos, sagt ein Publizist. Doch er vergisst, dass die homogene Erfolgsgesellschaft längst tiefe Risse aufweist. Immer mehr müssen draußen bleiben. Die Wohlstandsgesellschaft bricht auseinander. Was aber ist ein zeitgemäßer Erfolgsbegriff? Den Grad der Selbstbestimmung für jeden Einzelnen drastisch erhöhen, erwidert Peter Felixberger.

Gestatten, Langohr
Warum Zuhören lohnt – ein Gespräch mit Karolina Frenzel, Michael Müller und Hermann Sottong über Storytelling und das Harun-Al-Raschid-Prinzip. / 06.04.2004
Rein ins Büro, raus aus dem Büro. Dazwischen zehn, elf, zwölf Stunden Maloche. Führungskräfte, die ihren Arbeitstag derart gestalten, verlieren schnell den Weitblick. Und fühlen sich allein. Frenzel, Müller und Sottong sagen dazu: Selbst schuld! Mitarbeiter denken mit, fühlen mit. Das erfährt, wer seine Ohren öffnet und sich einweihen lässt in die geheime Kaffeeküchenwelt. Dort werden Geschichten erzählt, die klar machen, was das Unternehmen ist und was es in Zukunft alles sein kann.

Nie mehr Goethe!
Die Bildungslüge. Warum wir weniger wissen und mehr verstehen müssen – ein Gespräch mit Werner Fuld. / 01.04.2004
Deutschlands Schulen leben noch im 19. Jahrhundert. Unnützes, veraltetes Wissen vernebelt den Schülern die Sinne. Sie werden immer dümmer, weil ihnen das notwendige Wissen für Gegenwart und Zukunft vorenthalten wird. Schluss mit Goethe, Sinuskurven und Ablativ! Ein Publizist rät zur Abschaffung von Mathematik & Co. in ihrer bisherigen Form. Auf den Lehrplan treten neue Fächer: Ästhetik, Design, Mode und Medien. Ziel ist die Wahrnehmung der Welt, in der wir aktuell leben.

Schule des Lebens
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 19.03.2004
Schulen bereiten nicht fürs Leben vor, sondern erfüllen nur mehr ihren bildungsbürgerlichen Selbstzweck aus dem 19. Jahrhundert. Wer den Nürnberger Trichter nicht aushält, wird aussortiert. So auch der Sohn der Übenichts, der die Schule plötzlich verweigert und einen praktischen Beruf erlernen will. Leo ist außer sich und sieht die Familienehre in ernsthafter Gefahr. Lange kämpft er gegen die Freiheitssehnsucht seines Sohnes, bis er sich einem weiteren Lernauftrag in seiner Biografie fügt. Und langsam versteht, welche Bildungslügen in diesem Land begangen werden.

Kreativ & Co.
Die Zukunft des Wettbewerbs – das neue Buch von C.K. Prahalad und Venkat Ramaswamy. / 15.03.2004
Zwei indische Wirtschaftsprofessoren denken über eine demokratische, globale Gesellschaft nach, in der die Rechte, Bedürfnisse und Werte der Menschen Vorrang haben. Und zwar so, dass sie immer und überall berücksichtigt werden. Wie das im Wirtschaftsleben aussehen könnte, darüber haben Prahalad und Ramaswamy jetzt ein ausführliches Werk vorgelegt. Darin versuchen sie auszubuchstabieren, wie eine Wirtschaftswelt der unbegrenzten Möglichkeiten tickt, in der die Verbraucher bestimmen, was sie konsumieren wollen. Das Ziel: Die Wiederaneignung der Wirtschaft durch den Menschen!

Yo-Yo
Yo – eine Reise zum Glück für Manager und andere gestresste Leute – das neue Buch von Jörg Zobel. / 08.03.2004
Wenn keiner mehr so richtig weiter weiß, feiern die Märchenerzähler fröhliche Urständ. Kein Wunder, dass sich Manager in diesem Bücherfrühling im Märchenwald wiederfinden. Ein Topmanager der Puma AG macht den Anfang. Er erzählt von einer Art frühkapitalistischer Seehundkolonie in der Antarktis. Und von der Abenteuerreise eines Grüblers, der sich auf die Suche nach dem Glück begibt. Heraus kommt ein buntes Potpourri aus banaler Feierabendpsychologie, weltreligiösen Poesiesprüchen sowie kräftigem Geld-ist-nicht-alles-Gedöns. Wenn das nicht der Stoff ist, aus dem Bestseller gemacht werden.

Maximale Selbstoptimierung
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 27.02.2004
Unternehmen wissen allzu gerne, was in den Köpfen ihrer Mitarbeiter vorgeht. Um das herauszukriegen, wird allerlei Forschung betrieben. Auch bei Übenichts und Kollegen. Sie sollen ab sofort ein Job-Tagebuch führen und ihre Leistungen darstellen. Daraus soll eine Selbstoptimierungsstudie entstehen. Alle sind plötzlich gezwungen, richtig motiviert und engagiert zu sein. Das geht zu weit. Die Firmenleitung beendet das Experiment und tut lieber, was es kann: Es senkt die Kosten und entlässt Mitarbeiter.

For Sale
Der große Ausverkauf – das neue Buch von Paul Krugman. / 23.02.2004
Paul Krugman ist das unabhängige Gewissen in der amerikanischen Wirtschaftspublizistik. Seit Jahren schreibt der renommierte Wirtschaftsprofessor für die New York Times viel beachtete Kolumnen. Jetzt hat er die wichtigsten Texte von Januar 2000 bis Januar 2003 in einem Buch zusammengestellt. Am Pranger steht eine Clique von Mächtigen, die ein ganzes Land an die Wand fährt. Eine messerscharf kommentierte Reise durch das Bush-Amerika, vorbei an Staatsverschuldung und Wählertäuschung, Buchführungstricks und Korruption, Marktversagen und Lügen.

Die Achse des Antriebs
Motivation. Was Manager und Mitarbeiter antreibt – das neue Buch des Harvard Businessmanager. / 16.02.2004
Neun von zehn Deutschen sind im Job demotiviert. So lautet das Ergebnis der aktuellen Gallup-Studie. Schuld ist oft der Chef. Solange er die Mitarbeiter als Problem betrachtet und sie deshalb an die Kontrollkette legen will. Und solange er ihnen täglich den Marsch bläst, eine andere Einstellung fordert oder ihnen sagt, was sie zu tun und zu lassen haben. Völlig falsch, rufen Motivationsexperten. Motivation beginnt damit, den Anderen verstehen zu wollen, ihn als Person zu achten. Wie man die richtige Beziehungsqualität jenseits von Macht und Peitsche findet, dem versucht der Harvard Businessmanager auf die Spur zu kommen. Leider in sehr unterschiedlicher Qualität.

Die Gesellschaftsdiener
Unternehmerische Wohltaten: Last oder Lust? – das neue Buch von Kaevan Gazdar und Klaus Rainer Kirchhoff. / 09.02.2004
Corporate Citizenship, Stakeholder Value, Sustainable Development oder Sponsoring: Wie sieht die Realität hinter diesen Begriffen wirklich aus? Eher düster, wenn man die Hochglanzreise durch Hunderte von Unternehmensbeispielen hinter sich gebracht hat. Denn vielerorts regiert noch immer das Kosten-Nutzen-Denken. Was bringt es mir, andere zu unterstützen? Genau so denkt der klassische Sportsponsor und stellt Millionenbeträge zur Verfügung, um sich mit Positivimage aufzuladen. Doch echte gesellschaftliche Verantwortung beginnt mit dem Dienst an der Allgemeinheit: als Wissens- oder Zivildienstleister! Unternehmen müssen der Gesellschaft dienen, und nicht umgekehrt.

Nachtigall, ich hör dir trapsen!
Die dritte Revolution der Wertschöpfung – das neue Buch von Dietmar Fink, Thomas Köhler und Stephan Scholtissek. / 04.02.2004
Berater entdecken gerade den letzten Kostenschweiß, den sie den Unternehmen aus den Rippen herauspressen helfen. Die Bürokratie ist zu teuer. Der Ausweg: Man verlagert teuere und schwerfällige Geschäftsprozesse extern an flexible und billige Dienstleister. Doch halt, das war alles schon mal da: in den Hochzeiten der Lean Production und des Lean Managements. Ein Fachhochschul-Professor und zwei Berater singen dennoch das Hohe Lied einer neuen Wertschöpfungsrevolution. Nichts Neues, sagt Peter Felixberger, da kommt der alte Wolf nur im neuen Schafspelz daher.

Immer wieder freitags
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 30.01.2004
Sportvereine sind Abziehbilder des unternehmerischen Alltags. Besonders Golfklubs. Wie im richtigen Leben findet dort irgendwann jeder seinen Platz. Auch Leo Übenichts. Nachdem er kurz vom schnellen Aufstieg träumen darf, wird er jäh wieder dort geparkt, wo er hingehört. Ein eifernder Beobachter der Oberen und Mächtigen. Ein Kartenhalter im großen Pokerspiel.

Unter dem Pflaster liegt der Strand
Menschen im Aufbruch – Eine changeX-Serie. | Folge 13 | / 29.01.2004
Viele Dampfplauderer in Politik und Medien reden von Wandel und Veränderung. Doch Land und Leute fühlen sich wie im Schraubstock. Kein Vor und Zurück. Nicht überall. In den Nischen und Zwischenräumen, im Verborgenen und abseits des tumben Mainstreams kommt frischer Wind auf. changeX-Autoren haben sich auf die Suche nach Menschen gemacht, deren Verständnis von Wirtschaft und Arbeit konstruktiv anders ist. Die Alternativen vorleben und nicht mit den Wölfen heulen. Heute: Tom Noeding ist Gründer des Empfehlungsnetzwerkes MEETINGplus. In verschiedenen deutschen Städten treffen sich Gleichgesinnte wöchentlich zum Business-Frühstück. Sie netzwerken bei Kaffee und Croissants, bevor sie ins Büro gehen.

USS Stiglitz
Die Roaring Nineties – das neue Buch von Joseph E. Stiglitz. / 14.01.2004
Paul Krugman, Joseph E. Stiglitz, Lester Thurow – die Großmoguln der amerikanischen Wirtschaftspublizistik erläutern im diesjährigen Bücherfrühling den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Den Auftakt macht Nobelpreisträger Stiglitz, der als Berater des früheren US-Präsidenten Clinton tätig war. In seinem heute erscheinenden Buch analysiert er noch einmal die tosenden Wellen der 90er Jahre und die wirtschaftspolitischen Irrungen und Wirrungen eines ganzen Jahrzehnts. Aus allererster Hand. Aus diesen Fehlern lernend fordert er ein neu austariertes Gleichgewicht zwischen Marktautonomie und staatlichen Eingriffen. Doch viele Menschen wollen nicht länger am Gängelband von Wirtschaft und Politik zappeln.

Durch die Falltür in den Hades
Der Fall Jane Eyre – der neue Roman von Jasper Fforde. / 12.01.2004
Endlich auf deutsch: Jasper Ffordes erstes Buch seiner Trilogie der Abenteuer von Thursday Next. Ein bizarres, eigentümliches Werk über die Zukunft. In einem Großbritannien, das sich dem Leser als geballte Ladung wirrer Menschen und Ereignisse präsentiert. Die Story: Ein irrer Psychopath hält das Land in Atem. Mittels eines Prosaportals dringt er ins reale Geschehen der Meisterwerke der Weltliteratur ein und verändert deren Handlung. Romanhelden verschwinden, Ereignisse werden verdreht, Vergangenheit wird gelöscht. Wer über die Gegenwart rätselt, erhält hier eine Mördergrube an Assoziationen.

Liberté, Égalité, Portemonnaie
Das Billigzeitalter – die neue Ausgabe der Zeitschrift GDI_Impuls. / 08.01.2004
Der Kampf um immer tiefere Preise tobt in vielen Branchen. Schnell, flexibel, billig und dennoch profitabel ist das Gebot in der Globalisierung. Der Vorteil des Billigzeitalters: Immer mehr Freie und Gleiche können immer mehr konsumieren. Discounter profitieren davon und schwimmen derzeit auf der Erfolgswelle. ALDI, Lidl, Saturn Hansa und Media Markt können sich freuen. Doch Vorsicht: Niedrige Preise fördern die Abwärtsspirale des Wohlstands. Denn die Unternehmen stehen unter Kostendruck und suchen günstigere Produktionsstandorte. Der Einzelne hierzulande wird arbeitslos oder verdient weniger. Oh Schreck, dann kann er nicht mehr so viel konsumieren. Wer sagt's dem Kanzler?

Leise kriselt der Schnee ...
Fired. Die Krise macht dich besser! – das neue Buch von Karl Niemann. / 07.01.2004
Gut, dass wir in einer Wirtschaftskrise stecken. Endlich Zeit, anders zu sein. Oder so zu sein, wie man will. Neue Möglichkeiten entdecken, Ausschau halten, sein Leben wieder mehr in Eigenregie führen. Hierfür bricht der Autor eine Lanze. Für einen Neuanfang ohne Kompromisse. Und damit nicht alles graue Theorie bleibt, hat er es mit zahlreichen Erfahrungsberichten, Zitaten und Statements von Betroffenen garniert, die einen Neuanfang gewagt haben. Einziger Wermutstropfen: Das Buch ist in schauerlicher Selbstverlagsmanier editiert. Ein gnadenloser Anschlag auf gute Lesbarkeit!

Von Flöhen und Elefanten
Das Phänomen der verschwindenden Mitte – ein Interview mit dem englischen Management-Guru Charles Handy. / 05.01.2004
Der in Irland geborene, fast 70-jährige Charles Handy ist und bleibt die subversive Stimme des Managements. Vor seiner akademischen Laufbahn als Professor an der London Business School war er für Shell tätig. In seinem letzten Buch The Elephant and the Flea widmet er sich der Arbeitswelt im Wandel und nimmt die symbiotische Beziehung zwischen den großen, schwerfälligen Konzernen (den Elefanten) und kleinen, flexiblen Firmen (den Flöhen) unter die Lupe.

changeX wird 3!
Ein Resümee von Geschäftsführer Peter Felixberger. / 02.01.2004
Seit drei Jahren berichtet changeX über den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Unabhängig, kritisch und engagiert. Für 2004 haben wir uns viel vorgenommen: endlich den alten Traum einer englischsprachigen Ausgabe realisieren und weiter die Fahne ehrlichen Qualitätsjournalismus hoch halten. Dafür benötigen wir weitere Content-Anzeigenkunden. Deshalb gilt ab heute unser Spezialangebot: 500 Euro für eine einmalig erscheinende Content-Anzeige im changeX-Partnerforum (für den Zeitraum von 2. 1. bis 30. 4. 2004). Interessierte wenden sich bitte an pf@changeX.de!

Endlich ohne Job
Arbeitslos für Fortgeschrittene – das neue Buch von Dörthe Kaiser. / 30.12.2003
Die Arbeitslosigkeit wird in Deutschland bis zur Besinnungslosigkeit verwaltet. Arbeitsämter, Personalvermittlungsagenturen und Zeitarbeitsfirmen legen zwar täglich einen zappelnden Aktionismus an den Tag. Doch wenig bis gar nichts passiert. Eine arbeitslose Journalistin hat zwölf Monate lang Tagebuch geführt. In einem Dschungel, in dem sich professionelle Helfer in ihrer Wirkungslosigkeit täglich zu überbieten versuchen. Sichtbar wird ein perfektes Arrangement zwischen Täter und Opfer. Denn auch die Autorin gestaltet ihre Ausweglosigkeit aktiv mit. Bis sie die Schnauze endlich voll hat und die einzige richtige Ausfahrt wählt: Sie wird selbstständig.

Christmas with Spam!
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 23.12.2003
Eine Spam-Mail bringt Leo Übenichts kurz vor Weihnachten aus dem Gleichgewicht. Ein vermeintlicher Lotteriegewinn weckt die große Gier. Im Rausch der Fantasie übersieht Übenichts jedoch das Verderben. Und landet mitten in Amsterdam. Es passiert nichts weiter, nur Weihnachten fällt ins Wasser. Trotz holländischer Polizei und chinesischer Glückskekse.

Der Geldhahn tropft
Management wertvoller Beziehungen – das neue Buch von Harald Geißler und Thomas Sattelberger. / 22.12.2003
Geld regiert die Welt. Doch immer mehr Menschen zweifeln daran: Geld ist nicht alles, viele wollen endlich mehr. Zum Beispiel eine interessante Tätigkeit und wertvolle Beziehungen untereinander. Anerkennung und Würde, Sinn und Bildung. Ein Personalentwickler und ein Topmanager zeigen, dass es in Unternehmen morgen mehr auf wertvolle Beziehungen ankommt als heute: zu Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Geldgebern. Ziel sind beiderseitige, freiwillige Gewinnbeziehungen. Denn Menschen geben Vertrauen und Loyalität dann zurück, wenn ihre Bedürfnisse nach Entfaltung und Schutz vor Gefahren berücksichtigt werden. Dann stellen sie Wissen, Kompetenz und Leidenschaft zur Verfügung. Die Basis, um morgen Geld zu verdienen.

Die besten Bücher des Jahres 2003
Ausgewählt von der changeX-Redaktion. / 05.12.2003
Knapp 180 Bücher haben wir dieses Jahr rezensiert. Haben mit knapp 100 Autoren Interviews und Hintergrundgespräche geführt. Jetzt ist es Zeit, die Besten zu küren und die größten Flops des Jahres zu benennen: das beste Buch, der beste Ratgeber und der größte Flop. And here are the results of the changeX-jury!

SchreibenLesenSchreibenLesen
Online-Communities, Weblogs und die soziale Rückeroberung des Netzes – das neue Buch von Christian Eigner, Helmut Leitner, Peter Nausner und Ursula Schneider. / 03.12.2003
Web-Logbücher oder Blogs sowie Online-Communitys sind im Internet beliebter denn je. Solange sie von kommerziellen Zugriffen und Zurichtungen verschont bleiben. Behaupten vier Publizisten. Sie sehen eine neue Medienkultur abseits von Mainstream und Unisono entstehen. Nach dem Motto: Jeder ist ein Medienschaffender. Der User scannt fortlaufend das Netz, liest etwas, schreibt darüber und umgekehrt. Er oszilliert zwischen Lesen und Schreiben. Ein originelles Content-Fundstück oder ein spezieller Link sind die Objekte seiner Begierde. Er fühlt sich als Vertreter eines neuen, unabhängigen Graswurzel-Journalismus. Vertrauen ist der Kitt zu Lesern und Kollegen. Traum oder Wirklichkeit?

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 2 – 12 / 2003 | / 02.12.2003
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor Ende Januar der Bücherfrühling beginnt. PS: Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.
Zu Folge 1.

Schöne neue Welt
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 28.11.2003
Jedes Berufsleben kennt die Augenblicke des Ausbruchs, der Revolte. Irgendeine Chance lugt plötzlich wie ein Bettzipfel hervor. Jetzt nur noch zupacken! Doch kurz davor wird man wieder zurückgerissen und ins Regal gestellt. So wie Leo Übenichts, der sich kurz vor einem Traumjob in Berlin zurückpfeift.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 1 – 12 / 2003 | / 27.11.2003
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor Ende Januar der Bücherfrühling beginnt. PS: Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.

Budgets über Bord
Beyond Budgeting. Better Budgeting – das neue Buch von Niels Pfläging. / 26.11.2003
Budgets kosten viel, bringen wenig und verhindern Innovation und Unternehmertum. Sagt ein Diplomökonom und fordert den völligen Verzicht jeder Budgetplanung. Wir sind begeistert. Endlich zeigt jemand den Kontrollettis in Unternehmen die gelbe Karte. Denn es stimmt: Die weit verbreitete Budgetierung vernichtet Fantasie und Kreativität und programmiert die Mitarbeiter zu erzwungenen Leistungsvereinbarungen. Budgetierung presst Unternehmen in einen Schraubstock und hinterlässt bei Mitarbeitern die berühmte Schere im Kopf. Der Ausweg: Weniger formell planen und viel mehr Platz für strategisch visionäres Denken schaffen. Das beste Managementbuch des Jahres, behauptet Peter Felixberger.

Vertrauen erzwingen
Wege aus der Vertrauenskrise. 18 Lösungsansätze für eine neue Wirtschaftskultur – das neue Buch von Robert Jakob und Jörg Naumann. / 21.11.2003
Manager sind kriminelle Gesellen in moralisch verlotterten Unternehmen. So pfeifen es die Gutmenschen nimmermüde von den Dächern. Die Folge aus den zahllosen Wirtschaftsskandalen: Traue keinem Manager. Er ist sowieso ein Spießgeselle. 18 Autoren haben sich jetzt auf die Suche begeben, wie Unternehmen und ihre Manager wieder glaubwürdig werden können. Das Ergebnis: mehr Kontrolle sowie mehr Verzahnung mit dem Wertekanon der Gutmenschen. Und rechtlich und moralisch einheitliche Regeln. Doch der Kapitalismus lässt sich damit nicht unbedingt zähmen. Denn er gehorcht nur dem Gesetz des größtmöglichen ökonomischen Nutzens. Von oben kann man Moral nicht verordnen. Nur die Rebellion von unten schafft Unternehmen mit größtmöglichen ethischen Nutzen.

Der Kunde in meinem Munde
Vom Unternehmen zum Kundenunternehmen – das neue Buch von Tom Buser, Beat Welte und Thomas Wiederkehr. / 13.11.2003
Die Wiederentdeckung des Menschen ist ein Trend in Wirtschaft und Gesellschaft. Das gilt auch für Unternehmen und ihre Beziehung zum Kunden. Deshalb wird gerade das alte Tante-Emma-Prinzip wiederentdeckt. Wir erinnern uns: "Was hätten's denn gerne? ... Da haben wir genau das Richtige für Sie." Im Zeitalter von Überangeboten und Immergleich-Produkten entscheidet genau diese Antwort. Mit der noch viel zu wenig beachteten Folge: Unternehmen machen künftig Geld, wenn sie die Kunden mehr zufrieden stellen als die Konkurrenz. Wie ein perfektes Kundenunternehmen aussehen könnte, zeigen drei Schweizer Marketingleute auf eindrucksvolle Weise.

Spiel mir das Lied vom Wissen
Intelligente Wissens-Spiele – das neue Buch von Vera F. Birkenbihl. / 12.11.2003
Wir lernen völlig falsch – in Schulen, Universitäten oder Unternehmen. Warum? Weil wir das Wissen vorher stur einbläuen und erst hinterher fragen. Um aber effizient zu lernen, müsste es genau andersherum passieren. Erst fragen und dadurch Assoziationen wecken, dann festigt sich jedes Wissen wie von selbst. Die Birkenbihl hat diese Logik bereits in zahlreichen Büchern durchdekliniert. Jetzt hat sie praktische Wissensspiele vorgelegt, mit denen sie uns auf die richtige Lernfährte lockt. Namensspiele und Wortbilder bis hin zu ABC-Listen und Quiz. Verblüffend einfach, aber mit starker Wirkung!

Alle Viere von sich strecken
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 07.11.2003
Wer viel schuftet, braucht mal eine Pause. Und wer nie krank ist, muss belohnt werden. Deshalb bekommt Leo Übenichts von seinem Chef ein Wellness-Wochenende vom Feinsten geschenkt. Mal richtig ausspannen. Zusammen mit seiner Frau. Doch der Terror aufgedonnerter Wellness-Tempel ist stärker als die Sehnsucht nach Ruhe und Erholung. Leo Übenichts fällt immer tiefer von einem Unglück zum nächsten. Am Schluss aber kehrt er wie Phönix aus der Asche wieder in den Alltag zurück.

Mitten in der Petersilie
Achimowitz. Ein Mann sagt Ja zur Überstunde – das neue Buch von Achim Schwarze. / 05.11.2003
Kleine, fiktive Storys aus dem Management. Tatort: ein internationaler Konzern. Besser gesagt: eine Abteilung mit dem Namen "Sonstiges". Im Mittelpunkt steht Achimowitz, ein braver Mitarbeiter, der sich durch stupide Meetings quält, in aufgebauschten Marktstudien blättert und von unterschiedlichen Managementmoden an- und ausgezogen wird. Und immer wieder staunt vor so viel menschlichem Allerlei. In den Topetagen genauso wie in den Niederungen der Büroflure. Jeder Besserwisser, Hochstapler oder Faulpelz läuft bei ihm ins Leere. Auch wenn er sich unbewusst noch so anstrengt, die Fratze seines Soseins zu zeigen.

Der Wille geschehe
Mit Sicherheit flexibel? – das neue Buch von Christoph Strünck. / 04.11.2003
Viele Menschen haben Angst vor einer flexiblen Arbeitswelt. Vor möglichen Brüchen, Unterbrechungen oder wechselnden professionellen Identitäten in ihrer Arbeitsbiografie. Nur langsam gewöhnen wir uns an zerplatzte Karriereträume und an das Verschwinden der Vollzeitarbeitsplätze. Dabei boomt im Moment nur eines: Mini-Jobs und kurzfristige Beschäftigung. Sind sie Ausdruck einer neuen Freiheit oder eines Arbeitens als permanente Notlösung? Beides, sagt ein Düsseldorfer Politologe. Er hat acht flexible Menschen befragt und sie in die neueste empirische Forschung eingeordnet. Sehr spannend, aber leider ohne Brückenschlag zu einer Neuen Wirtschaft.

Ein wahrer Vogel landet nie!
Wie die Menschen in der Krise ihre Stärken entdecken – ein Essay von Peter Felixberger. / 31.10.2003
Jede Politik basierte bisher auf dem Menschenbild: Der Einzelne ist schwach und muss vom Staat vor allen Widrigkeiten des Lebens beschützt werden. Auf diesem Weg wurden jahrzehntelang Interessen von unten nach oben geleitet. Dort saß der Funktionär und hütete die Interessen seiner Schäfchen. Der Bürger gab seine Verantwortung an der Garderobe ab, erhielt dafür im Gegenzug Eigenheim, Mittelklasseauto und sichere Altersvorsorge. Doch die Menschen sind aufgebrochen, dieses Joch abzuschütteln. Der Einzelne ist stark genug, übernimmt mehr Selbstverantwortung bei der Bewältigung von Risiko und Unglück und managt die Unberechenbarkeit seines Lebensentwurfs.

Sinngemäß
Ist Deutschland noch zu retten? – Das neue Buch von Hans-Werner Sinn. / 28.10.2003
Der bekannteste Wirtschaftsforscher Deutschlands hat die Gardinenpredigt des Jahres verfasst. Seine Forderungen lassen aufhorchen: Mehr arbeiten, weniger verdienen. Mehr Globalisierung und entfesselte Unternehmen, weniger Steuern und Abgaben, weniger Sozialstaat, weniger Bürokratie und Subventionen, weniger Macht für die Gewerkschaften. Im Rausch der messerscharfen Statistiken und Berechnungen schrammt er jedoch an der Globalisierung vorbei. Von neuen ökonomischen und gesellschaftlichen Leitbildern fehlt jede Spur. Am Ende eine Brise zu viel Zahlenstakkato ohne eine Zielvorstellung, wie wir morgen leben und arbeiten wollen.

Orgie gut, alles gut
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 17.10.2003
Unter dem Pflaster liegt das Grauen. Wenn die wahren Gefühle und Ängste zum Ausbruch kommen, brennt bisweilen das ganze Büro. Leo Übenichts erfährt auf einer Betriebsfeier, was in seiner Abteilung steckt. Es beginnt eigentlich ganz harmlos: Die neue Praktikantin feiert ihren Einstand. Doch schnell steigt der Orgien-Pegel. Enthemmte Kollegen ertränken sich in Bacardi Orange und entdecken eigene Abgründe. Am Ende findet Übenichts jedoch ins Bett zu seiner Frau.

Der Mensch, das bekannte Wesen
Driven – das neue Buch von Paul R. Lawrence und Nitin Nohria. / 15.10.2003
Wirtschaft ist mehr als Bilanzgewinn und Quartalsbericht. Behaupten zwei Harvard-Professoren und erklären, welche Antriebskräfte das soziale und ökonomische Leben bestimmen. Eine faszinierende Erkenntnisreise durch die vier großen Triebkräfte, die das menschliche Verhalten seit der Eiszeit bestimmen: Erstens, etwas erwerben und mehr haben als andere. Zweitens, langfristige Beziehungen eingehen, die sich durch gegenseitiges Interesse und Engagement auszeichnen. Drittens lernen, die Welt und sich selbst besser zu verstehen. Und viertens, sich selbst, die Nächsten, seine Überzeugungen und seine Ressourcen vor Schaden bewahren. Alle vier Triebe gilt es in Balance zu halten. Aber wie?

Das Boot ist leer
Die 10 Irrtümer der Globalisierungsgegner – das neue Buch von Markus Balser und Michael Bauchmüller. / 06.10.2003
Etwas spät, aber immerhin melden sich hierzulande zwei Kritiker der Globalisierungsgegner zu Wort. In aller Ruhe konterkarieren sie abgedroschene Ideologie mit Fakten, Zahlen und Statistiken. Das Ergebnis: Die Globalisierung ist keineswegs der Fluch des 21. Jahrhunderts. Im Gegenteil: Sie erhöht die Möglichkeiten, über unser Leben zu bestimmen, und macht die Unternehmen durchsichtiger und kontrollierbarer. Ausbeutung, Sozialdumping und Kinderarbeit werden weniger, wenn der Zugang zum freien Welthandel fair gestaltet wird. Doch davon wollen Europa und die USA wenig wissen. Sie verhindern die Globalisierung für die Schwachen und Armen. Hand in Hand mit den Globalisierungsgegnern.

Im Hilfreich
Corporate Citizenship – eine aktuelle Bestandsaufnahme von Peter Felixberger. / 30.09.2003
Bürgerschaftliches Engagement ist ein viel zitierter Begriff in Feiertagsreden. Unternehmen im Einsatz für das Gemeinwohl? Manager als gute Bürger? Widerspricht das nicht der Logik von Profitmaximierung und Effizienzsteigerung. Nein, beweisen immer mehr Firmen. Gesellschaftliches Engagement lohnt sich. Der scheinbar Stärkere hilft dem Schwächeren. Am Ende stehen bessere Mitarbeiter und zufriedenere Kunden. Die Wege, sich zu engagieren, sind vielfältig. Wer nicht weiß, wie er anfangen soll: Ganz einfach alle Pfennigbeträge auf den Lohnzetteln der Mitarbeiter abbuchen und spenden.

Jeder ist ein Manager
Das Manager Spiel – ein Gespräch mit dem Spiele-Autor Gerhard Grubbe. / 23.09.2003
Manager haben in der Regel Angst vor der Selbsterkundung. In teueren Coachings versuchen sie deshalb, mehr über sich zu erfahren. Es geht aber auch anders: mit einem Rollenspiel und drei bis sieben Mitspielern. Welche sofort und kräftig Feedback geben, wenn eine Manageraufgabe zu lösen ist. Wir haben es ausprobiert und tatsächlich viel gelacht. Die Aufgaben sind teilweise echt knifflig. Oder fragen Sie mal bei Ihrem Personalchef um eine Gehaltserhöhung nach, während Sie Black-out-bedingt die Worte Lohn, Gehalt, Geld und Leistung vergessen haben. Sie haben ab jetzt 30 Sekunden, um Ihren besonderen Wert darzustellen.

War sonst noch was?
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 19.09.2003
Immer wenn sich Manager in Sicherheit fühlen, wartet ein Stück Unglück um die Ecke. Abends, wenn sie ermattet vom harten Arbeitsalltag nach Hause fliegen, hört man sie deshalb ins Handy fragen: War sonst noch was? Sie ahnen es bereits: Jede Sicherheit ist ein Trugschluss. Das Unglück ist immer und überall auf der Lauer. Auch Leo Übenichts muss diese Erfahrung machen. Als er einen Zulieferer über den Tisch zieht, tut er unfreiwillig jemand anderem einen Gefallen.

Endgeld
Wie wir wirtschaften werden – das neue Buch von Stefan Brunnhuber und Harald Klimenta. / 17.09.2003
Die New Economy ist tot, ihre Manager als Lumpen und Bösewichte enttarnt. Viele Wirtschaftsbücher knöpfen sich Ereignisse und Akteure noch einmal vor. Doch abseits publizistischer Moden bohren Wissenschaftler weiter dicke Bretter. Wie sieht zukunftsfähiges Wirtschaften aus? Wohin steuern die Geld- und Finanzmärkte? Ein Wirtschaftssoziologe und ein Volkswirtschaftler haben die entscheidenden Zukunftsszenarien ausbuchstabiert und geprüft. Und ein weitreichendes Reformpaket für die Finanzmärkte geschnürt. Alles höchst aufschlussreich und diskussionswürdig. Es nervt letztlich nur das bekannt scharfe Antiglobalisierungsgewürz, mit der die Studie teilweise versalzen ist.

Ich will regieren
Nachrichten für Optimisten – das neue Buch von Fritz Kuhn. / 15.09.2003
Höchste Vorsicht ist immer dann geboten, wenn Politiker zur Feder greifen, um dem Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft nachzuspüren. Entweder sie verlieren sich im Allerlei schmerzfreier Propaganda oder sie sonnen sich im eigenen Glanze und desavouieren den politischen Gegner. Der grüne Spitzenpolitiker Fritz Kuhn macht alles gleichzeitig: Nur nicht die Wähler verprellen, Verständnis zeigen für Besitzstandswahrer und die Gegner als ideologische Kleinzwerge abqualifizieren. Ein Auf und Ab für den Leser: oft glänzende Analysen und Schlussfolgerungen, dann wieder monotones Polit-Blabla und unverständliche Häme.

Gelb vor Freude, blau vor Wut
Marketing mit Farben. Gelb wie der Frosch – das neue Buch von Erich Küthe & Fabian Küthe. / 11.09.2003
Es gibt Bücher, die man am liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Egal, welche Seite man aufschlägt, man wird sofort in Bann gezogen. Dabei kommt es nicht darauf an, wie bunt und schrill, wie grell und laut einem die Inhalte ins Gesicht springen. Bisweilen liegt in der stoischen Lehrbuch-Ruhe eine unendliche Kraft. In aller Gelassenheit darf sich das Wissen vor dem lesenden Auge entwickeln. Und am Ende belächelt man leise seinen Erkenntnisgewinn. Am Scheitelpunkt der Assoziationen legt man das Buch zur Seite. Und ist gelb vor Freude – wie die Brasilianer sagen.

Vom Eis befreit
Der Befreiungsschlag – das neue Buch von Peter Strüven. / 09.09.2003
Die Retter der Nation sind in diesem Bücherherbst unterwegs. Den Auftakt macht ein Unternehmensberater, der zur großen Befreiungsaktion für Deutschland aufruft. Doch seine Thesen sind altbacken: Arbeit und Leistung sollen sich wieder lohnen, weniger Steuern und Bürokratie, Wachstum um jeden Preis. Wenn die Unternehmen aus ihrem Korsett befreit sind, wird das Land in neuem Glanz erstrahlen. Klingt gut. Das Buch ist trotzdem eine Mogelpackung. Es will die Unternehmen aus dem Schraubstock hoher Lohnnebenkosten, mieser Geschäfte und gewerkschaftlicher Gängelung befreien. Von einem grundlegenden wirtschaftlichen Wandel hat der Autor offenbar noch nichts gehört.

Hilfe, ich habe eine Familie
Family Business – eine neue Studie von Lars Feldmann aus der Trilogie zur Zukunft von Mann, Frau und Familie. / 22.08.2003
Familie ist längst mehr als Papi im Büro und Mama zu Hause. Nur noch ein Viertel aller deutschen Haushalte entspricht dieser Norm. Familie entdeckt neue Modelle: von der Patchwork-Familie bis hin zur Matrixfamily. Lebensplanung heute lautet vielerorts: zuerst Karriere, dann Familie. Diese wird geplant wie ein Projekt im Job. Das Kinderkriegen rutscht nach hinten. Und dann ist es meistens zu spät. Man will oder kann nicht mehr. Und die weiteren Aussichten sind auch nicht besser: Frauen wollen mehr arbeiten, Männer nicht nach Hause, Kinder müssen funktionieren und in der Schule Karriere machen. Der Druck auf alle wächst. Zeit und Geld schwinden. Dienstleister nutzen diese Schwachstellen. Das Family Business hat gute Prognosen.

Zorro statt Zero!
Generation Z – das neue Buch von Reinhard Mohr. / 20.08.2003
Heute erscheint eines der Highlights in diesem Bücherherbst. Zumindest für alle Männer zwischen 40 und 50. SPIEGEL-Redakteur Reinhard Mohr hat sich stellvertretend sein Leben von der Seele geschrieben. Zwar etwas leidenschaftslos und kühl, aber immerhin noch so streitehrlich, dass sich die Generation Z im Spiegel betrachten kann. Eine Reise von der elterlichen Bratkloß-Kultur in die hippe Berlin-Mitte. Die Reiseleitung: ein Konservativer, der das Erreichte bewahren will. In den nächsten 30 Jahren das Leben genießen, Weisheit verbreiten und Glück teilen. Nix da, sagen wir. Zukunft heißt, das Leben herauszufordern, Weisheit zu zertrümmern und das Unglück auszubalancieren. Das Erreichte ist bereits Vergangenheit. No way back.

Jeder ein Philosoph
Wer bin ich? Was will ich? Ein Gespräch mit Wolfgang Aigner über ein selbstbestimmtes Leben in turbulenten Zeiten. / 12.08.2003
Wohlstand, Arbeit und Glück sind in Gefahr. Nichts ist mehr sicher. Die Zukunft sowieso nicht. Wieso können viele damit nicht umgehen? Weil sie das Jetzt-Chaos mit den Ordnungsprinzipien der alten Industriewelt zu bannen versuchen. Was aber nicht funktioniert. Denn Wirtschaft und Gesellschaft werden gerade von Grund auf neu programmiert. Die alte Welt fliegt auseinander. Wer behält dabei noch kühlen Kopf? Nur die Akteure, die wieder die philosophischen Grundfragen stellen. Sagt ein österreichischer Berater und sucht neue Identitätskonzepte jenseits starrer Lebensentwürfe.

Zeit für sich
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 08.08.2003
Downshifter sind Menschen, die auf Karriere, Macht und Geld verzichten, dafür aber Familie, Freunde, Freizeit und Ichzeit ganz wichtig finden. Das Motto: Zeitwohlstand statt materiellen Wohlstands. Auch Leo Übenichts ist unter die Downshifter gegangen. In einer Aktionsgruppe trifft er wöchentlich Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch. Doch das falsche Leben gibt nicht auf. Auf leisen Sohlen erobert es die Herzen zurück. die Herzen zurück.

alt + klug = betrug
Die gierige Generation – das neue Buch von Bernd W. Klöckner. / 06.08.2003
Die Situation spitzt sich zu: Der Rentenkollaps ist vorprogrammiert. Während die Alten abkassieren, sind die Jungen zwischen 30 und 45 die Verlierer. Sie werden immer mehr vom Staat geschröpft, gleichzeitig bleibt ihnen immer weniger für die private Altersvorsorge – ohne die künftig nichts mehr geht. Denn am Ende steht für die heute Jungen eine mickrige Rente und die traurige Erkenntnis, weniger Geld zurückzubekommen als einbezahlt zu haben. Ein 37-jähriger Finanzberater hat sich nun den ganzen Frust von der Seele geschrieben. Messerscharf in der Analyse. Doch die Perspektiven bleiben schwammig und enden in einer verkappten Eigen-PR.

Logo out
Logoland – das neue Buch von Max Barry. / 04.08.2003
Der 30-jährige Computerverkäufer Max Barry aus Melbourne hat ein fulminantes Buch geschrieben. Nicht im Sinne hochwertiger Literatur und differenzierter Erzählkunst. Nein, einen Amoklauf an bizarren Bildern, grotesken Ereignissen und zerfetzten Zukunftsträumen hat er vorgelegt. Ein Was-wäre-wenn-Roman! Was wäre, wenn wir in Wirtschaft und Politik den Schreihälsen und Machtbesessenen, den Besserwissern und Egoisten, den Geldschefflern und Arbeitsplatzvernichtern die Zukunft überließen? Nachzulesen jetzt in Logoland. Und bald zu sehen im Kino. Denn Hollywood hat sich den Stoff schon gekrallt.

Zu künftig!
Megatrends Basic – der neue GDI-Trendreport von David Bosshart und Karin Frick. / 25.07.2003
Die Schweizer GDI-Leute haben fleißig gelesen, exzerpiert und eine Menge Antworten auf die Frage gefunden: Wie läuft der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel in den nächsten fünf Jahren? Sympathisch ist auch, dass sie in ihrer Erkenntnisarbeit bescheiden geblieben sind. Nach dem Motto: Gewiss ist nur, dass die Ungewissheit steigt. Für Einsteiger in die Welten des Wandels ist der Report ohne Wenn und Aber zu empfehlen. Aber der Preis? Horrend. Da dreht sich doch der alte Gottlieb Duttweiler im Grab um. Er galt als Fürsprecher der kleinen Leute. Sein berühmtester Satz: "Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen und nicht das Umsatzdenken."

Golf zwei, setzen drei!
Generation Golf zwei – das neue Buch von Florian Illies. / 21.07.2003
The party is over. Man sitzt wieder zu Hause und schützt sich vor der Wirklichkeit. Frauen tauschen Rezepte aus, kinderlose Paare mit Doppeleinkommen lungern in den Wellnesstempeln herum. Rückzug allerorten. Abwarten ist die Devise. Die Generation Golf entdeckt den Stillstand. Nach Jahren des Bergauf im Hurrastil. Die 68er reiben sich die Hände, beschimpfen die Jungen als oberflächliche, unhöfliche Profilneurotiker und beklatschen das Ende der Spaßgesellschaft. Nur langsam rumort es in der Generation Golf. Sie müssen den Schlamassel der 68er ausbaden. Illies ahnt es und hofft auf mehr gemeinsamen Widerstand, weiß aber nicht genau, wie.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 3 und Ende – 06 / 2003 | / 14.07.2003
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor im August der Bücherherbst beginnt. PS: Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.

Schlag und fertig
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 11.07.2003
Die Zukunft von Mann und Frau steht in den Sternen. Eines aber ist sicher. Es brodelt zwischen Mann und Frau. Die frühere Rollenverteilung steht auf dem Prüfstand. Frauen entwickeln ein neues Selbstverständnis, sind aber hin- und hergeworfen zwischen Patriarchat und Emanzipation. Eine Debatte darüber findet nicht wirklich statt. Bis es kracht an Heim und Herd. Oder beim Italiener um die Ecke. Die Übenichts können ein Lied davon singen.

Nachtrock meets Nachtarock
Liquide – das neue Buch von Don Alphonso. / 09.07.2003
Don Alphonso glaubt, den finalen Dotcomtod-Roman geschrieben zu haben. Im dumpfen Staccato-Indikativ wildert er durch die Münchner New Economy-Szene. Die Hauptpersonen: schmierige Investoren, intelligenzverbeulte Jungmillionäre und korrupte Medienparvenus. Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen sind rein zufällig. Am Ende siegt die Moral. Alle handelnden Personen zahlen ihren Tribut und werden bestraft, weil sich das Böse nicht lohnt. Schöne Moral. Die kennen wir. Unbedingte Pflichtlektüre für Polizisten und Priester!

Mit 17 hat man noch Träume
changeX wird 2,5 Jahre alt! Eine Zwischenbilanz. / 03.07.2003
Zwei und ein halbes Jahr in Echtzeit – nach Internetrechnung knapp über 17 Jahre und damit fast volljährig. Und was jetzt? Peter Felixberger bringt in seiner Halbjahresbilanz das Selbstverständnis von changeX auf den Punkt. Das Ziel: Akteuren und Ideen eine kleine publizistische Heimat geben, in der sie sich selbst und in der sie Firma, Lebensentwurf und Mitwelt verändern dürfen. In einem diskursiven Möglichkeitsraum ohne Grenzziehung, in dem Fährtenleser neugierig Ausschau halten. Nicht nach den Brüllaffen und Besitzstandseseln der Altrepublik, sondern nach den Pferdeflüsterern und Mauerseglern im Neuland.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 1 – 06 / 2003 | / 30.06.2003
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor im August der Bücherherbst beginnt. PS: Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.

Schlachtschüssel
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 20.06.2003
Eine Menge Leute sind in NGOs rund um den Erdball aktiv, um Elend, Armut und Hunger zu lindern. Sie leisten wichtige Basisarbeit vor Ort, häufig unter schweren Bedingungen. Unterdessen analysieren und kommentieren zu Hause Funktionäre, Publizisten und Wissenschaftler die globalen Verwerfungen des Kapitalismus. Ihr Sprachrohr sind die Gazetten der Journale und Zeitungen. Ihr Revier die Tagungen, Podiumsrunden und Seminare. Nicht alle haben dabei ein reines und gutes Herz und verfangen sich bisweilen in den Fallstricken des Allzumenschlichen.

Wir sind das Volk
Parecon – das neue Buch von Michael Albert. / 17.06.2003
In der Wirtschaftskrise wird die Buchstabensuppe der Neuen Ökonomie neu angerührt. Mit Solidarität, Gerechtigkeit, Vielfalt, Selbstmanagement und ökologischer Balance. Zunächst klingt "Participatory economics" oder Parecon wie das intellektuelle Wolkenkuckucksheim eines Gutmenschen. Doch bei näherem Hinsehen merkt man, dass es ein Leben nach dem gefräßigen Kapitalismus ausbuchstabiert. Albert gelingt der Brückenschlag zwischen orthodoxer Globalisierungskritik und dem Modell einer New Economy, das den Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Koolworld
Das neue Heft von Wired – eine unbedingte Empfehlung. / 12.06.2003
Rem Koolhaas entdeckt die Welt neu. Der Architektur- und Designprofessor hat als Gastredakteur in "Wired" einen Atlas für das 21. Jahrhundert veröffentlicht. Neben bunten Grafiken beschreiben Autoren aus aller Welt Räume und Örtlichkeiten, denen die Zukunft gehört: urbane Verdichtungsräume, wandernde Arbeitsplätze, modische Körperwelten und inszenierte Sexräume. Der Aufbruch in neue Raumwelten. Ein absoluter Lesetipp!

Shit happens
Unser effizientes Leben. Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen – das neue Buch von Dirk Kurbjuweit. / 05.06.2003
Die Welt ist böse, die Wirtschaft noch viel mehr. So lautet der Befund des "Spiegel"-Journalisten Dirk Kurbjuweit. Er praktiziert Autobahn-Journalismus. Mit 220 Sachen rast er auf der linken Spur entlang. Die Landschaft saust an ihm vorbei. Es bleibt kein Blick mehr für Details. Wahrgenommen wird ein kaputtes Land, in dem sich die Ökonomie durch blühende Landschaften und in unschuldige Herzen frisst. Hinter dieser Sichtweise verbirgt sich jedoch die pure Ratlosigkeit. Keine Perspektive, kein Aufbruch, kein Wille zum Wandel. Autobahn-Journalisten haben dafür keine Zeit.

Tu nix, macht nix!
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 30.05.2003
Jeder Zehnte ist arbeitslos. Offiziell. Hinzu kommen allerdings die inoffiziellen Arbeitslosen. Gemeint sind jene Mitarbeiter, die täglich in die Firma gehen, aber nichts zu tun haben. Kein Kosten- und Stellenabbau kann ihnen etwas anhaben. Sie werden immer mehr. Sie erscheinen täglich im Büro und organisieren ihr Nichtstun. Und Leo Übenichts ist mittendrin.

Lesen statt dösen, Folge 4
Menschen mit Zukunft – was man unbedingt lesen sollte. Ein Streifzug. | Folge 4 | / 26.05.2003
Mit bleierner Schwere in den Gliedern bewegen sich viele Zeitgenossen durch Beruf und Alltag. Sie sprechen davon, bei aller Beschleunigung irgendwie auf der Stelle zu treten. Frischer Wind und Veränderung werden dringend herbeigesehnt, nur wie und wo finden sie statt? Was kann man als Manager, Kunde, Mitarbeiter oder Privatmensch tun? Unser Tipp: Lesen statt dösen. In einer 4-teiligen Serie fassen wir zusammen, was uns die wichtigsten Vor- und Querdenker der letzten Jahre raten. In Folge 4 steht der Mensch im Blickpunkt.

Die letzte Ölung
Oswald Metzger besuchte die changeX-Redaktion und redete Klartext. / 19.05.2003
Dieser Mann hat Hochkonjunktur. Das neue Buch des grünen Finanzexperten ist in aller Munde. Einladungen zu Talkshows, Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Interviews flattern reihenweise ins Haus. Im changeX-Interview nimmt er kein Blatt vor den Mund. Kritisiert Profilneurotiker im Bundestag, bräsige Gewerkschafter, egoistische Lehrer und Beamte. Seine Warnung ist eindeutig: Wir haben bis 2010 noch Galgenfrist, eine sozial- und arbeitsmarktpolitische Wende herbeizuführen. Wenn wir sie bis dahin nicht hinkriegen, werden wir ab 2011, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, den sozialstaatlichen Super-GAU erleben.

Ausbruch!
Einspruch! – das neue Buch von Oswald Metzger. / 14.05.2003
Ein Grüner wagt den Ausbruch aus alten Denkmustern. Er fordert mehr Selbstverantwortung und Eigenbeteiligung von allen. Um diese Republik wieder auf Kurs zu bringen. Dafür müsse das sozialstaatsverwöhnte Volk endlich mit der bitteren Medizin vertraut gemacht werden: Weniger Rente, mehr private Altersvorsorge! Weniger Gesundheitsleistungen, mehr private Krankenvorsorge! Weniger Steuern, mehr Wirtschaft! Was nach einer neoliberalen Giftmischung klingt, ist ein Brückenschlag zwischen der jetzigen und den kommenden Generationen. Wenn wir jedoch weiter veränderungsresistent bleiben und die Schuldenspirale nach oben drehen, werden die Kinder und Enkel die stinkende Suppe auslöffeln müssen.

Schlechte Welt. Neuester Stand.
Apokalypse und Wandel: Zwei neue Bücher nehmen verschiedene Blickwinkel zur Lage der Welt ein. / 08.05.2003
1.200 Vogelarten sollen im laufenden Jahrhundert aussterben. 10.000 schwangere Frauen sterben jährlich in der Subsahara an den Folgen der Malaria. Das US-Verteidigungsbudget ist mittlerweile so groß wie das gesamte russische Bruttoinlandsprodukt. Willkommen im globalen Horrorkabinett! Einsteigen und Türen schließen. Und mitten durch Tausende von Schreckensnachrichten. Seit Jahrzehnten schleifen uns Medien und Bücher durch Zerstörung und Tod. Doch die Fährtensucher ändern langsam ihre Schocktherapie. Von der gebetsmühlenartigen Wiederholung der Übel hin zur zaghaften Sichtbarmachung, wo und wie der positive Wandel stattfindet.

Work out
Future Work – das neue Buch von Oona Horx-Strathern und Corinna Mühlhausen. / 06.05.2003
Arbeit ist schön, wenn man seine Wünsche und Träume verwirklichen kann. Und auf den Erfolgslianen durch den Erwerbsdschungel schwingt. Wo es einem gefällt, lässt man sich nieder. Zwei Autorinnen aus dem Zukunftsinstitut skizzieren kompetent diese neue schöne Arbeitswelt. Führen den Leser durch Chancenräume, in der altbekannte Ungleichheiten und Deformationen abgeschafft sind: kein Stress, keine Überlastung, keine benachteiligten Frauen im Management und keine entmündigten Senioren. Humane Arbeitswelt – letzter Stand. Leider nicht ganz. Die Kehrseite der Medaille fehlt: gekränkte Arbeitslose, ängstliche Unternehmen in der Krise und verdörrte öffentliche Hände. Wer schafft für sie den Zugang?

Der Firmenwart
Das Unerwartete managen – das neue Buch von Karl E. Weick und Kathleen M. Sutcliffe. / 30.04.2003
Wie kommt das Unerwartete in die Welt? Nicht plötzlich und nicht über Nacht, sagen zwei amerikanische Organisationsforscher. Vielmehr, weil sich Manager oft überschätzen sowie Situationen zu spät und falsch einschätzen. Man beharrt auf traditionellem Wissen und früheren Erfolgen. Setzt auf Sicherheit und Routine. Doch die Wirtschaft und ihre Abläufe sind unübersichtlicher denn je. Der Wandel erfordert Flexibilität und permanente Anpassung. Und eine Kultur der Achtsamkeit mit neuen Regeln: Entscheidungen werden dort getroffen, wo Kompetenz ist. Man konzentriert sich auf das, was schief gehen kann, nicht auf das, was funktioniert. Man scannt das Aktuelle, um der unerwarteten Bedrohung keinen Schwung zu geben. Eines aber übersehen die Autoren: Sie begründen damit eine neue Argwohn- und Misstrauenskultur.

Lesen statt dösen
Mitarbeiter der Zukunft – was man unbedingt lesen sollte. Ein Streifzug. | Folge 3 | / 29.04.2003
Mit bleierner Schwere in den Gliedern bewegen sich viele Zeitgenossen durch Beruf und Alltag. Sie sprechen davon, bei aller Beschleunigung irgendwie auf der Stelle zu treten. Frischer Wind und Veränderung werden dringend herbeigesehnt, nur wie und wo finden sie statt? Was kann man als Manager, Kunde, Mitarbeiter oder Privatmensch tun? Unser Tipp: Lesen statt dösen. In einer 4-teiligen Serie fassen wir zusammen, was uns die wichtigsten Vor- und Querdenker der letzten Jahre raten. In Folge 3 steht der Mitarbeiter im Blickpunkt.

Es reicht!
Wer verdient schon, was er verdient – das neue Buch von Walter Pfannkuche. / 23.04.2003
Die ehemalige DDR-Bürgerin Elisa Merten vertraut einem Berliner Privatdozenten ein halbfertiges Manuskript an. Darin führt sie mit Firmenkollegen Gespräche über Wirtschaft und Gesellschaft, über ein Land, in dem wir künftig leben und arbeiten wollen. In dem der Reichtum gerecht verteilt wird, jeder ein Recht auf Arbeit hat und in welchem Moral und Gerechtigkeit keine Fremdwörter sind. Die eigentliche Frage dahinter aber ist: Wie sieht ein gutes Leben jenseits von exklusivem Reichtum und Wohlstand aus? Genau an dieser Frage entzündet sich derzeit eine lebhafte Debatte.

Vertrieben aus dem Paradies
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 17.04.2003
Der deutsche Firmenchef ist in der Tat ein seltsames Wesen. Von seinen Mitarbeitern weiß er oft so gut wie gar nichts. Um dies auszugleichen, unternimmt er bisweilen seltsame Dinge. Bis hin zur monatlichen Einladung von Angestellten zum gemeinsamen Abendessen. Des Kennenlernens wegen. Was zunächst als gute Geste aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als eine ausgeklügelte Falle, unmotivierte Mitarbeiter loszuwerden.

Die Unisono-Kultur
Anmerkungen zu Noam Chomskys neuem Buch Media Control. / 16.04.2003
Noam Chomsky fährt schweres Geschütz auf: Die US-Medien sind nichts als Propaganda-Agenten für Regierung und Wirtschaft. Mit der Aufgabe, die Öffentlichkeit auf Ereignisse einzustimmen, die sie eigentlich ablehnt. Denn ohne Propaganda würde beispielsweise kein Mensch Krieg führen. Wie aber ist die Situation in Deutschland? Darüber schreibt Chomsky nicht, aber wir. Von Meinungsvielfalt sind wir hierzulande weit entfernt. Wer genau hinsieht, erkennt nicht viel mehr als ein dürres Zweimeinungsland. Medienmonopole bereiten das Immergleiche immer gleich für die Immergleichen auf. Schluss damit.

Auf dem Pfad der Untugend
Warum es sich lohnt, faul, unpünktlich und unordentlich zu sein – das neue Buch von Axel Braig. / 08.04.2003
Mit Fleiß, Pünktlichkeit und Ordnung bezahlten Menschen in der Industriegesellschaft das Recht, in Ruhe gelassen zu werden. In der Fabrik, im Büro und im Reihenhaus. Mit Faulheit, Unpünktlichkeit und Unordnung bezahlen Menschen heute den Eintritt ins Abenteuerland und erwerben das Anrecht, in die neue Unübersichtlichkeit aufzubrechen. In der Neuorientierung entdecken sie sich selbst. Und schaffen damit die Voraussetzung, damit wieder mehr Friede in den Büros und Reihenhäusern herrscht. Ein ehemaliger Musiker und Arzt ruft zur Tugendlosigkeit auf, um neue Lebensqualität zu gewinnen.

Unbekannt wie ein bunter Hund
Bunte Hunde – das neue Buch von Ryan Mathews und Watts Wacker. / 03.04.2003
Zwei amerikanische Zukunftsforscher haben ein Weg weisendes Buch vorgelegt. Ihre These: Die Abweichler und Spinner sind in Zukunft die Motoren erfolgreicher Unternehmen. Sie machen sich den schnellen Wandel und die Auflösung alter Kontexte zunutze. Die ungezähmten Ideen an der Peripherie sind der Rohstoff, aus dem künftig glänzende Markterfolge erwachsen. Sie bestimmen, wie der Mainstream aussieht. Egal, wie abwegig sie sind. Absolute Pflichtlektüre für alle, die Neue Ökonomie jenseits von Aktienkursen und Finanzquartalsberichten denken.

Vive la France!
Leo Übenichts – Geschichten mitten aus dem Unglück. / 24.03.2003
Seit Jahren bekämpft man den Konkurrenten am Markt mit allen Mitteln. Kampf Mann gegen Mann, Frau gegen Frau. Dann kommt es urplötzlich zur Fusion. Analysten und Banker sprechen von guten Gründen und glorreicher gemeinsamer Zukunft. Jetzt soll der Feind zum Freund werden. Doch der Zug ist längst abgefahren, der Sturz in den Abgrund ist möglicherweise tief. Wenn die Halteseile reißen.

Zu fest
Das kapitalistische Manifest – das neue Buch von Johan Norberg. / 20.03.2003
Ein 28-jähriger schwedischer Historiker liest den Globalisierungsgegnern gehörig die Leviten. Das Gegenteil ihrer Kapitalismuskritik sei der Fall. Armut und Hunger würden weltweit immer mehr verschwinden, Wohlstand und Demokratie seien unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Norberg lässt Zahlen sprechen. Überzeugend. Zum Schluss aber geht der Gaul mit ihm durch und er verordnet allen Ländern die Globalisierung als beste Medizin. Entweder Wohlstand und Freiheit oder Armut und Diktatur. Das geht zu weit. Freiheit beginnt nämlich mit Selbstbestimmung. Jedes Land und jede Kultur muss selbst entscheiden dürfen, wie viele Scheiben Kapitalismus es sich abschneiden will.

changeX No. 1
Jetzt bestellen: Das erste Buch mit wichtigen Essays, Interviews und Reportagen aus changeX. / 17.03.2003

Der gefesselte Mensch
Auf der Suche nach einer neuen Ordnung – das neue Buch von Ralf Dahrendorf. / 10.03.2003
Wie kann man in einer Welt ohne Halt auf eigenen Füßen stehen? Der Soziologe Ralf Dahrendorf singt das Hohelied eines konservativen Liberalismus. Möglichst alle dürfen sich frei entfalten, wenn ihre Selbstentwicklungslinien in die Werte und Normen des Landes eingebettet sind. Die Menschen müssen nur richtig verzurrt werden, damit sie sich frei fühlen. Am besten mit Nation, Zivilgesellschaft und Demokratie. "Auf, zurück zur Nation!" aber hat ausgedient. Heute gilt: Vorwärts, hinein in die Welt! Voller Risiko und Unschärfe.

Ami, stay here!
An interview with Bill Emmott, editor in chief of the Economist about the rifts between Europe and the US facing the Iraq-crisis, about the US as a world leader and the future of capitalism. | Part 1 | / 06.03.2003
The US are a very imperfect country and globalization is an imperfect process, thinks Bill Emmott, but still both beneficial. Even if people in Europe worry about the style, the aggressive manner of the USA, they need the superpower as an elder brother, guaranteeing safety, trust and stability. Just as we need capitalism. Capitalism is not the problem but the solution to the problems of the developing countries, says Emmott.

Ami, bleib da!
Ein Gespräch mit Bill Emmott, Chefredakteur des Economist, über europäische Missverständnisse bezüglich Amerika und Globalisierung. / 06.03.2003
Die USA und die Globalisierung bergen zwar eine Menge von Gefahren und Risiken, bieten aber letztlich mehr Vor- als Nachteile. Behauptet Emmott und begründet, warum wir den großen Bruder brauchen, der Sicherheit, Vertrauen und Stabilität garantiert. Ein Interview über die Kluft zwischen Europa und den USA angesichts der Irak-Krise, über die USA als Führungsmacht in der Welt und über die Zukunft des Kapitalismus.

Rocco über Bagdad
Leo Übenichts – Geschichten aus dem Unglück. / 28.02.2003
Das Leben ist so einfach. Doch davon wollen Leo Übenichts und Konsorten nichts wissen. Sie machen das Leben so kompliziert, dass es ständig als Problem herumläuft und nach Lösungen schreit. Um es wieder gerade zu biegen, werden Konferenzen einberufen und diplomatische Gespräche geführt. Dann wird gejammert und schuldig gesprochen. Es geht aber auch anders. Zum Beispiel, wenn zersplitterte Schokoriegel vom Himmel fallen.

Na, Omi?
Ein Interview mit Naomi Klein, das nicht stattfand. / 25.02.2003
Über eine Woche haben wir mit Naomi Klein verhandelt, uns ein Interview zu geben. Vergebens. Erstmalig hat jemand changeX einen Korb gegeben. Offenbar hatte Klein keine Lust, kritische Fragen zu beantworten. Nach einigem Hin und Her schrieb uns ihre Assistentin: "Naomi is not available to accept your interview request. Thank you for your interest, I'm sorry that we are not able to work together at this time." Sie uns auch. Wir wollen jedoch die Fragen veröffentlichen. Vielleicht waren sie einfach zu wenig ausgewogen.

Ökonomie im Klein-Format
Über Zäune und Mauern – das neue Buch von Naomi Klein. / 24.02.2003
Naomi Klein ist die bekannteste Unruhestifterin und Demonstrationstouristin. Immer ist sie zur Stelle, wenn es um die Entrechteten und Armen auf dieser Welt geht. Und Subcomandante Marcos zur Großdemo ruft. Ziviler Ungehorsam und Demonstrationsfreiheit sind unantastbare Grundrechte – deswegen ist Kleins Engagement beachtenswert. Doch der 31-Jährigen fehlt es an Weitblick, an intellektuellem Austausch. Abwarten und weiterdemonstrieren ist einfach nicht genug.

Weit und breit nur Amerika
Vision 20/21 – das neue Buch von Bill Emmott. / 20.02.2003
Ein brisantes Buch. Bill Emmott, Chefredakteur des Economist, schreibt, was die Amerikaner in Politik und Wirtschaft bewegt. Es sind die Angst, die globale Führungsrolle in der Weltpolitik zu verlieren, und die Sorge, nicht alle Länder an die eigene Wirtschaftslokomotive anhängen zu können. Die Vision einer amerikanisch dominierten Welt stößt jedoch weltweit immer mehr auf Widerspruch. Obwohl Emmott für das Gute in der amerikanischen Seele wirbt und dafür eine Lanze bricht.

Leben und Lieben im Konjunktiv
Wie Gott in Deutschland – das neue Buch von Daniel Goeudevert. / 18.02.2003
Die Deutschen wird es freuen, wenn der Goeudevert ein Loblied auf sie singt. In diesen lausigen Zeiten. Gastfreundlich, tolerant und modern sei das Land, die Menschen tiefgründig, aufrichtig und konzentriert, im Alltag arbeits- und strebsam. Deutschland in Watte gepackt. Inklusive Ehefrau und Biografie. Heraus kommt aber eine Mogelpackung, sagt Peter Felixberger. Denn Goeudevert kneift vor dem Blick dahinter. Dort, wo die Rätsel warten und es weh tut.

Der Kapitalist muss draußen bleiben
Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher – das neue Buch von Jean Ziegler. / 12.02.2003
Das radikalste Buch des Frühjahrs. Ein Wutanfall, zu Papier gebracht. Eine messerscharfe Abrechnung mit Globalisierung und entfesseltem Kapitalismus. Kein Konjunktiv, nur klare Schuldzuweisungen an die Täter: IWF, Weltbank, Bush und Kumpane. Entweder, oder. Gutmensch oder Bösewicht. Als ob das Elend dieser Welt keine Differenziertheit mehr zuließe. Doch Ziegler arbeitet mit derselben Ausschlusslogik wie die Täter, die er an den Pranger stellt. Ein gefährlicher Drahtseilakt, analysiert Peter Felixberger.

Kratzen, wo es juckt
Ein Gespräch mit Georg C. F. Greve über die Free Software-Bewegung in Europa. / 11.02.2003
Freie Software für alle! Optimal und individuell angepasst an die einzelnen Bedürfnisse. Dagegen sind Monopolisten wie Microsoft mit ihren standardisierten Massenprodukten nicht mehr zeitgemäß, weil sie nur an sich selbst denken. Sie handeln überdies äußerst unklug. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die neuen Spielregeln der Free Software-Bewegung genügend Anhänger gefunden haben. Was hinter Free Software steckt und ob es ein Leben jenseits von Microsoft Word gibt, erläutert ein echter Szene-Kenner.

Brand auf. Brand ab.
Die neue Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brand eins – eine kleine Blattkritik. / 07.02.2003
Es ist schon ein Kreuz. Jeden Monat fällt einem die neue "brand eins" auf den Schreibtisch, man blättert zunächst etwas schüchtern durch und liest dann das Heft gierig bis auf den letzten Satz aus. Es gibt wenige, die neue Ökonomie und gesellschaftlichen Wandel so kräftig durchkneten wie die Kollegen in Hamburg. Auch wenn nicht immer alles neu ist.

Warum Bully Bush aus Angst zubeißt
Kapitalkiller Konflikt – das neue Buch von Claudia Däubner und Ernst Pavlovic. / 31.01.2003
Die Falken haben derzeit Oberwasser. Egal ob in der Wirtschaft oder in der Politik. Säbel rasseln allerorten, laut und scheppernd. Konflikte aber löst man in beiderseitiger Zuwendung. Vor allem, um die dahinter lauernden Verlustängste zu bändigen. Was für Lieschen Müller am Arbeitsplatz gilt, hilft auch Bully Bush in Washington. Durchsetzungsvermögen und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Jetzt zeigt sich, wer ein kompetenter Konfliktlöser ist. In jeder Chefetage und in jeder Werkshalle.

Wer hat Angst vorm Dobermann?
Ein Vortrag von Peter Felixberger auf der DGB-Bildungstagung "Internet und Ökonomie". / 24.01.2003
Jeder zehnte Erwerbstätige ist arbeitslos. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger und Armen steigt stetig an. Die Unternehmenspleiten erreichen Rekordhöhe. Städte und Gemeinden sind pleite. Doch anstatt zu handeln, laufen die Deutschen davon. Weit werden sie nicht kommen. Denn was ihr Land braucht, ist eine neue Wirtschaft jenseits von Ellbogen und Konkurrenz um jeden Preis. Ein Plädoyer für Mut, Entschlossenheit und Eigeninitiative.

Wenn die Lösung das Problem ist
Krisenmanagement beginnt mit dem Begreifen der neuen Spielregeln. Das aber wird systematisch verhindert, behauptet Peter Felixberger. / 14.01.2003
Der Morastpegel steigt. Doch anstatt den Stöpsel zu ziehen, halten Unternehmer an ihrer Strategie fest. Anstatt zu investieren, entlassen sie Personal. Anstatt Nischen zu erschließen, stampfen sie Projektideen ein. Anstatt die Kaufkraft zu stärken, verziehen sie sich ins Ausland. Politiker sind da nicht viel besser. Auch sie verschärfen mit ihren alten Antworten die Krise. Was also tun? Alle in die Wüste schicken? Nein. Es gibt nur einen Weg: Scheuklappen runter. Die Welt dreht sich sonst ohne uns.

Ogger Dir einen!
Die Ego-AG – das neue Buch von Günter Ogger. / 10.01.2003
Der Bücherfrühling wirft seine ersten Schatten voraus. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Unternehmer und Manager als böse Scharlatane stehen dieses Mal ganz oben auf der Agenda der Wirtschaftsliteratur. Günter Ogger eröffnet den Reigen. Jedoch ein dürftiges Machwerk, das eigentlich nur oberschüler-brav die Wirtschaftsskandale der letzten Jahre nacherzählt und von einer Betrüger-Wirtschaft faselt. Ogger haut auf den Stammtisch. Mehr passiert nicht.

changeX wird 2!
Ein Resümee von Geschäftsführer Peter Felixberger. / 30.12.2002
3,2 Millionen Seitenabrufe haben uns in diesem Jahr erreicht – nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Ausland. Deswegen an dieser Stelle: Vielen Dank! Denn die Resonanz zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg. Und mit uns immer mehr Menschen, die dem Ancien Régime den Rücken kehren. Wind frischt auf in diesem Land. Er darf noch stärker werden!

Fürchtet euch nicht!
Die Weihnachtsgeschichte für alle changeX-Leser von Peter Felixberger. / 20.12.2002
Noch nie war Weihnachten so wertvoll wie heuer. Zur Aufmunterung oder zur Stärkung der Abwehrkräfte oder einfach, um Zeit zu gewinnen. Wir wünschen allen unseren Lesern den richtigen Zeitpunkt zum Rückzug aus dem Jammertal und zum Aufbruch in neue Abenteuer. Und diese kleine Geschichte legen wir als Geschenk mit unter den Weihnachtsbaum.

Im Kopf des Kunden
Ein Gespräch mit Marc Minor über das Coaching der Zukunft. / 18.12.2002
Jeder kennt es: Wieder fünf Seminare besucht und kaum etwas gelernt. Zwar hat man hübsche Rezepte und Lehrbuchparolen gehört, aber geholfen haben sie nicht. Die eigenen Probleme sind viel komplexer. Genau hier beginnt der Coach Marc Minor mit seiner Arbeit. Das Ziel: Kompetenz und Selbstmanagement des Gecoachten so zu erhöhen, dass er die Probleme selbst in den Griff bekommt. Der Kunde lernt dabei, immer besser mit anspruchsvollen Situationen im Alltag umzugehen.

Zwischenschlag
Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 4 | / 16.12.2002
Es ist wieder so weit. Die Bücher-Saison neigt sich ihrem Ende. Die besten Titel haben wir bereits besprochen. Eine Handvoll wird uns noch in den kommenden Wochen begleiten. Doch lassen Sie uns zwischendurch den Blick auf das große Mittelfeld richten. Und schauen, ob sich die ein oder andere Investition nicht doch noch lohnt.

Die besten Bücher des Jahres 2002
Ausgewählt von changeX-Redakteuren und Autoren. / 11.12.2002
Knapp 150 Bücher haben wir dieses Jahr rezensiert. Haben mit über 80 Autoren Interviews und Hintergrundgespräche geführt. Jetzt ist es Zeit, die Besten zu küren und die größten Flops desJahres zu benennen: Das beste Buch, der beste Ratgeber, der beste Wirtschaftsroman, das beste Buch über die Zukunft, der größte Flop. And here are the results of the changeX-jury!

Die bewegte Schule
Zwei höchst unterschiedliche Wege aus der Bildungsmisere – die neuen Bücher von Konrad Adam und Heide Marie Voigt. / 10.12.2002
Das Ancien Regime steckt allerorten in der Krise. Und rätselt über die Zukunft. Zum Beispiel über die Zukunft der Schulen. Aus der 3-P-Ecke der Publizisten, Pädagogen und Politiker kommen immer neue Thesen. Stellvertretend hierfür ein Feuilletonist mit dem Aufguß alter Bildungstraditionen sowie eine selbstkritische Lehrerin, die kleine Schritte in eine andere Schule unternimmt. Und dabei sich und Schule nachhaltig verändert hat.

Zwischenschlag
Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 3 | / 09.12.2002
Es ist wieder so weit. Die Bücher-Saison neigt sich ihrem Ende. Die besten Titel haben wir bereits besprochen. Eine Handvoll wird uns noch in den kommenden Wochen begleiten. Doch lassen Sie uns zwischendurch den Blick auf das große Mittelfeld richten. Und schauen, ob sich die ein oder andere Investition nicht doch noch lohnt.

Aufbruch in die Zukunft
Das Z_dossier Zukunftsforschung und Unternehmen. Praxis, Methoden, Perspektiven zeigt, wie deutsche Firmen von der Zukunft profitieren wollen. / 06.12.2002
Die erste Untersuchung zum Thema beweist es: Zukunftsforschung ist ein elementarer Bestandteil künftiger Strategiepolitik in Unternehmen. Der Grund liegt auf der Hand: Je schneller und tiefer greifend der Wandel, desto besser müssen Firmen dafür gewappnet sein. Nach dem Motto: Heute mitdenken, was morgen sein könnte. Doch noch ist das Thema nicht in allen Chefetagen angekommen.

Glück Gluck!
Die Glücksformel oder Wie die guten Gefühle entstehen – das neue Buch von Stefan Klein. / 04.12.2002
Früher rangen Philosophen und Gelehrte um das Wesen des Glücks. Heute verpackt man das geballte Wissen der empirischen Wissenschaften in eine lange nacherzählende Reportage und gaukelt vor, damit die Glücksformel gefunden zu haben. Fertig ist der Bestseller. Etwas kurzatmig, aber nicht wirklich neu, würde man resümieren, wenn da nicht die letzten 25 Seiten wären. Plötzlich erfahren wir, was wir schon längst geahnt haben: Selbstbestimmung, Selbstentfaltung, Solidarität, keine Hierarchien, mehr Demokratie – fertig ist des Glückes Angesicht.

Zwischenschlag
Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 2 | / 02.12.2002
Es ist wieder so weit. Die Bücher-Saison neigt sich ihrem Ende. Die besten Titel haben wir bereits besprochen. Eine Handvoll wird uns noch in den kommenden Wochen begleiten. Doch lassen Sie uns zwischendurch den Blick auf das große Mittelfeld richten. Und schauen, ob sich die ein oder andere Investition nicht doch noch lohnt.

Silent and fixed – Germany thus suspended
A talk with star authoress Joan Magretta about the German angst economy and what Americans think about it. / 29.11.2002
Gloomy mood in Germany. We're stewing in our own juice. But what are others thinking about us? For example, the USA. Joan Magretta explains how differently the two countries are dealing with the economic crisis. Here, bellyaching and being overmodest; there, self-confidence and optimism. Magretta's recipe in time of need: Strategic thinking, efficiency orientation and discipline. The classical German virtues – and that from the mouth of the best-known American management consultant. Topsy-turvy world.

Still und starr ruht Deutschland
Ein Gespräch mit der Starautorin Joan Magretta über die deutsche Angstökonomie und was Amerikaner darüber denken. / 29.11.2002
Trübe Stimmung in deutschen Landen. Wir braten im eigenen Saft. Was aber denken andere über uns? Zum Beispiel die USA. Joan Magretta erläutert, wie unterschiedlich beide Länder mit der Wirtschaftskrise umgehen. Hier Jammern und Tiefstapeln, dort Selbstvertrauen und Optimismus. Magrettas Rezept in der Not: strategisches Denken, Leistungsorientierung und Disziplin. Die klassischen deutschen Tugenden – und das aus dem Munde der bekanntesten amerikanischen Managementberaterin. Verkehrte Welt.

Die Entdeckung der Alten Welt
Immer weniger Kinder, immer mehr Alte. Was macht die Wirtschaft? Sie erfindet einfach die Alten neu. / 27.11.2002
Knapp ein Drittel aller Deutschen wird 2050 über 65 Jahre alt sein. Dabei kommt es zur Arbeitsteilung: Die Politik verwaltet das Elend, also alle, die knapp bei Kasse sind, die Wirtschaft verwöhnt die Glücklichen und Wohlhabenden mit Wohlfühlprodukten und -dienstleistungen. Von Karstadt über HypoVereinsbank bis Siemens hofft man auf profitable Märkte. Die Sozialpolitiker warten indes auf den Zusammenbruch der Sozialsysteme. Die Folge: Die soziale Balance ist gefährdet.

"Zugreifen, Aktiv werden, Mitmachen!"
Ein Gespräch mit Charlotte Höhn über individuelle Selbstverantwortung im Zeitalter von Wirtschafts- und Sozialkrise. / 26.11.2002
Im Jahre 2010 ist die Hälfte der Weltbevölkerung über 50 Jahre alt. In Deutschland altert die Gesellschaft noch schneller. Die Folge: Es gibt immer weniger Kinder. Und das bereits seit 30 Jahren. Kein Wunder, dass die Sozialsysteme auf Crashkurs sind. Was tun? Sich selbst organisieren und das Schicksal in die eigenen Hände nehmen, rät die Chefberaterin des Kanzlers in Bevölkerungsfragen. Denn der Politik fehle es am nötigen Mut. Peter Felixberger traf die nicht ganz unumstrittene Professorin in Essen während der Z_Punkt-Tagung "New Realities".

Zwischenschlag
Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 1 | / 25.11.2002
Es ist wieder so weit. Die Bücher-Saison neigt sich ihrem Ende. Die besten Titel haben wir bereits besprochen. Eine Handvoll wird uns noch in den kommenden Wochen begleiten. Doch lassen Sie uns zwischendrin den Blick auf das große Mittelfeld richten. Und schauen, ob sich die ein oder andere Investition nicht doch noch lohnt.

Irgendwer ist anderswo
Sushi in Bombay, Jetlag in L.A. – das neue Buch von Pico Iyer. / 19.11.2002
Hongkong gehört zu den schnellsten Städten der Welt. Aber auch zu den bizarrsten: Ein riesiger Themenpark mit Interaktionsflächen für flexible Businessnomaden. Der indische Schriftsteller Pico Iyer ist seit Jahren als Fährtensucher in diesen neuen World Citys unterwegs. Und sucht in Toronto, Singapur, London und Seattle nach dem, was Heimat in einer vernetzten, immer mobileren Welt bedeutet.

Die bildende Wirtschaft
Ein Bericht über die AutoUni von Volkswagen. / 14.11.2002
Während sich Bildungs- und Schulpolitiker quälen, wie sie die Menschen weiter in starre Lehrplangefängnisse zwängen, nehmen die Unternehmen die Zukunft selbst in die Hand und gründen eigene Universitäten. Aktuelles Beispiel: Wolfsburg – dort erbaut Volkswagen seine neue Corporate University. Ob zum Wohle des Unternehmens oder zum Wohle der Gesellschaft – an dieser Frage wird Gründungspräsident Walther C. Zimmerli gefordert sein.

Du darfst!
Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche – Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen. / 11.11.2002
Alle, die auf Arbeit freiwillig verzichten, müssen entlohnt werden. Das ist Guillaume Paolis Forderung. Nicht nur weil sie die Gewinne der Unternehmen in die Höhe treiben. Sondern auch weil sie Vorbilder sind – für ein intensives Leben mit einer eigenständigen Work-Life-Balance. Argumente, auf die man im Zeitalter von Massenarbeitslosigkeit, politisch-hartziger Ohnmacht und Leerlauf in Arbeitsämtern nicht verzichten sollte.

Rolle rückwärts!
Wohin uns Krise, Stagnation und Ideenstau führen. Ein Essay von Peter Felixberger. | Folge 2 | / 08.11.2002
Was die Alten sungen, davon profitierten die Jungen. Das war einmal. Ihre Melodien klingen aus. Vor allem in diesen Krisenzeiten. Die Mär vom sturen Kostenabbau um jeden Preis zieht nicht mehr. Damit schaden sie Gesellschaft und Politik. Überdies uns allen und letztlich ihren eigenen Unternehmen. Die Menschen haben Angst vor der Zukunft, die Politiker haben Angst in der Gegenwart, und wir empfehlen die Kunst der Entfesselung. Zum Angst haben ist es jetzt zu spät. Bevor uns allen das Wasser bis zum Hals steht.

Rolle rückwärts!
Wohin uns Krise, Stagnation und Ideenstau führen. Ein Essay von Peter Felixberger. | Folge 1 | / 08.11.2002
Was die Alten sungen, davon profitierten die Jungen. Das war einmal. Ihre Melodien klingen aus. Vor allem in diesen Krisenzeiten. Die Mär vom sturen Kostenabbau um jeden Preis zieht nicht mehr. Damit schaden sie Gesellschaft und Politik. Überdies uns allen und letztlich ihren eigenen Unternehmen. Die Menschen haben Angst vor der Zukunft, die Politiker haben Angst in der Gegenwart, und wir empfehlen die Kunst der Entfesselung. Zum Angst haben ist es jetzt zu spät. Bevor uns allen das Wasser bis zum Hals steht.

Wie im Film
Ein Gespräch mit Michael Hutter über die neue Arbeitswelt in der Spielfilm-Industrie. / 29.10.2002
Die Zukunft der Arbeit ist bunt, schillernd und riskant. Das wissen wir längst. In der Filmindustrie kann man bereits beobachten, wohin die Reise gehen wird. Die klassische Wertschöpfungskette wird in Produktion, Vertrieb und in die Arbeit mit Nutzergemeinschaften zerlegt. Das Risiko des Scheiterns wird Schritt für Schritt verteilt und mit limitierten Optionsverträgen abgesichert – vom Drehbuch bis zum fertigen Film. An jeder Schnittstelle wird über das Weitermachen beraten. Wenn die Entscheidung negativ ist, wird der Verlust aufgeteilt.

Achtung Grenzübergang!
Ein Essay von Peter Felixberger über die neuen grenzenlosen Unternehmen. / 25.10.2002
Grenzenlos und vernetzt? So lautete das Thema der diesjährigen Johannisberger Gespräche. Wir waren vor Ort und haben gelernt: Netzwerkorganisationen sind intelligenter, sparen Kosten, erhöhen die Produktivität und vermindern das Risiko. Rein wirtschaftlich gesehen. Worauf warten wir also noch? Wir müssten nur noch ein paar Mauern niederreißen und die meisten Unternehmen neu aufstellen. Wenn's weiter nichts ist. Noch klaffen Theorie und Praxis auseinander.

Great Man, Wanted!
Leadership – das neue Buch von Rudolph W. Giuliani. / 24.10.2002
Er war der Held der Nation, der Engel im Inferno. Doch zwei Monate nach dem Terroranschlag war seine zweite Amtszeit als New Yorker Bürgermeister zu Ende. Er musste gehen und sein Volk verlassen. Damit wir ihn nicht vergessen, widmet er sich selbst ein Buch. Er war ein "Cäsar" im Chaos. Jemand, der über allem stand. Die Menschen haben ihn deshalb gebraucht. Übrig geblieben sind seine goldenen Führungsregeln. Hübsche Allgemeinplätze, die keiner mehr braucht.

Keine Macht für Niemand
Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter – das neue Buch von Ulrich Beck. / 18.10.2002
Undurchsichtige Gesellen allerorten, die Ökonomie auf dem globalen Beutezug. Dazu ein soziales und wirtschaftliches Problemkorsett, das nach herkömmlichem Muster nicht mehr zu lösen ist. Für Nationalisten und Neoliberale ein unzumutbarer Zustand. Für Kosmopoliten eine Spielwiese mit unendlich vielen Möglichkeitsräumen. Denn der neue Weltenbürger begreift: Die Welt ist eine GmbH ohne Mehrheitseigner und schmiedet eifrig Allianzen. Ulrich Beck – ein hoffnungsloser Idealist, ein Nebelbombenwerfer? Nein. Sein neues Buch weist Brüche auf. Doch geschrieben ist es mit hohem Anspruch und großem Engagement.

Ein David fürchtet sich nicht
Wendelin Wiedeking und Tom Kelley zeigen die Welt der kleinen, erfolgreichen Unternehmen und ihrer innovativen Produkte. / 14.10.2002
Nur mit einer Steinschleuder bewaffnet streckte einst der kleine David den Riesen Goliath nieder. Der Mythos lebt – sagt der derzeit profitabelste Autohersteller Porsche. Man sei schließlich das beste Beispiel. Und animierte zum 50. Geburtstag des Firmenchefs eine illustre Promirunde zur Gedenkschrift. Was zunächst wie Selbstbeweihräucherung zum Jubiläum aussieht, ist auf den zweiten Blick gar nicht so schlecht. 16 namhafte Mitautoren beweisen: Small is successful! Doch etwas Grips schadet auch nicht. Wie nämlich die besten Produkte entstehen, zeigt Tom Kelley in seinem kurzweiligen Buch über das kalifornische Design-Büro IDEO.

Recht so!
Geschichten, Rechtsfälle und Urteile aus der neuen Arbeitswelt. | Folge 3 | / 11.10.2002
Des einen Freud, des anderen Leid. Auch Gerichtsurteile werden bisweilen wortwörtlich kopiert. Das spart Arbeit. Schön, wenn der nächste Richter sofort weiß, wo's langgeht. Nach dem Motto: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Warum nicht auch die Urteile? Ein zorniger Vermieter musste diesbezüglich Lehrgeld bezahlen.

Wir hören auf Niemanden!
Ein Essay von Peter Felixberger über die neue Autonomie in Wirtschaft und Gesellschaft. / 11.10.2002
Die alten Eliten geben immer weniger Antworten auf den radikalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Noch dazu in Krisenzeiten. Eine Nebelwand verwehrt den Blick auf das Neue. Doch an vielen Orten frischt der Wind auf. Dort beginnt sich ein Neu-Establishment zu organisieren und seine Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Die Akteure hören nur auf sich selbst. In ihren Clustern, Netzwerken und Communitys wird Autonomie zum Schlüssel einer erfolgreichen Unternehmensführung.

Volle Pulle ins Nichts
Und wenn sie nicht gestorben sind, sind sie noch immer alle erfolgreich, gesund und zufrieden ... / 09.10.2002
Buchmesse 2002. Verlage und Autoren buhlen um Beachtung und Aufmerksamkeit. Die Ratgeber-Industrie fährt wie immer zur absoluten Höchstform auf. Versprochen werden Glück, Zufriedenheit, Gesundheit, Topform und höchste Lebenskunst. Alles genau nach Plan und Anleitung. Das Problem: Das Leben lässt sich nicht mit Trainingsplänen und Psychotipps domestizieren. Es bleibt immer wild und gefährlich. Und deswegen so bizarr. Zwei Bücher haben wir deshalb gnadenlos auf den Prüfstand gehievt.

Recht so!
Geschichten, Rechtsfälle und Urteile aus der neuen Arbeitswelt. | Folge 2 | / 04.10.2002
Wer zu privaten Zwecken aus dem Internet Dateien auf seinen Arbeitsplatzrechner lädt, erlebt unter Umständen ein böses Erwachen. Nicht alles fällt unter die freie Ausübung des Persönlichkeitsrechts, vor allem wenn es sich um pornografische Dokumente handelt. Dann zählt mehr die Moral.

Recht so!
Geschichten, Rechtsfälle und Urteile aus der neuen Arbeitswelt. | Folge 1 | / 27.09.2002
Wissen ist gut. Doch zu viel Wissen führt mitunter ins Verderben. Das musste ein junger, dynamischer Vertriebsmitarbeiter leidvoll erfahren, der sich von einem eigennützigen Gewerkschaftssekretär vor den Karren hat spannen lassen.

Einmal Wirtschaft und zurück
Wirtschaft. Worauf es wirklich ankommt – das neue Buch von Frank Lehmann. / 24.09.2002
Nur wer die Fakten kennt, kann sich den Luxus einer eigenen Meinung leisten. Behauptet TV-Anchorman Frank Lehmann. Und führt uns deshalb mit Sachverstand durch die Geschichte der Wirtschaftstheorien und Nobelpreise, definiert die neue Wirtschaftswelt und deutet an, was morgen in der Arbeitswelt wehtun wird. Schade nur, dass er oft mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Mehr Diskussion hätte seiner gelungenen Bestandsaufnahme durchaus gut getan.

Unkonventionell zum Ziel
Manager im Dialog – das neue Buch von Marc Minor. / 23.09.2002
Marc Minor ist kein großer Theoretiker vor dem Herrn. Und das ist gut so. Denn Coaching ist ein höchst differenzierter und individueller Beratungsprozess. Deswegen liefert der Autor Beispiele aus der Praxis. Nicht willkürlich, sondern wohl durchdacht. Aus jeder Coaching-Situation lugt das Ende eines roten Fadens, mit dem der Leser seine eigenen Befindlichkeiten, Defizite und Probleme verknüpfen kann. Gewissermaßen als Anregung, selbst nachzudenken und etwas zu tun. Denn Selbsterkenntnis ist immer noch der erste Weg zur Besserung.

Anerkennung verleiht Flügel
Ein Interview mit Ulrich Beck über die Grundlagen legitimer Herrschaft im globalen Zeitalter. / 13.09.2002
Ulrich Beck: Kurz vor Erscheinen seines neuen Buches meldet sich der Soziologe zurück. Mit Pauken und Trompeten – und einer neuen Theorie: dem kosmopolitischen Realismus. Damit die Menschheit das 21. Jahrhundert überlebt, bräuchte die Welt eine neue Ordnung. "Es lebe die Vielfalt" statt "Gleichheit um jeden Preis". Denn die Welt sei zu komplex, als dass alle Unebenheiten weggebügelt werden könnten. Einzige Voraussetzung: Wir überwinden unseren nationalen Blick, trauen den Menschen mehr zu und ernennen Provinzialismus "und" Weltbürgertum zum gemeinsamen zivilisatorischen Nenner heterogener Gesellschaften. Peter Felixberger traf den Querdenker in München.

Anerkennung verleiht Flügel
Ein Interview mit Ulrich Beck über die Grundlagen legitimer Herrschaft im globalen Zeitalter. | Folge 2 | / 13.09.2002
Ulrich Beck: Kurz vor Erscheinen seines neuen Buches meldet sich der Soziologe zurück. Mit Pauken und Trompeten – und einer neuen Theorie: dem kosmopolitischen Realismus. Damit die Menschheit das 21. Jahrhundert überlebt, bräuchte die Welt eine neue Ordnung. "Es lebe die Vielfalt" statt "Gleichheit um jeden Preis". Denn die Welt sei zu komplex, als dass alle Unebenheiten weggebügelt werden könnten. Einzige Voraussetzung: Wir überwinden unseren nationalen Blick, trauen den Menschen mehr zu und ernennen Provinzialismus "und" Weltbürgertum zum gemeinsamen zivilisatorischen Nenner heterogener Gesellschaften. Peter Felixberger traf den Querdenker in München.

Nah und fern
Respekt im Zeitalter der Ungleichheit – das neue Buch von Richard Sennett. / 11.09.2002
Warum bleibt so vielen Menschen in der modernen Gesellschaft Respekt und Anerkennung verwehrt? Dieser Frage spürt Sennett nach. Erzählt von seiner Kindheit in der Sozialsiedlung Cabrini, Bandenscharmützel, verfehlter Sozialpolitik und seinem linearen Erfolgspfad nach oben – während die Nachbarskinder sich in einem Netz aus Abhängigkeit und Demütigung verhedderten. Sennett weiß: Die Oberen haben kein Interesse, sie daraus zu befreien. Lieber leben sie hinter ihrer glänzenden Fassade kommerzieller Kultur. Und trotzdem will er es dabei nicht belassen. Er sucht die Bande, mit denen ein starkes Respektseil geknüpft werden könnte. Gefühlvoll, authentisch und ohne jede Besserwisserei.

Schluss mit der ewigen Gleichschalterei
Ein Interview mit Hans-Olaf Henkel, Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Leibnitz in Berlin. / 30.08.2002
Deutsche Misere. Wir befinden uns in einem 3.000-Meter-Lauf, bei dem die Läufer nicht nur zur gleichen Zeit starten, sondern auch zur gleichen Zeit das Ziel erreichen sollen. Spitzenleistungen sind da nicht zu erwarten. Deswegen plädiert Hans-Olaf Henkel für den Wettbewerb. Nur er schafft den Anreiz, über sich hinauszuwachsen. An mutigen Sprintern würde es nicht fehlen.

"Vertrauen ist die stärkste Kontrolle"
Ein Interview mit Unternehmensberater und Buchautor Reinhard K. Sprenger. / 27.08.2002
Verträge haben ihre Wertigkeit verloren. Die Menschen lassen sich nicht mehr ohne weiteres binden. Sie pochen auf ihr Freiheitsrecht. Das gilt für die Arbeit genauso wie für die Ehe. Was man loslässt, sucht die Bindung. Was man festhält, flieht. Ein Ansatz, mit dem Sprenger selbst Controller ins Boot ziehen könnte.

Im Zeichen des Panthers
Eine 40-teilige Reportage über die Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke. | Folge 29 | / 26.08.2002
Wie sehen Mandanten die Kanzlei Osborne Clarke? In der vorangegangenen Folge haben wir den Leiter der Rechtsabteilung des Industrieunternehmens Geberit gefragt. Heute gibt uns Henry Dawidowicz, Geschäftsführer der Fette GmbH, Auskunft, wie er Osborne Clarke erlebt. Und outet sich als Fan.

Appell an das Urvertrauen
Vertrauen führt – das neue Buch von Reinhard K. Sprenger. / 26.08.2002
Kostenkahlschlag, Bilanzfälschungen, Massenentlassungen – die Misstrauenskultur befindet sich auf ihrem Höhepunkt. Trotzdem, Reinhard K. Sprenger bleibt dabei: Steuerungsmittel wie Macht und Geld haben ausgedient. An einer vertrauensbasierten Arbeitskultur führt kein Weg vorbei. Wer ihm nicht glaubt, dem zeigt der Unternehmensberater die rote Karte. Wer weiterhin auf Kontrolle setzt, findet im Zeitalter der Synergiespiele keinen Platz.

Mittelmaß – wohin man schaut
Die Ethik des Erfolgs – das neue Buch von Hans-Olaf Henkel. / 22.08.2002
Henkel hält eine Rede an die Nation. Die Frage ist nur: Warum in Buchform? Mit einem Hörbuch hätte er uns direkter erreicht. Und wir hätten die Möglichkeit gehabt, zwischendurch auf die Stopptaste zu drücken, um uns von den meterhohen Argumentationswellen zu erholen. In manchen Passagen mag man Henkel die Hand schütteln. Vor allem, wenn es um die Beamtenklasse geht und die Versorgermentalität der Deutschen. Doch im Ganzen greift seine Kritik einfach zu kurz.

Jung, arbeitslos, anders
Ein Einwurf von Peter Felixberger zur aktuellen Wirtschafts- und Medienkrise. / 21.08.2002
Die Arbeitslosigkeit hat die Mittelschicht erreicht. Die jungen Erfolgreichen verlassen mit gesenktem Haupt das Schlaraffenland und richten sich auf dürre Jahre ein. In den Arbeitsämtern werden sie als Aktenzeichen mit der Krise verzurrt. Schluss damit, fordert Felixberger. Arbeitslos bedeutet auch, die Zeit zu finden, anders zu sein und neu aufzubrechen. Sich wieder mit Content aufzuladen, nach neuen Möglichkeitsräumen zu suchen oder einfach nur im Momentum zu verharren. Unter dem Pflaster liegt der Strand. Ein Glück, dass wir inmitten einer Wirtschaftskrise leben.

Give me four!
Wissensgemeinschaften – das neue Buch von Kai Romhardt. / 30.07.2002
Wissensmanagement: Keiner weiß, worum es geht, alle reden mit. Nur Kai Romhardt scheint noch den Durchblick zu haben. Der Autor beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und erklärt in seinem neuen Buch, wie man aus kleinen Informationsflicken einen großen Wissensteppich webt. Wer intensiv einsteigen möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | 4. und letzte Folge – 06 / 2002| / 22.07.2002
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor im August der Bücherherbst beginnt.
P.S. (Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.)

Oben steht, wer wenig weiß
Ein Essay von Peter Felixberger über die Geheimnisse echter Autorität. / 19.07.2002
Wer eine Autorität ist, gilt als kompetent. Wenig zu wissen ist heute die Bedingung, um als Autorität zu gelten. Wer dies kapiert, hat eine der Grundregeln der neuen Wissensgesellschaft erkannt. Gewiefte Topmanager und Spitzenpolitiker schlagen daraus längst Kapital. Wie dieser Mechanismus funktioniert, hat Peter Felixberger fein seziert. Seine These: Den Schein des Wissens zu besitzen wird zum eigentlichen Erfolgsfaktor in der berstenden Wissensgesellschaft.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 3 – 06 / 2002 | / 16.07.2002
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor im August der Bücherherbst beginnt.
P. S. Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.

Auf der Suche nach der Globalisierung
Der Schlussbericht der Enquête-Kommission zur Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten. / 15.07.2002
Nun liegt er also vor – der Bericht für den Deutschen Bundestag. Ein beachtenswertes Werk mit Hunderten von "Handlungsempfehlungen". Aus Zeitgründen, schränkt der Vorsitzende Ernst Ulrich von Weizsäcker allerdings ein, konnte nicht jede Facette des globalen Wandels abgebildet werden. Ein Makel, der bei der Lektüre nervt. Trotzdem: Ein solides Grundlagenwerk für alle Bürger ist es allemal. Peter Felixberger hat sich eingelesen und kommentiert die wichtigsten Ergebnisse.

Nachschlag
Was von der Saison noch übrig bleibt – Kurzrezensionen von A bis Z. | Folge 2 – 06 / 2002 | / 10.07.2002
Zweimal im Jahr pusten die Verlage Hunderte von Büchern auf den Markt. Davon sind vielleicht 15 top, 20 solide und 30 passabel. Der Rest: abgehangen, aufgekocht, verwurstet. Die Besten stehen bereits im Magazin. Jetzt kommt das Mittelfeld. Endspurt – bevor im August der Bücherherbst beginnt. P. S. Über die Nachhut hüllen wir uns in Schweigen.

Die Zukunft der Arbeit
Der Schlussbericht der Enquête-Kommission zur Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten. | Folge 2 | / 09.07.2002
Nun liegt er also vor – der Bericht für den Deutschen Bundestag. Ein beachtenswertes Werk mit Hunderten von "Handlungsempfehlungen". Aus Zeitgründen, schränkt der Vorsitzende Ernst Ulrich von Weizsäcker allerdings ein, konnte nicht jede Facette des globalen Wandels abgebildet werden. Ein Makel, der bei der Lektüre nervt. Trotzdem: Ein solides Grundlagenwerk für alle Bürger ist es allemal. Peter Felixberger hat sich eingelesen und kommentiert die wichtigsten Ergebnisse in drei Folgen.

Die globale Wissensgesellschaft
Der Schlussbericht der Enquête-Kommission zur Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten. | Folge 1 | / 04.07.2002
Nun liegt er also vor – der Bericht für den Deutschen Bundestag. Ein beachtenswertes Werk mit Hunderten von "Handlungsempfehlungen". Aus Zeitgründen, schränkt der Vorsitzende Ernst Ulrich von Weizsäcker allerdings ein, konnte nicht jede Facette des globalen Wandels abgebildet werden. Ein Makel, der bei der Lektüre nervt. Trotzdem: Ein solides Grundlagenwerk für alle Bürger ist es allemal. Peter Felixberger hat sich eingelesen und kommentiert die wichtigsten Ergebnisse in drei Folgen.

Wie das globale Gehirn tickt
Web of Life – das neue Buch von Michael Gleich. / 01.07.2002
Ein Jahr lang hat Michael Gleich mit größter Sorgfalt über Netzwerke in Natur, Wirtschaft und Gesellschaft nachgedacht. Mit Erfolg. "Web of life" ist das derzeit beste Buch zum Thema: prägnant, facettenreich und klar. Die Hauptthese: Netzwerke produzieren eigenes Wissen – das den Weltenlauf offenbar mehr lenkt als bisher angenommen.

Angst frisst Unternehmen auf
Ein Essay von Peter Felixberger zur Überwindung der Angstökonomie. / 28.06.2002
Das Jammern nimmt kein Ende. Die Schlagzeilen werden härter. Die Wirtschaft hat die Talsohle der Krise immer noch nicht erreicht. Die Ähnlichkeit mit der Fußball-WM ist leider auch nicht rein zufällig. Geld und Kalkül regieren hier wie dort. Auf Kosten von Freude, Kreativität und Selbstverwirklichung. Stellt sich die Frage: Wollen wir als Schrauben in einem Gewinde enden oder die Lust zu arbeiten wiederentdecken?

Ganz schön schattig!
Schattenflucht – der neue Roman von Richard Powers. / 27.06.2002
Richard Powers hat wahrscheinlich einen der Schlüsselromane zur Cyberworld geschrieben. Während seine Romanfiguren nämlich in Laboren die Entfesselung virtueller Realitäten proben, okkupiert die schnöde Wirklichkeit ihre Errungenschaften und zieht gnadenlos auf und davon. Egal ob nach Hollywood oder ins Pentagon. Ein absoluter Lesetipp!

Ganz schön schattig!
Schattenflucht – der neue Roman von Richard Powers. / 27.06.2002
Richard Powers hat wahrscheinlich einen der Schlüsselromane zur Cyberworld geschrieben. Während seine Romanfiguren nämlich in Laboren die Entfesselung virtueller Realitäten proben, okkupiert die schnöde Wirklichkeit ihre Errungenschaften und zieht gnadenlos auf und davon. Egal ob nach Hollywood oder ins Pentagon. Ein absoluter Lesetipp!

Wie geht's eigentlich changeX?
Zur Lage unseres Online-Magazins – ein Halbjahres-Kommentar von Peter Felixberger. / 21.06.2002
Lausige Zeiten. Medien und Verlage stöhnen wegen dramatischer Einbrüche im Anzeigengeschäft. Stellt sich die Frage, wie das kleine Online-Magazin changeX das verkraftet. Da wir uns als Community verstehen, wollen wir unsere Leser regelmäßig darüber informieren, wie es denn so geht. Gar nicht so schlecht, resümiert Geschäftsführer Peter Felixberger und träumt von neuen Geschäftsfeldern.

Mitten in die goldene Mitte
The Future of Success – das neue Buch von Robert Reich. / 19.06.2002
Reich ist glühender Verfechter der Neuen Ökonomie. Doch er sieht auch Schattenseiten. Drin oder draußen lautet die Wahlmöglichkeit für die Amerikaner. Nur wer innovativ bleibt, wird überleben. Einen Ausweg gibt es seiner Meinung nach nicht. Und so pendelt sich letztlich sein Daumen zwischen oben und unten ein.

Selbst ist die Zukunft
Living in the Corporate Zoo – das neue Buch von Richard Scase. / 17.06.2002
Während sogenannte Experten über Pro und Contra der Globalisierung streiten, zieht die Karawane munter weiter. Nationale Grenzen oder schmierige Industriekapitalisten stehen den neuen Wissensarbeitern schon lange nicht mehr im Weg. Deswegen watet Richard Scase nicht im Jammertal, malt keine rosaroten Szenarien an die Wand. Er beschreibt sachlich das Sowohl-als-auch und bietet Orientierung. Die einzige Möglichkeit, Menschen ihre Angst vor der Freiheit zu nehmen und ihnen letztendlich alle Entfaltungsräume auf ihrem Lebensweg zu garantieren.

Wie die Alten singen
Peter Felixberger über die neuen Bücher von Záboji, Maywald und Sutton. / 11.06.2002
Die Jungen bibbern. Und bringen nicht mehr aufs Papier als dürres Managerlatein. Bei den 50-Jährigen und älter lässt sich indes mancher Entfesselungskünstler entdecken. Als Unternehmensberater und Topmanager lesen sie den Jungen die Leviten und weisen ihnen den Weg in die neue Change-Kultur.

Mitten in der Petersilie
Ein Bericht über die Schwierigkeit, Unternehmensnetzwerke zu bilden. / 16.05.2002
Überall ist der Ruf zu hören: Netzwerke revolutionieren und modernisieren die Unternehmenswelt. Networker sollen wir plötzlich sein. Doch die Realität sieht anders aus. Deutschland ist ein Anti-Networker-Land. Jetzt gibt es wenigstens einen Wettbewerb für kleine und mittlere Unternehmen, der die wenigen Kooperationswilligen prämiieren will. Peter Felixberger traf in Hamburg den Initiator Arne Engelbrecht. Einen (noch) einsamen Rufer in der Wüste.

WienX
Change-Kultur – eine Reise durch die Metropolen / Folge 1. / 06.05.2002
Die Kaffeehaus-Metropole – eine harte Nuss? Kein Pflaster für Traditionslüfter, Networker und gefühlsvolle Manager? Falsch. Peter Felixberger hat in Wien stellvertretend für die Change-Kultur drei Akteure kennen gelernt: Anton Faber, Dompfarrer am Stephansdom, Werner Pohl, Direktor der Spanischen Hofreitschule und Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums. Sie haben die Spielregeln der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft verstanden – und die Zukunft sicher in der Tasche.

Hauptsache authentisch
Karriereplan Wien – das neue Buch von Johanna Zugmann / eine Kurzrezension. / 06.05.2002
Abseits linearer Erfolgspfade: Nach ihrem Buch Die Ich-Aktie liegt nun der neue Titel der Ressortleiterin des Wiener Standards in den Buchhandlungen aus. Ein kurzweiliges, aber hellsichtiges Lesebuch mit überraschenden Einblicken in etwas schräge Karrierebiographien.

Arbeiten in der Now Economy
Change!, das neue Buch von Peter Záboji. / 02.05.2002
Noch ist der Traum von einem Kapitalismus mit menschlichem Antlitz nicht ausgeträumt. Kurzweilig und engagiert erzählt der CEO von Tenovis – der ehemaligen Telekomsparte von Bosch – wie er den Mief der Konzern-Bürokratie los wurde und sein Unternehmen nach New Economy-Ansätzen umkrempelte.

Handverlesen
Die changeX-Buchkolumne im Wirtschaftsmagazin brand eins. | Folge 5 | / 26.04.2002
Wissen ist eine Last. Viel zu viele Informationshäppchen sausen durchs Oberstübchen und machen uns das Leben schwer. Drei Autoren weisen einen Ausweg und singen – mehr oder weniger gelungen – Loblieder auf die Idiotie.

Gefährliche Liebschaft
Ein Gespräch mit Buchautor Thomas Anderer über die Zukunft der New Economy. / 15.04.2002
Die New Economy ist nicht tot. Die Frontmänner der ersten Garde – sie sind noch da. Zusammen mit ihren Schülern unterlaufen sie das System und forcieren einen Wandel. Doch die Bewegung muss aufpassen. Die Old Economy hat sie für ihre eigenen Zwecke benutzt. Und das darf kein zweites Mal passieren. Peter Felixberger und Heike Littger trafen sich mit Thomas Anderer und sprachen mit ihm über die optimale Strategie.

No limit, no exit!
Empire – das neue Buch von Michael Hardt und Antonio Negri. / 25.03.2002
Die Welt wächst zusammen. Und das bedeutet für Hardt und Negri nichts Gutes. Im Gegenteil. Das Empire wird alle Menschen durchdringen und an die Ketten legen. Flucht unmöglich. In den USA bereits viel diskutiert, hierzulande als Meisterwerk angekündigt. Leider nicht ganz. Vieles versandet im Schwall von Vermutungen und revolutionären Drohgebärden.

Es lebe die Gonzo-Revolution! Es lebe vox populi!
Gonzo Marketing – das neue Buch von Christopher Locke. / 14.03.2002
Wirtschaftsbosse und Marketing-Statthalter werden Schwachsinn grunzen. Wie vor gut einem Jahr – als The Cluetrain Manifesto erschien. Doch Christopher Locke wird das auch diesmal kaum jucken. Er krempelt die Ärmel hoch und grunzt fröhlich zurück: Das koloniale Erfolgsrezept ist tot. Wer weiterhin an die Verlautbarungen der Unternehmen und Medienkonzerne glaubt, ist selber schuld!

Emotionen sind kein Wischiwaschi
Das Geheimnis erfolgreicher Manager, das neue Buch von Manfred Kets de Vries. / 12.03.2002
Manfred Kets de Vries gehört zu den außergewöhnlichen Querdenkern, denen der berühmte Blick über den Tellerrand gelingt. Als Psychoanalytiker, der an einer berühmten Business School lehrt, schreibt er über Management, als sei er von früh bis abends in Chefetagen und Businessbüros zugange. Berühmt ist er deswegen hierzulande zwar noch nicht, aber was nicht ist, kann ja mit seinem neuen Buch allemal noch werden.

Krieg überall
Kein Krieg, nirgends – das neue Buch von Henryk M. Broder. / 11.03.2002
Publizisten, Schriftsteller und Wissenschaftler müssten Bin Laden dankbar sein. Kaum ein anderes Attentat wurde so instrumentalisiert wie der "11. September" in New York. Zu diesem Schluss kommt zumindest Henryk M. Broder – und entlarvt genau sechs Monate danach die zum Teil fragwürdige Argumentation unserer beliebtesten Globalisierungsgegner, Dritte-Welt-Retter und US-Feinde: Hürlimann, Strasser, Grass, Galtung & Co.

Zackig unterhaltsam
Basic Management, das neue Buch von Joan Magretta. / 06.03.2002
Haben Sie sie auch so satt, die immer neuen amerikanischen Wundertheorien? Ein angenehmer Kontrast: Joan Magretta hat die Kunst des Managements auf ihre zentralen Punkte zurückgeführt und in unzählige Unternehmensbeispiele aufgeschlüsselt. Ihren Anspruch Alles, was man wissen muss zu präsentieren kann sie zwar nicht einlösen, aber ihr ist trotzdem ein empfehlenswertes Buch gelungen.

Es lebe der Betriebsrat
Mitbestimmung in der digitalen Wirtschaft, die neue Artikelsammlung der Hans-Böckler-Stiftung. / 20.02.2002
"Die New Economy ist tot." Hinter diesem Ausruf steht in der Regel nicht die altruistische Sorge um die Patienten, sondern die Zähmung der Neuen Wilden. Gefügig machen eben, nachdem sie beinahe aus der Controlling-Wirtschaft ausgebüchst wären. Die Hans-Böckler-Stiftung trägt die Protagonisten der New Economy nicht zu Grabe. Für sie sind sie Prototypen einer neuen Arbeitergeneration. Angenehm zu lesen. Doch in allerletzter Konsequenz schälen sich die Autoren nicht aus ihrer Haut – Gewerkschaftsduft weht durch alle Zeilen.

Hat noch jemand Lust zu arbeiten?
Erfolg ist, wenn man tut, was man will – dieser Leitsatz wird zum Rahmen für zukünftige Arbeitswelten. / 08.02.2002
Die Geschichte der Arbeit strotzt vor Gegensätzen: Ehrliche Arbeit mit den Händen und profitable Arbeit mit dem Kopf, Arbeiten aus Pflichtbewusstsein oder nach dem Lustprinzip. Mittendrin der deutsche Michel, der eigentlich nicht so genau weiß, was er will, aber irgendwie unzufrieden ist. Eine stark verkürzte Geschichte der Arbeitsmotivation.

Die Schule gehört uns – erobern wir sie uns zurück!
Ein Plädoyer für mehr Mitbestimmung, Mitbeteiligung und Demokratie. / 05.02.2002
Die Schulen verschlafen die Zukunft. Nach wie vor trichtern sie unseren Kindern Wissen ein bis zum Umfallen. Und machen sie gefügig. Nur wer schluckt und schluckt und schluckt, kommt später weiter. Für Peter Felixberger gibt es nur einen Weg aus der Misere: von der Belehrungsschule zur Ausprobierschule mit tausend Möglichkeitsräumen. Erziehung heißt, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu helfen, ihre Möglichkeiten zu realisieren. Nicht nur in der Schulkathedrale, sondern in Nischen, Projekten und Organisationen. Kurzum: an Orten, wo das Leben tobt.

Raus aus der Blockhütte!
Die Parteien verschlafen die Zukunft. Dabei wäre jetzt die Chance, über die maroden Parteiorganisationen und ihre Funktion in Demokratie und Gesellschaft nachzudenken. / 28.01.2002
Und wieder toben sie durch die Medien und tun so, als ob die Weltenrettung kurz bevorstünde. Edi Stoiber und Gerd Schröder kommen langsam in Fahrt. Die Medienberater wetzen die Klingen. Säbelrasseln selbst bei den Parteiunteren. Der Ausweg: Weg von der Mitglieder- und Funktionärspartei hin zur Möglichkeitspartei, die zur aktiven Einmischung der Bürger auffordert.

Mitarbeiter Marke Eigenbau
Corporate Universities – das neue Buch von Wolfgang Kraemer und Michael Müller. / 14.01.2002
Pisa-Studie – ganz Deutschland ist erwacht. Aus allen Ecken kommen Lösungsvorschläge: Einschulung mit fünf, mehr lokale Autonomie, mehr Wettbewerb und Vielfalt. Was die Unternehmen davon halten? Nicht viel. Sie pfeifen auf die Schule und schnitzen sich ihre Mitarbeiter selbst.

changeX wird 1!
Ein Resümee von Geschäftsführer Peter Felixberger. / 10.01.2002
Genau vor einem Jahr hat changeX seine Arbeit aufgenommen. Eine wundervolle Berg- und Talfahrt. Keine Sekunde will ich missen. Auch wenn sich die Hüter des Ancien Regimes an ihrem Altersstarrsinn festklammern. Und noch so viele Medien derart siebengescheit die Macher einer Neuen Ökonomie verunglimpfen. Mein Team und ich – wir glauben daran: Der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft ist notwendig. Auf ein Neues!

Der Aufstand der Unterhosen
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 7 | / 07.01.2002
Stinkendes Parfum, salmonellisierende Schokolade. Es klappt – nach wie vor. Doch es wird immer schwieriger, windige Produkte an den Kunden zu bringen. New Economy setzt auf ein neues Verständnis von Marketing. Menschen bilden Märkte und stehen im Mittelpunkt verantwortungsvoller Produktion.

Kampf den Bürokraten
Ein Interview mit dem pensionierten Topmanager Jack Welch. / 06.12.2001
Jack Welch – seine Autobiographie "Was zählt" steht seit Wochen auf den Bestseller-Listen. Nicht nur in Deutschland – auch in unseren Nachbarländern wird die Lebensgeschichte des ehemaligen GE-Chefs eifrig gelesen. Peter Felixberger sprach mit dem Ruheständler über Führung, Leidenschaft und die größten Feinde des Business.

Bitterböse Bestandsaufnahme
Dee Hock rechnet in seinem neuen Buch ab – mit Regierung, Bildungssystem und Wirtschaft. / 05.12.2001
Nach Jack Welsh und Anita Roddick hat nun auch Dee Hock seine Autobiographie vorgelegt. Doch der Erfinder der VISA-Card zeichnet nicht nur seine Lebensgeschichte nach. Die chaordische Organisation ist ein Lehrbuch in Sachen moderner Unternehmensführung: weg von Hierarchie zu Gemeinschaft, weg von bleierner Alltagsschwere zu mehr Lebensglück. Kein esoterischer Quatsch. Sondern ein kluges Buch mit einer gehörigen Portion Selbstkritik.

Handverlesen
Jeden Monat neu: Die changeX-Buchkolumne im Wirtschaftsmagazin brand eins. / 04.12.2001
In der Zeit der Krise und der kränkelnden Börse machen sich Kapitalimsuskritiker mit steinalten Argumenten auf, um den Klassenfeind von gut beheizten Soziologen-Schreibtisch aus eins überzubraten. Die Ergebnisse sind bescheiden bis bedauerlich.

Die Freiheit nehm ich mir!
Vortrag von Peter Felixberger im Rahmen der Freiburger Mediengespräche. / 20.11.2001
Intensiv leben nach der New Economy. Die Debatte um einen humanen Kapitalismus setzt auf Solidarität, Selbstbestimmung und Freiheit des Einzelnen. Kritiker sehen darin jedoch den Kern einer neuen Ausbeutung, ein abgekartetes Spiel neoliberaler Kräfte.

Die Freiheit nehm ich mir!
Vortrag von Peter Felixberger im Rahmen der Freiburger Mediengespräche. | Folge 2 | / 19.11.2001
Intensiv leben nach der New Economy. Die Debatte um einen humanen Kapitalismus setzt auf Solidarität, Selbstbestimmung und Freiheit des Einzelnen. Kritiker sehen darin jedoch den Kern einer neuen Ausbeutung, ein abgekartetes Spiel neoliberaler Kräfte.

Handverlesen
Jeden Monat neu: Die changeX-Buchkolumne im Wirtschaftsmagazin brand eins. |Folge 1| / 05.11.2001
Die New Economy liegt am Boden. Für die Buchverlage kein Problem. Sie kramten ihre Traditionshüter und Kulturbewahrer aus. Und ließen sie die Stifte spitzen. Jetzt liegen ihre Elaborate vor. Damit Sie nicht unnötig Geld ausgeben – Peter Felixberger sagt Ihnen, welches Buch sich lohnt.

Still, leistungswillig und bescheiden
Jim Collins' Erkenntnis: Igel-Typen sind die Gewinner der Neuen Wirtschaft. / 23.10.2001
Fünf Jahre lang hat Jim Collins sogenannte Take-Off-Unternehmen beobachtet, Interviews geführt und Manager begleitet. Jetzt liegen seine Ergebnisse vor. Der Titel klingt banal. Doch wer glaubt, dass er einen "So-läuft's-Business-Ratgeber" in Händen hält, der irrt. "Der Weg zu den Besten" ist eine erstklassige Analyse, die verdeutlicht, warum es manche Unternehmen schaffen – und andere im Fegefeuer der Bedeutungslosigkeit schmoren.

Von grenzenloser Freiheit und Entjungferung auf Raten
Drei Autoren schreiben über die große Verheißung der Neuen Ökonomie: Mobilität. / 22.10.2001
Die Menschen wollen raus. Wollen die muffige Enge der Heimat, der Eltern und des Angestelltendaseins verlassen. Was sie treibt? Der Wunsch nach Selbstbestimmung. Und der Traum von grenzenloser Freiheit. Gundula Englisch, Charles Leadbeater und Rainer Merkel haben das Thema aufgegriffen – lange vor dem 11. September. Nun liegen ihre Bücher aus. Damit sie in einer Zeit des Terrors und der Angst nicht ganz untergehen: eine kritische Würdigung von Peter Felixberger.

Wissen ohne Gewissen
Daniel Goeudevert und sein Urteil über das deutsche Bildungssystem. / 19.10.2001
Daniel Goeudevert – seit Jahren schießt der Ex-Automobilmanager viel Schrot ins Volk. Sein Hauptziel die Bildung. Wissenserwerb, so Goeudevert in seinem neuen Buch "Der Horizont hat Flügel", sei keine Frage der Techniken. "Erst wenn ich selbst in lebendigem Austausch mit anderen und der Welt stehe, mich einlasse und kommuniziere, fremde Lebensäußerungen zu verstehen versuche, Gefühle empfinde und in anderen auslöse, habe ich die Chance, Wissen zu erlangen." Die Wirtschaft benötige diese sozial und emotional gereiften Menschen. Dafür bedarf es eines Bildungsbegriffs, der "die Anregung aller, nicht nur der geistigen Kräfte eines Menschen" fördert. Viele seiner Argumente sind richtig. Doch viele seiner Argumente sind auch platt. In unserem Interview bezieht Goeudevert noch einmal Stellung – unter anderem zu den Themen Erziehung, gesellschaftliche Verantwortung und den Umgang mit dem World Wide Web.

Ein Altlinker ist ein Altlinker ist ein Neulinker
Lesenswert: Johano Strasser schlägt neue Töne an. / 19.10.2001
Kapitalistenschweine und Erfüllungsgehilfen – fast hätten wir das Buch wieder weggelegt. Doch dann: eine unverhoffte Wandlung. "Der Mensch muss sein Leben selbst in die Hand nehmen"- mit dieser Forderung steht Strasser mitten in New Economy und bietet mit seinem Buch Leben oder Überleben Ansatzpunkte für eine fruchtbare Auseinandersetzung zwischen New Economy und linker Ideologie.

Wissen ohne Gewissen
Daniel Goeudevert und sein Urteil über das deutsche Bildungssystem. | Folge 2 | / 18.10.2001
Daniel Goeudevert – seit Jahren schießt der Ex-Automobilmanager viel Schrot ins Volk. Sein Hauptziel die Bildung. Wissenserwerb, so Goeudevert in seinem neuen Buch "Der Horizont hat Flügel", sei keine Frage der Techniken. "Erst wenn ich selbst in lebendigem Austausch mit anderen und der Welt stehe, mich einlasse und kommuniziere, fremde Lebensäußerungen zu verstehen versuche, Gefühle empfinde und in anderen auslöse, habe ich die Chance, Wissen zu erlangen." Die Wirtschaft benötige diese sozial und emotional gereiften Menschen. Dafür bedarf es eines Bildungsbegriffs, der "die Anregung aller, nicht nur der geistigen Kräfte eines Menschen" fördert. Viele seiner Argumente sind richtig. Doch viele seiner Argumente sind auch platt. In unserem Interview bezieht Goeudevert noch einmal Stellung – unter anderem zu den Themen Erziehung, gesellschaftliche Verantwortung und den Umgang mit dem World Wide Web.

Zuckerbrot und Peitsche
Der beste Manager der Welt packt aus: Jack Welch und seine Autobiographie. / 11.10.2001
Jack Welch braucht keinen Coach. Er weiß, wie man Mitarbeiter zu führen hat. Woher? Von seiner Mutter und seiner irischen Großmutter. Die beiden Frauen haben ihm die Grundsätze des Managements bereits in frühen Jahren beigebracht. Mit Erfolg. Jack Welch steht auf der Manager-Liste nach wie vor ganz oben.

Business as usual auf der Buchmesse
Die Wirtschaftsbuchverlage zeigen sich unbeeindruckt von der weltweiten Terrorismusgefahr. / 10.10.2001
Noch sind die Wirtschaftsverlage im Aufwind, für sie blieben die Anschläge weitgehend ohne Folgen. Dafür aber müssen sie sich den gewandelten Interessen ihrer Leser stellen: Wirtschaftsromane und unterhaltsame Sachbücher liegen voll im Trend, Börsenbücher und Titel zum Thema New Economy dagegen habe es schwer.

Mehr gesunder Menschenverstand
Buchautor Kai Romhardt will die Nebelschwaden der aufgeregten Wissensgesellschaft vertreiben. / 27.09.2001
Wie überleben wir in der Wissensflut – dieser Frage widmet sich ein schmales Büchlein, das eine Anleitung zum selbstbestimmten Wissensmanagement und zur besseren Orientierung bieten will. Gefragt ist ein selbstbestimmter und privater Umgang mit den schnell wachsenden Wissensspeichern.

Lob des Luxus
Automobilchef Wolfgang Reitzles Kampfschrift für das luxuriöse Leben. / 03.09.2001
Luxus schafft mehr Wohlstand, ist die Kernthese von Wolfgang Reitzles "Theorie der feinen Marken". Denn Luxusprodukte, so die Begründung, schaffen Wertschöpfung, motivieren zur Leistung und wirken als Keimzelle für Innovationen.

Kein Konsumschaf blökt mehr
David Lewis und Darren Bridger erklären, was den modernen Verbraucher so umtreibt. / 29.08.2001
Vorbei sind die Zeiten, da die Unternehmen nach Belieben den Massengeschmack definieren konnten. Die neuen Konsumenten sind individualistisch, aktiv, autonom und informiert. Und sie haben wenig Zeit und kaum Vertrauen in neue Produkte.

Fragen stellen statt walking around
Coaching ist ein wesentlicher Bestandteil der Führungsaufgabe. / 22.08.2001
Coaching basiert auf einer beiderseitigen Gewinnbeziehung. Arbeitgeber und Mitarbeiter sollen voneinander profitieren. Wer sich gut gecoacht und gefördert sieht, zahlt mit Loyalität zurück.

Onkel Giddens entfesselt die Welt
Mit einer Mischung aus Angst und Neugier nimmt Anthony Giddens die Globalisierung unter die Lupe. / 27.07.2001
Anthony Giddens seziert die entfesselte Welt der Globalisierung – und bietet dabei weniger Angriffspunkte, als die heftige Debatte um seine Vorträge vermuten ließe. Sein Allheilmittel: mehr Demokratisierung und die Stärkung der Zivilgesellschaft.

Die Zeit der großen Worte ist vorbei ...
... jetzt wird Tacheles geredet – Z_dossier bringt es auf den Punkt. / 23.07.2001
"Wissen ist die Fähigkeit zu handeln." Ein schöner Satz. Doch wie wird Wissen generiert? Information ist nicht das Problem. Jeden Tag werden die Menschen zugeschüttet. Allein eine Ausgabe der Süddeutschen Zeitung enthält so viele News, wie ein Mensch des 17. Jahrhunderts vermutlich in seinem ganzen Leben aufgenommen hat. Aber sind die Menschen deshalb klüger? Nein. Im Gegenteil. Die Menschen sind überfordert. Sie brauchen Orientierung. Das Essener Büro für Zukunftsgestaltung hat das erkannt und ein Dossier entwickelt – und die Nische damit erstklassig besetzt.

Doppelbreschnew oder Lippenspitzer?
Seelenforscher Martin Suter über Fitness, Personality und Begrüßungsrituale. / 19.07.2001
Geri Weibel, die Kultfigur von Martin Suter, tourt seit 1997 durch die Schweiz – und beobachtet die Szene. Diogenes hat die Geschichten jetzt zusammengefasst und in ein Taschenbuch gepresst. Der perfekte Lesestoff für alle, die nicht wissen wollen, wie es geht!

Entmündigt im Namen der Macht
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 6 / II | / 10.07.2001
Was wollen die Menschen? Sie wollen frei sein. Sie wollen sich einbringen. Und sie wollen sich dazugehörig fühlen. Der Turbo-Kapitalismus hat sie indes entmündigt. Zu Arbeitstieren degradiert. Die Effizienz, so ihr Glaubensspruch, müsse erhöht werden. Um jeden Preis. Die Konsequenz: Ein lähmendes Dahinschleppen. Viele können sich nicht mehr mit der Welt identifizieren, in der sie leben. Manche verlieren sogar die Liebe zum Leben. New Economy will mehr persönliche Freiheit im Sinne von übernommener Selbstverantwortung. Denn: Macht, Geld und Besitz sind kein Garant für menschliches Wohlbefinden. Ob das neue Gesellschaftsmodell eine Zukunft hat? Das hängt von den Menschen ab – und ihrer Bereitschaft, Freiräume zu nutzen.

Entmündigt im Namen der Macht
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 6 | / 09.07.2001
Was wollen die Menschen? Sie wollen frei sein. Sie wollen sich einbringen. Und sie wollen sich dazugehörig fühlen. Der Turbo-Kapitalismus hat sie indes entmündigt. Zu Arbeitstieren degradiert. Die Effizienz, so ihr Glaubensspruch, müsse erhöht werden. Um jeden Preis. Die Konsequenz: Ein lähmendes Dahinschleppen. Viele können sich nicht mehr mit der Welt identifizieren, in der sie leben. Manche verlieren sogar die Liebe zum Leben. New Economy will mehr persönliche Freiheit im Sinne von übernommener Selbstverantwortung. Denn: Macht, Geld und Besitz sind kein Garant für menschliches Wohlbefinden.

Patchwork statt Monotonie!
Ein Leben lang jeden Tag zur gleichen Arbeit. 87.750 Stunden lang, von 20 bis 65! Schluß damit. Patchworker gestalten ihr Leben freier und anders. Eine Studie zeigt, wohin es geht. / 06.07.2001
Nichts ist mehr wie früher. Die Sicherheit des traditionellen Industriearbeitsplatzes ist futsch. 16 Jahre lang Massenarbeitslosigkeit erfordern ein radikales Umdenken der Arbeitsgesellschaft. Doch der kulturelle Wandel ist schmerzhaft. Die klassische Arbeitsbiographie von 20 bis 65 kann nicht aufrechterhalten werden. An ihre Stelle tritt ein Flickenteppich aus Beschäftigungen. Der Übergang von Arbeitnehmer zu Arbeitsloser ist fließend, spielt aber keine große Rolle mehr. Vorausgesetzt: Wir garantieren die soziale Reichtumsverteilung für jeden.

Der Pate der Headhunter
Beim Business Breakfast der manager-lounge AG in München erzählte Dieter Rickert aus seinem Leben. / 25.06.2001
Journalist wollte er werden, doch dann verdient er sich die Sporen doch lieber in der Großindustrie. Als Wendepunkt erweist sich für Dieter Rickert die Begegnung mit dem damaligen Thyssen-Konzernchef Sohl. In den nächsten Jahren lernt Rickert alle Größen der deutschen Wirtschaft kennen – das Old-Boys-Netzwerk erweist sich als Grundlage für seinen späteren Erfolg. Heute vermittelt er ausschließlich hochkarätige Führungskräfte in Vorstandsetagen.

Rentabel und verfolgt
Ein Buch über die Lebensumstände ausländischer Mitbürger. / 25.06.2001
Seit dem Historikerstreit in den 80er Jahren werden in Deutschland immer wieder Diskussionen über das Selbstverständnis der Nation geführt. "Besonderes Kennzeichen: D" greift das Thema auf. Nicht um den ideologischen Gehalt zu prüfen. Die Autoren zeigen, welche Auswirkungen die Leitkultur-Debatte hat – auf das Leben von Kurden, Türken, Vietnamesen und all den anderen, die sich ohne deutschen Pass im Lande aufhalten. Trotz Schwarz-Weiß-Malerei, ein wichtiger Beitrag zum Thema "Aus- und Abgrenzung".

Karriere neu denken
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 5 | / 21.06.2001
Immer mehr Menschen wollen ihre Jobs selbst bestimmen und ihre Karriere eigenständig planen. Jobbörsen und Karrierenetzwerke im Internet helfen dabei. Personalmanager und Personalvermittler müssen umdenken.

Es hat sich ausgezappelt
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 4 | / 12.06.2001
"Bildet Netze!" ist der Wahlspruch im Informationszeitalter. Netzwerke filtern Information, schaffen Orientierung und festigen Beziehungen – sowohl im Profit- als auch im Non-Profit-Bereich.

Entfesselte Menschen und Märkte
Matthias Horx verkündet das Ende der Ausbeutung. / 05.06.2001
Matthias Horx schreibt über entfesselte Menschen und Märkte des Dort und Morgen, teilweise bizarr, an manchen Stellen auch etwas unüberlegt, aber immer kenntnisreich und sprachlich elegant.

Networking – Logik des LogIns
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff: | Folge 3 | / 05.06.2001
Das Immer und Überall der globalisierten Ökonomie erfordert eine gigantische soziale Anpassungsleistung. Networking ist die eigentliche Basis für Karriere- und Lebensplanung im digitalen Zeitalter.

Vorwärts auf dem dritten Weg
Der Soziologe Anthony Giddens bastelt hartnäckig an einem neuen Gesellschaftsvertrag. / 30.05.2001
Jeder solle sein "Wohlergehen im Sinne einer Verwirklichung selbst gesteckter Ziele aus eigener Kraft mehren", fordert Anthony Giddens, der in seinem neuen Buch auf die Kritik am "dritten Weg" reagiert. Sein Ziel: "den theoretischen Rahmen für eine zeitgemäße Politik links der Mitte mit Inhalt füllen".

Jeder sein eigener Ausbeuter?
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 2 | / 25.05.2001
Die New Economy sucht vielmehr die Bedingungen für einen "Human Capitalism": arbeiten in Möglichkeitsräumen zur persönlichen Weiterentwicklung, aber auch für Entspannung und Auszeit; des Weiteren Solidarität und eine begrenzte Vermarktung.

Webwärts zum Traumjob?
Ein neuer Ratgeber verspricht mehr Erfolg bei der Jobsuche. / 22.05.2001
Die Wege zu den neuen Arbeitsplätzen sind im World Wide Web kürzer und vielfältiger geworden. Der Wirtschaftsjournalist Uwe M. Kraus legt einen probaten Ratgeber für die Jobsuche im Internet vor.

New Economy unter Neoliberalismusverdacht
Das Rotbuch zur New Economy begibt sich auf Gespenstersuche. / 15.05.2001
Den großen Bogen spannen und New Economy auf den Begriff bringen, das schwebt taz-Redakteur Hannes Koch vor. Doch bleibt er bei der Kritik an der New Economy amerikanischer Lesart stehen.

Bildung verleiht Flügel
Plädoyer für ein neues Bildungsideal. / 14.05.2001
Mehr Autonomie, weniger Vorgaben; mehr Flexibilität, weniger Standardisierung. Das sind die Ingredienzien einer Rezeptur, mit der Daniel Goeudevert die offensichtlichen Mängel unseres Bildungssystems kurieren will. Er fordert ein neues Bildungsideal.

Hier bist du Mensch, hier darfst du's sein
New Economy – Kurznavigation durch einen schillernden Begriff. | Folge 1 | / 04.05.2001
New Economy ist ein neues ökonomisches Leitbild, das die Freiheit des Einzelnen erweitert.

Konferenzen ohne Grenzen
Was steckt hinter der Open Space Technology? Esoterischer Budenzauber oder eine verblüffend neue Methode, Seminare und Kongresse zu veranstalten / 25.04.2001
Open Space Technology? Das Prinzip ist einfach: Die Teilnehmer treffen sich, ohne den weiteren Ablauf ihres Meetings zu kennen.

Mehr Menschlichkeit – mehr Profit!
Mehr Menschlichkeit soll in Deutschlands Betriebe und Unternehmen einziehen. Dies fordert Rolf W. Habbel, Partner und Sprecher der Managementberatungsfirma Booz, Allen&Hamilton, und begibt sich auf Glatteis. / 25.04.2001
Dennoch: Das Buch bietet einen brauchbaren Einstieg in die Debatte um eine wertebasierte Unternehmensführung.

Die Popcorn-Maschine läuft wie geschmiert
Wieder mal daneben: Erneut konfrontiert Faith Popcorn ihre Leser mit Plattitüden und Vorurteilen. Doch die Bücher verkaufen sich erstaunlich gut. / 18.04.2001
Popcorn mystifiziert und glorifiziert Frauen auf Kosten des anderen Geschlechts. So verschenkt man ein Thema.

Müßiggang statt Arbeit
Vielen erscheint heute nichts erstrebenswerter als ein Job. Dieses Bedürfnis ist relativ neu und basiert auf der Angst, gesellschaftlich ausgeschlossen zu sein. Die beiden Autoren Axel Braig und Ulrich Renz beweisen mit ihren eigenen Biografien, dass es auch anders geht. / 12.04.2001
Zwei Männer in den mittleren Jahren haben ihre Karriere abgebrochen, um sich wichtigeren Dingen zuzuwenden. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass ihre Entscheidung nur aus heutiger Sicht erstaunlich wirkt. Denn tatsächlich wird das Hohelied der Erwerbsarbeit erst seit relativ kurzem gesungen.

Immer ein dynamisches Lächeln | Folge 3 |
Wellness-Trainer sind gefragte Spezialisten in Hotels und Kurbetrieben. / 06.04.2001
Wellness-Trainer müssen sich nicht nur in sportlicher Hinsicht um ihre Gäste kümmern, sondern sie auch zur richtigen Ernährung und Entspannung anleiten. Viele Bewerber haben falsche Vorstellungen von diesem Beruf, der sieben Tage in der Woche Einsatz im Hotel erfordert. Zudem ist es nicht leicht, an eine der wenigen Trainer-Stellen heranzukommen.

Miteinander lernen
Fachkräfte sind vielerorts Mangelware. Die ersten HR Communitys im Internet unterstützen Unternehmen bei ihrer Personalplanung. / 30.03.2001
Der allgemeine Trend ist klar: Viele Online-Jobbörsen werden künftig inhaltliche Netzwerke mit HR Professionals aufbauen – übrigens on- und offline.

Networking in der New Economy
Vortrag von Peter Felixberger im Siemens-Forum München am 26. März 2001. / 28.03.2001
"Keine Macht für Niemand" tönten die 68er vor über drei Jahrzehnten. Jetzt sitzen sie an den Schalthebeln der Macht und haben die Parolen von einst vergessen. Die deutsche New Economy treibt den Wandel in der Arbeitsgesellschaft heftig voran. Selbstverwirklichung für alle ist angesagt.

Treibnetze im Web
Online-Communitys sind der neueste Trend im E-Commerce. / 22.03.2001
"Um Gewinne im E-Commerce zu erzielen, muss auf enge Kundenbeziehungen hingearbeitet werden, die möglichst über viele Jahre halten." Der Schlüssel dafür heißt "Customer Relationship Management". Wie es funktioniert, will die Management-Beraterin Nina Pawlowitz beantworten. Das gelingt jedoch nicht ganz.

Gebimmel immer und überall
Das Handy der Zukunft läßt reale und virtuelle Welt verschmelzen. / 21.03.2001
Jörg Zobel skizziert in seinem neuen Buch Mobile Business und M-Commerce einen freien, offenen Markt mit Informationstransparenz. Das Handy wird seiner Meinung nach zum "Zauberstab" – ein kleines Gerät, das ungeahnte neue Möglichkeiten für Unternehmer und Verbraucher bereithält.

Kurssturz der Gefühle
Die Internet-Start-up-Szene setzt auf die alten Werte. Ist der Traum der New Economy schon vorbei? / 20.03.2001
Die New Economy ist auf dem Hosenboden gelandet. Mit vereinten Kräften hat man die Rebellen zur Räson gebracht. Jetzt lehrt man ihnen die richtigen Mores.

Tue Gutes und verdiene daran
Der neue Präsident des Wuppertal-Instituts Peter Hennicke fordert die Verbindung von nachhaltigen Langfristzielen mit der konkreten Tagespolitik. / 02.03.2001
Peter Hennicke will sich mehr um Unternehmer und Verbraucher kümmern – der Politik aber weiterhin ein unabhängiger und kritischer Berater bleiben.

Allianzen schmieden für Energieeffizienz und Klimaschutz
Das renommierte Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt wird zehn Jahre alt. / 02.03.2001
Bisher lag der Arbeitsschwerpunkt des Wuppertal-Instituts auf der Politikberatung. EU, Weltbank oder Minister im Land und Bund verlangten nach Szenarien und Konzepten in der Umwelt- und Energiepolitik. Nun entdecken die Wissenschaftler vermehrt Verbraucher und Unternehmer. Die Energieabteilung des Instituts schmiedet Allianzen für neue, energiesparende Technologien.

Fische verkaufen als Show
Der berühmte Fischmarkt in Seattle als Kulisse für ein Motivationsbuch. / 25.02.2001
Eine Managerin erzählt die Geschichte der Neustrukturierung einer Abteilung, die vorher als Giftmülldeponie galt.

Kapitalismus mit menschlichem Antlitz
Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist hierzulande oft ein Fremdwort, in den USA hingegen längst Alltag. / 25.02.2001
Wer sich außerhalb des Büros engagiert, ist besser qualifiziert. "Und besser trainiert für seinen Managementalltag, der immer mehr Wert auf die Social Skills legt", sagt der Münchner Soziologe Gerd Mutz.

Kultur = Kapital!
Wirtschaft und Kultur sind zwei Seiten der gleichen Gesellschaftsmedaille: Sie sichern und entwickeln die materielle Basis und den Fortschritt von Geist und Ideen. / 21.02.2001
Unternehmen brauchen einen kreativen und innovativen Input und bedürfen zudem neuer Kommunikationsmedien jenseits von Werbung und Marketing. Die Unternehmen sollten Kunst als aktivierende Kraft nutzen und damit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Für die Kultur bedeutet das: Weg von den moralinsauren Appellen an Wirtschaft und Politik, Schluss mit der teilweise entwürdigenden und zehrenden Bettelei um finanzielle Unterstützung für Kunst und Kultur.

Crossover zwischen Technik und Kultur
Welche Konsequenzen hat der Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur? / 30.01.2001
Der Wert des Buches liegt in der Erörterung der Frage, ob und inwieweit die geistig-kulturelle Entwicklung der Menschheit der techno-ökonomischen Speedlogik folgen kann.

Arbeit neu denken
Wie wir die Chancen der New Economy nutzen können. / 10.01.2001
New Economy ist mehr als Aktienrausch und Internet-Hype. Es ist eine neue Welt- und Wirtschaftssicht. New Economy ist der Übergang von der Haben- in die Seinsgesellschaft.

In Deutschland noch nicht der Renner
"Der Erfolg von E-Books hängt davon ab, wie leicht sie zu handhaben sind." / 06.01.2001
Der ehemalige New Yorker Verleger Alberto Vitale sieht das goldene Zeitalter der E-Books anbrechen. E-Books erweitern seiner Meinung nach den Zugang zu mehr Wissen und Informationen für jedermann.

Mit Köpfchen essen
In der BSE-Krise wird jetzt vielerorts eine ökologische Agrarkultur gefordert. Zwei Ernährungsexperten zeigen realistische Wege dorthin. / 06.01.2001
Die moderne Landwirtschaft sei weniger effizient als sie vorgibt, behauptet der alternative Nobelpreisträger José Lutzenberger. Sie vernichtet sogar mehr Lebensmittel als sie herstellt. Und Franz Theo Gottwald prognostiziert: "Verbraucher werden in der Wissensgesellschaft von morgen ihre Lebensmittel nach dem Informationsgehalt auswählen."

Grüner Streif am Horizont
Grünes Geld wird zunehmend interessanter für Anleger. Doch längst ist nicht alles Gold, was glänzt. / 06.01.2001
"Vor dem Boom und nach dem Krach herrscht große Stille. Was sich dazwischen abspielt, ist nur hysterischer Lärm ohne viel Verstand." André Kostolany, Börsen-Guru

Die Zehen von zeen
Ein deutsch-deutsches Kapitel Schuhgeschichte wird in der sächsischen Provinz wieder aufgeschlagen. / 05.01.2001
Nachhaltiges Wirtschaften fängt bei der Rohstoffbeschaffung an. Leder, Sohlen und alles weitere kommen aus deutschen Landen. Die Folge: Weniger Transportkilometer, bessere Ökobilanz.

Globalisierung – messerscharf seziert
Ein wegweisender Sammelband zum Thema Globalisierung. / 05.01.2001
Die globale Ökonomie schafft sich neue Spielregeln. In den globalen Städten werden sie gnadenlos ausprobiert. Gewinner und Verlierer leben dicht beieinander. Soziale Integration wird zunehmend schwieriger.

Ich will Deutschland vom Altöl befreien
Der Ölfeinstfilterhersteller Hermann Trabold will zudem 10.000 neuen Existenzgründern Arbeit verschaffen. / 05.01.2001
Seit Jahren kämpft Hermann Trabold mit seinen Ölfeinstfiltern gegen die übermächtige Lobby der Mineralölindustrie. Trabold-Filter haben vielerorts Tests unter härtesten Bedingungen bestanden. So sind in Pinneberg sechs Linienbusse über zwei Millionen Kilometer ohne Ölwechsel gefahren. Vertriebserfolge stellen sich jedoch nur langsam ein.

Bequeme Entsorgung eines Problemkandidaten
Im oberfränkischen Thurnau steht eine Wiederverwertungsanlage, die Abfalldosen mit PU-Schäumen aufarbeitet. / 05.01.2001
In rund 15.000 Telefongesprächen monatlich informieren Mitarbeiter eines Callcenters über das einzigartige Rücknahmesystem. Sie rufen Handwerker wie auch Baumärkte an und stellen das neue Serviceangebot vor.

Schwein gehabt!
Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten – eine schweinische Idylle. / 05.01.2001
Seit nunmehr 14 Jahren werden in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten Schweine artgerecht gehalten. Am Aufbau der Schweinetierhaltung war Rosemarie Wegemann federführend beteiligt. Ende Januar nimmt sie nun Abschied von Herrmannsdorf. Sie kann auf eine stolze Bilanz zurückblicken. Das Modell einer weitgehend artgerechten Tierhaltung ist weit über die Grenzen hinaus bekannt geworden.

Der unberechenbare Mensch
Überfordert das Entwicklungstempo des entfesselten Kapitalismus den Menschen? / 03.01.2001
"Der Markt wird allgegenwärtig und schnell. Dafür ist der Mensch nicht geschaffen", bilanziert ZEIT-Redakteur Uwe Jean Heuser sein Unbehagen am derzeitigen Wandel.

Im Paradoxen oszillieren
Ein Buch als Oszillograph der Neuen Ökonomie. / 03.01.2001
Paradoxien sind der Kitt einer neuen Management- und Organisationskultur. Littmann und Jansen zeigen Ausschnitte aus dem Improvisationstheater der digitalen Ökonomie.

Etwas leisten soll der Mensch
Alte Werte als Leitlinien für das Management in einer neuen Zeit? / 03.01.2001
Der St. Gallener Management-Guru Fredmund Malik schreibt anschaulich und teilweise sogar mitreißend über das, was ein Manager eigentlich tun sollte. Seine These: Management solle als Beruf wie jeder andere gesehen werden – mit spezifischen Aufgaben und dafür entwickelten Werkzeugen.

Software-Cowboys im Silicon Valley
Die Geschichte von Netscape-Erfinder Jim Clark. / 03.01.2001
Am Beispiel des Netscape-Erfinders Jim Clark strickt der Wirtschaftsjournalist Michael Lewis an einem neuen Wildwest-Mythos: Die New Economy amerikanischer Bauart als Glücksversprechen für die ganze Welt.

Jenseits von Bilanz und Finanzquartalsbericht
Die verborgenen Potenziale von Unternehmen. / 28.12.2000
In der Identität und Kultur eines Unternehmens liegen verborgene Potenziale, die sich in ökonomische Erfolge ummünzen lassen. Storytelling ist eine neue Methode, mehr über die Identität eines Unternehmens zu erfahren.

Sei mutig wie ein Löwe
Nachdem sie selbst ein Start-up gegründet haben, packen zwei Existenzgründer das Thema bei den Hörnern. / 22.12.2000
In einem erzählten Ratgeber erfährt der Leser auf muntere Art und Weise, was einem Start-upper so alles auf seinem Wege begegnet.

Gore nicht wahr: Trauma Bushland
Claus Leggewie auf der Spur der Amerikabilder in unseren Köpfen. / 22.12.2000
Claus Leggewie stöbert in seinem neuen Buch durch die Bilder, Images und Label, die in einer langen Bewusstseins- und Mentalitätsgeschichte zwischen Amerika und Europa entstanden sind – und liest uns kräftig die Leviten: Raus aus der Vor- und Aburteilungsecke auf beiden Seiten, so seine Forderung.

Mehr Wissen im Autoreifen
Don Tapscott hat die Szene-Gurus in den USA gebeten, den Mythos E-Business zu lüften. / 22.12.2000
Was dominiert die digitale Wirtschaft, welche Akteure treiben sie an, welche Bedürfnisse formulieren die Kunden von morgen? Antworten darauf suchen die von Don Tapscott editierten Beiträge in dem Band Erfolg im E-Business. Im Blickpunkt der Erörterung steht die Netzwerkökonomie.

Grotesken aus der Welt der Nadelstreifen
Martin Suters schräge Geschichten aus der Welt des Managements. / 22.12.2000
"Business Class" – die wöchentliche Kolumne im Wirtschaftsteil der Zürcher Weltwoche ist Kult: kleine, schräge Geschichten, in denen die Welt des Managements aufs Korn genommen wird. 76 dieser Alltagsgrotesken hat der Zürcher Diogenes Verlag nun in einem kleinen Bändchen versammelt.

Fische fangen – im Netz und am Feierabend
Networking ist in der New Economy en vogue. / 22.12.2000
Networking ist eine Kernkompetenz und ein wichtiger Erfolgsfaktor in der New Economy. Vertrauen ist das dazugehörige Pfand. Egal, ob im rauen Internet oder in gediegener Clubatmosphäre, Communities sprießen derzeit an allen Ecken und Enden hervor: Die Münchner manager-lounge AG widmet sich der Vermittlung von Führungskräften via Internet. Im Kölner Rotonda Business Club hingegen sollen Manager in gediegener, geschützter Atmosphäre networken.

Telearbeit ist der erste Schritt hin zu virtuellen Teams
Ein Gespräch mit Karl-Heinz Fischbach über das Arbeiten in der Zukunft. / 22.12.2000
Telearbeit muss unter einem strategischen Aspekt gesehen werden. Sie ist der erste Schritt, um virtuelle Teams praktisch umsetzen zu können.

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